VOTRUBA : GRATULATION ZU 15 JAHRE FRAUENHAUS MÖDLING

Sozialhilfezentrum als zentrale Anlaufstelle für Frauen und Kinder

St. Pölten (SPI) Es gehört schon fast zu Leben, tagtäglich mit der einen oder anderen Form von Gewalt konfrontiert zu werden
- in den Zeitungen, im Fernsehen, im Hörfunk. Gewalt wird zur täglichen Gewohnheit und mit dem wohligen Schauer konsumiert, daß sie zum Glück ‘woanders’ stattfindet. Denn öffentlich ausgetragene physische Gewalt ist in zivilisierten Demokratien zumindest formaljuridisch verpönt, erklärte Landesrätin Traude Votruba Freitag aus Anlaß des 15jährigen Jubiläums des Frauenhauses und Sozialhilfezentrums Mödling, das sich zu einer zentralen Anaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder des Bezirkes entwickelt hat. "Ganz anders die Gewalt an Frauen und Kindern, der fälschlicherweise noch immer ein Aspekt von
Privatheit und von Beziehungsproblem zwischen Opfern und Tätern anhaftet. Zu oft wird diese Gewalt ignoriert, weggeschaut. Zu
wenige entwickeln die Zivilcourage, einzugreifen. Gerade deshalb bedarf es entsprechender Einrichtungen, die von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern rasch und unbürokratisch helfen, wie das Frauenhaus Mödling eine ist und seit 15 beispielgebende Arbeit leistet", betonte Votruba.

Die Frauenbewegung und eine engagierte Frauenpolitik haben schon vor etwa zwanzig Jahren auch in Österreich begonnen, die Auseinandersetzung mit der Frage der Gewalt gegen Frauen und
Kinder in alle verantwortlichen Institutionen der Gesellschaft hineinzutragen, erinnerte die Landesrätin. Das Frauenhaus in Mödling entspringt dieser Diskussion und der schon damals
erkannten Notwendigkeit zu helfen. "Diese Diskussion muß wieder verstärkt geführt werden, wie uns die immer wiederkehrenden Horrormeldungen in den Medien auf furchtbare Weise bestätigen. In den Schulen ebenso, wie sie in der Aus- und Weiterbildung aller
mit der Problematik befaßten Berufsgruppen, forderte Votruba.
"Denn eine wichtige Voraussetzung zur Veränderung des Bewußtseins hin zu einer egalitären und gewaltfreien Gesellschaft ist die genaue Kenntnis der Gewalt, ihrer Ursachen und Auswirkungen. Denn nur so können Gegenstrategien entwickelt werden", hob die Landesrätin hervor. Ziel muß eine viel weitergehende Sensibilisierung gegen die Gewalt sein und ein Bewußtsein der Gesellschaft, daß sich jeder, der schweigt oder zusieht, mitschuldig macht. Zumindest moralisch, schloß Votruba. (Schluß)nk/ns

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200

Landtagsklub der SPÖ NÖ

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI