• 13.03.1998, 12:38:31
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  • OTS0166

Wiener Liberale kritisieren "Sonderaktion" zur Beschäftigung Behinderter=

Smoliner: "Gefördertes Behindertenreservat statt Gleichstellung"

Wien (OTS) Scharfe Kritik an der nunmehr auch EU-geförderten
"Sonderaktion" zur Beschäftigung Behinderter in der Gemeinde Wien
übte heute der liberale Gemeinderat Marco Smoliner in einer
Pressekonferenz, an der auch die Behindertenvertrauensperson der
Stadt Wien, Mag. Angelika Jensen, teilnahm.

"Unter dem Vorwand, Behindertenarbeitsplätze zu schaffen, betreibt
die Stadt Wien seit 1981 eine 'Sonderaktion' für etwa 650
Behinderte. Gleichzeitig sitzen auf regulären Wiener Planstellen
1000 Behinderte zuwenig, für die die Stadt 2 Mio Schilling monatlich
an Ausgleichstaxen zahlen muß", so Smoliner. Die Gemeinde schließe
Behinderte von regulären Planstellen aus.

Betroffene ArbeitnehmerInnen würden diese "Sonderaktion" selbst als
überaus diskriminierend empfinden, sagte die
Behindertenvertrauensperson, Mag. Jensen. "Die im Rahmen der
'Sonderaktion' zunächst befristet angestellten Behinderten dürfen
keine bezahlten Überstunden machen, werden oft weit unter ihrer
tatsächlichen Qualifikation verwendet und hätten fast keine Chance
auf berufliche Fortbildung, Dienstprüfung oder gar eine reguläre
Planstelle der Stadt Wien," so Jensen.

Die "Sonderaktion" der Gemeinde wird nun auch noch mit ca. 1,5 Mio
Schilling jährlich aus dem Sozialfonds der EU gefördert. "Besonders
perfid ist, daß die SPÖ die bewußte, strukturelle Benachteiligung
von Behinderten sowohl gegenüber der EU als auch der Bevölkerung als
besonderes Verdienst verkauft," meinte Smoliner. Wer sich gegen die
"Sonderaktion" ausspreche, werde prompt als behindertenfeindlich
hingestellt. Betroffene, die ihr Unbehagen äußern, würden "nicht
einmal ignoriert".

Die Liberalen fordern die sukzessive Übernahme der ArbeitnehmerInnen
aus der "Sonderaktion" auf reguläre Planstellen. "Wenn die Stadt
Wien Behinderte einstellen will - wie sie das immer behauptet - soll
sie freiwerdende Planstellen mit entsprechend qualifizierten
Behinderten besetzen und die gesetzliche 4%-Quote voll erfüllen.
Jede Sonderaktion ist überflüssig und diskriminierend," betonte
Smoliner.

Behindertenfreundlich sei nicht, wer "abgeschlossene
Personalreservate" für Behinderte schaffe, sondern wer behinderte
ArbeitnehmerInnen und KollegInnen als selbstverständlich
gleichgestellt behandle, schloß Smoliner.

(Schluß)

Rückfragehinweis: Liberales Forum - Landtagsklub Wien

Pressestelle
Tel.: 4000-81557

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