Chipkarte gesichert - Betriebe um 600 Millionen S entlastet

Martin Mayr zu den jüngsten Forderungen der ÖGB-Frauen-Chefin: "So nicht, Frau Schmidleithner!"

Wien (PWK) - Der Hauptausschuß des Parlaments genehmigt heute, Dienstag, eine Senkung der Arbeitgeberbeiträge nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz von 2,3 auf 2,1 Prozent per 1. April 1998. Martin Mayr, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich: "Damit werden die heimischen Betriebe jährlich um ca. 600 Millionen Schilling bei den Lohnnebenkosten entlastet. Eine wichtige Maßnahme, die wir mit Sozialministerin Lore Hostasch vereinbaren konnten". ****

Möglich wurde diese Beitragssenkung durch die sinkenden Krankenstände auch bei den Arbeitern. Über die Erstattungsfonds bei den Gebietskrankenkassen werden die Lohnfortzahlungen für Arbeiter an den Dienstgeber refundiert.

"Ich bin auch sehr zufrieden, daß es gemeinsam mit der Sozialministerin möglich war, die Einführung der Chipkarte ein gutes Stück weiterzubringen", lobt Martin Mayr die sachbezogene Politik von Hostasch. Zur Finanzierung der Einführungskosten der Chipkarte wird aus den Reserven des Erstattungsfonds beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger einmalig ein Beitrag von 300 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt. Mayr: "Mit dieser Form des Beitrags der Wirtschaft werden die einzelnen Betriebe nicht zusätzlich belastet, wie dies ursprünglich einigen Gewerkschaftern vorgeschwebt ist. Mit der Einführung der Chipkarte werden die Betriebe dann weniger Bürokratie auf sich nehmen müssen, weil die Ausstellung der Krankenscheine und die Einhebung der Krankenscheingebühr ersatzlos entfallen".

Weniger zufrieden zeigt sich Mayr über die jüngsten "irrealen" Forderungen der Gewerkschaftsfrauen-Chefin Irmgard Schmidleithner:
"Während Hostasch richtiger Weise erkannt hat, daß man die Betriebe entlasten muß, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen, versucht Schmidleithner offenkundig, mit immer neuen unzumutbaren Forderungen, die Konkurrenzfähigkeit der Betriebe zu unterminieren. Mit ihren Traumvorstellungen stellt sie sich nicht nur gegen die Arbeitsplatzrichtlinien der EU, sie gefährdet damit auch tausende Jobs".

Die Forderungen Schmidleithners nach der 30-Stunden-Woche samt Lohnausgleich, nach Einführung der Wertschöpfungsabgabe, nach Wiedereinführung der Vermögenssteuer oder nach einer Mindestsicherung bei der Notstandshilfe (unabhängig vom Familieneinkommen) bzw. nach dem Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit kosten laut Mayr die Betriebe "viele Milliarden Schilling zusätzlich und werden daher von der Wirtschaft strikt abgelehnt. So nicht, Frau Schmidleithner!" (Schluß) RH

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