Burschenschaft löste 1848er Revolution in Wien aus

Sozialdemokraten sind nicht geistige Erben der 48er-Demokraten

Wien (OTS) - Wie die Aula, die Verbandszeitschrift der Freiheitlichen Akademikerverbände Österreichs, in ihrer neuesten Ausgabe als neue historische Erkenntnis aufgrund authentischen Materials belegt, wurde die Revolution von 1848 in Wien durch die damals im Untergrund befindliche Burschenschaft Arminia sowie durch Angehörige der ebenfalls verbotenen Burschenschaft Liberalia ausgelöst. Dies gab gestern der Justitiar des Verlages, Dr. Alfred Windhager, bekannt.

Die Mitglieder der verbotenen Burschenschaft hatten sich am 11. März 1848 heimlich in der Wohnung des Arminen-Sprechers Fritsch getroffen und jene Studentenpetition mit den grundlegenden Freiheitsforderungen formuliert, die dann am 12. März von dem Arminen Heinrich Fessel in der Aula der Wiener Universität verlesen und unter großem Jubel von den Studenten angenommen wurde. Die Burschenschaft und mit ihr sodann die gesamte Studentschaft forderten:
Pressefreiheit, Redefreiheit, Lehr- und Lernfreiheit, Gleichstellung der Glaubensgemeinschaften und damit auch der Juden in allen staatsbürgerlichen Rechten, Öffentlichkeit und Mündlichkeit der Gerichtsverfahren, allgemeine Volksvertretung und Vertretung der deutschen Landesteile bei dem Deutschen Bund.

Die ablehnende Haltung des Kaisers zu der von zwei Professoren überbrachten Petition löste am 13. März den Sturm der Studenten auf das niederösterreichische Landhaus in der Herrengase in Wien aus, wo es dann zu dem Zusammenstoß mit dem Militär und damit zur offenen Revolution kam.

Die Freiheitlichen Akademikerverbände verzeichnen stolz, daß es Angehörige nationalfreiheitlicher Korporationen waren, welche den entscheidenden Anstoß zur Erringung der Bürger- und Menschenrechte in Österreich gaben. Trotz der im Oktober 1848 erfolgten Niederschlagung der Revolution mußte letztlich doch im Jahre 1867 das Staatsgrundgesetz verabschiedet werden, welches bis heute den Grundrechtekatalog Österreichs darstellt, der leider bereits teilweise ausgehöhlt wurde.

Sozialisten sind nicht Hüter des 48er-Erbes

In diesem Zusammenhang verweist der Aula-Verlag jedoch darauf, daß die Sozialdemokratie zu Unrecht das Revolutionsjahr 1848 für sich zu vereinnahmen sucht. Heute steht die seinerzeit von den Burschenschaftern Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer gegründete Sozialdemokratie für all das, was die Revolutionäre von 1848 bekämpften. Sie hat in der 2. Republik zusammen mit der ÖVP einen neuen Feudalismus in Österreich aufgebaut, in welchem parteipolitische Großfürsten über ihre Untertanen herrschen. Sie verantwortet zusammen mit der ÖVP die Beibehaltung eines Kammersystems, dessen überragender Sinn darin besteht, als Endlagerstätte für ausgediente Funktionäre und Politiker zu dienen. Sie hat jahrzehntelang der ständigen Zunahme einer Korruption - nur vergleichbar jener des Biedermeier - untätig zugesehen. Sie verantwortet zusammen mit der ÖVP den Lauschangriff und die Rasterfahndung gegen die eigenen Bürger auch in politischen Fällen. Sie hat damit die im Staatsgrundgesetz von 1867 gewährleistete Unverletzlichkeit der Wohnung abgeschafft. Sie verantwortet einen Reglementierungsstaat, der die eigenen unbescholtenen Bürger trotz zunehmender Kriminalität entwaffnen will, so daß bald außer Polizei und Militär nur noch die Verbrecher Waffen besitzen sollen. Die SPÖ stellt einen Minister, der die Bespitzelung der österreichischen Universitätsprofessoren angekündigt hat. Sie verantwortet, daß eine ehemalige Staatssekretärin sogar die Entfernung politisch mißliebiger Professoren von den Schulen und Universitäten öffentlich und von der eigenen Partei unwidersprochen fordern konnte. Sie verantwortet die Bespitzelung und öffentliche Anprangerung der eigenen Bürger durch einen privaten Überwachungsverein, der sich nicht scheut, Anleitungen für gerichtliche Anzeigen gegen Jugendliche, politischer Delikte wegen, zu veröffentlichen. Sie verantwortet, daß das sozialistisch geführte Innenministerium diesem Verein in der Vergangenheit quasi hoheitliche Rechte zugebilligt hatte, obwohl sich nun herausstellt, daß ein prominenter Preisträger, Autor und Mitarbeiter dieses Vereines in gerichtlicher Untersuchung wegen des Bombenanschlages in Ebergassing steht. Die Sozialdemokratie verantwortet mit, daß die Vergabe von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst häufig nach politischen Gesinnungskriterien erfolgt. Sie hat damit eine Parteibuchwirtschaft zu installieren geholfen, die im demokratischen Westeuropa ohne Beispiel dasteht. Sie verantwortet auch eine Gleichschaltung veröffentlichter Meinungen durch selektive Presseförderung und einen totalen Zugriff auf den öffentlich-rechtlichen ORF. Die Sozialdemokratie dehnt den direkten Machtanspruch auf alle Bereiche des menschlichen Lebens aus und vermeint allen Ernstes, daß alles, was sie mit Mehrheitsbeschlüssen durchsetzt, dadurch auch schon demokratisch legitimiert sei. Sie verkennt dabei völlig, daß Menschen- und Bürgerrechte in erster Linie Minderheitenrechte sind. Die Sozialdemokratie hat es nicht für nötig gefunden, sich schützend vor die Minderheit der Korporationsstudenten zu stellen, als diese in den letzten Jahren auf die wüsteste Weise als mutmaßliche Urheber des Briefbombenterrors hingestellt wurden, bis endlich durch die zufällige Verhaftung eines Hauptverdächtigen dessen sozialistischen Umfeld offenbar wurde. Die Sozialdemokratie toleriert einen ständigen Gesinnungsterror gewisser jungsozialistischer und kommunistisch unterwanderter Kreise, der sich in pseudokommunistischer Diktion als "Antifaschismus" tarnt. Sie toleriert, daß gewisse Leute als selbsternannte Gesinnungspolizisten und "Tugendwächter" sogar öffentliche Denkmalstürmerei gegen ihnen mißliebige Straßennamen und Kriegerdenkmäler betreiben und das behördliche Verbot von jahrzehntelang gesetzestreu handelnden Vereinen verlangen, die ihnen nicht ins linksideologische Konzept passen. Das erinnert an den Vormärz mit den "Naderern" des damaligen Polizeichefs Sedlinitzky, welche die Bürger auf "Wohlverhalten" überwachten.

Achtundvierziger Ideale verraten

Die einst für Freiheit und soziale Gerechtigkeit eintretende österreichische Sozialdemokratie steuert heute auf einen Beherrschungssozialismus und Bevormundungsstaat hin. Sie hat durch die Einengung der Bürgerrechte die liberalen Ideale der Revolution von 1848 verraten. Es ist daher völlig unpassend, wenn sozialistische Machtpolitiker Ausstellungen über die Revolution von 1848 eröffnen. Dies stünde ihnen erst dann zu, wenn sie einen entscheidenden Kurswechsel in ihrer Partei und in ihren gesellschaftspolitischen Handlungen herbeiführten.

ÖVP nicht in der geistigen Nachfolge Kudlichs

Unpassend ist aber auch, wenn die ÖVP eine 1848er Veranstaltung ausgerechnet zum Gedenken an den Bauernbefreier Hans Kudlich veranstaltet. Die EU-Politik der ÖVP trägt heute zur Ausrottung des österreichischen Bauernstandes bei. Ein Hans Kudlich, welcher zu dem Freundeskreis der Vormärzburschenschaft gehörte und der stolz die schwarz-rot-goldenen Farben der Burschenschaft trug, würde heute mutmaßlich gegen die Bauernpolitik der ÖVP revoltieren. Es wird auch mit Interesse abzuwarten sein, wie die ÖVP auf ihrer Kudlich-Veranstaltung mit dem seinerzeit von Kudlich vertretenen deutschnationalen Gedankengut umgehen oder ob sie dieses verlegen verschweigen wird.

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Dr. Alfred Windhager,
Rechtsvertreter des AULA-Verlages,
Tel.: 0732/732045,

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