Wiener Liberale kritisieren "Sonderaktion" zur Beschäftigung Behinderter

Smoliner: "Gefördertes Behindertenreservat statt Gleichstellung"

Wien (OTS) Scharfe Kritik an der nunmehr auch EU-geförderten "Sonderaktion" zur Beschäftigung Behinderter in der Gemeinde Wien übte heute der liberale Gemeinderat Marco Smoliner in einer Pressekonferenz, an der auch die Behindertenvertrauensperson der Stadt Wien, Mag. Angelika Jensen, teilnahm.

"Unter dem Vorwand, Behindertenarbeitsplätze zu schaffen, betreibt die Stadt Wien seit 1981 eine 'Sonderaktion' für etwa 650 Behinderte. Gleichzeitig sitzen auf regulären Wiener Planstellen 1000 Behinderte zuwenig, für die die Stadt 2 Mio Schilling monatlich an Ausgleichstaxen zahlen muß", so Smoliner. Die Gemeinde schließe Behinderte von regulären Planstellen aus.

Betroffene ArbeitnehmerInnen würden diese "Sonderaktion" selbst als überaus diskriminierend empfinden, sagte die Behindertenvertrauensperson, Mag. Jensen. "Die im Rahmen der 'Sonderaktion' zunächst befristet angestellten Behinderten dürfen keine bezahlten Überstunden machen, werden oft weit unter ihrer tatsächlichen Qualifikation verwendet und hätten fast keine Chance auf berufliche Fortbildung, Dienstprüfung oder gar eine reguläre Planstelle der Stadt Wien," so Jensen.

Die "Sonderaktion" der Gemeinde wird nun auch noch mit ca. 1,5 Mio Schilling jährlich aus dem Sozialfonds der EU gefördert. "Besonders perfid ist, daß die SPÖ die bewußte, strukturelle Benachteiligung von Behinderten sowohl gegenüber der EU als auch der Bevölkerung als besonderes Verdienst verkauft," meinte Smoliner. Wer sich gegen die "Sonderaktion" ausspreche, werde prompt als behindertenfeindlich hingestellt. Betroffene, die ihr Unbehagen äußern, würden "nicht einmal ignoriert".

Die Liberalen fordern die sukzessive Übernahme der ArbeitnehmerInnen aus der "Sonderaktion" auf reguläre Planstellen. "Wenn die Stadt Wien Behinderte einstellen will - wie sie das immer behauptet - soll sie freiwerdende Planstellen mit entsprechend qualifizierten Behinderten besetzen und die gesetzliche 4%-Quote voll erfüllen. Jede Sonderaktion ist überflüssig und diskriminierend," betonte Smoliner.

Behindertenfreundlich sei nicht, wer "abgeschlossene Personalreservate" für Behinderte schaffe, sondern wer behinderte ArbeitnehmerInnen und KollegInnen als selbstverständlich gleichgestellt behandle, schloß Smoliner.

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