- 07.03.1998, 09:15:01
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VOTRUBA : GRATULATION ZU 15 JAHRE FRAUENHAUS MÖDLING
Sozialhilfezentrum als zentrale Anlaufstelle für Frauen und Kinder
St. Pölten (SPI) Es gehört schon fast zu Leben, tagtäglich
mit der einen oder anderen Form von Gewalt konfrontiert zu werden
- in den Zeitungen, im Fernsehen, im Hörfunk. Gewalt wird zur
täglichen Gewohnheit und mit dem wohligen Schauer konsumiert, daß
sie zum Glück ‘woanders’ stattfindet. Denn öffentlich ausgetragene
physische Gewalt ist in zivilisierten Demokratien zumindest
formaljuridisch verpönt, erklärte Landesrätin Traude Votruba
Freitag aus Anlaß des 15jährigen Jubiläums des Frauenhauses und
Sozialhilfezentrums Mödling, das sich zu einer zentralen
Anaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder des
Bezirkes entwickelt hat. "Ganz anders die Gewalt an Frauen und
Kindern, der fälschlicherweise noch immer ein Aspekt von
Privatheit und von Beziehungsproblem zwischen Opfern und Tätern
anhaftet. Zu oft wird diese Gewalt ignoriert, weggeschaut. Zu
wenige entwickeln die Zivilcourage, einzugreifen. Gerade deshalb
bedarf es entsprechender Einrichtungen, die von Gewalt betroffenen
Frauen und Kindern rasch und unbürokratisch helfen, wie das
Frauenhaus Mödling eine ist und seit 15 beispielgebende Arbeit
leistet", betonte Votruba.
Die Frauenbewegung und eine engagierte Frauenpolitik haben
schon vor etwa zwanzig Jahren auch in Österreich begonnen, die
Auseinandersetzung mit der Frage der Gewalt gegen Frauen und
Kinder in alle verantwortlichen Institutionen der Gesellschaft
hineinzutragen, erinnerte die Landesrätin. Das Frauenhaus in
Mödling entspringt dieser Diskussion und der schon damals
erkannten Notwendigkeit zu helfen. "Diese Diskussion muß wieder
verstärkt geführt werden, wie uns die immer wiederkehrenden
Horrormeldungen in den Medien auf furchtbare Weise bestätigen. In
den Schulen ebenso, wie sie in der Aus- und Weiterbildung aller
mit der Problematik befaßten Berufsgruppen, forderte Votruba.
"Denn eine wichtige Voraussetzung zur Veränderung des Bewußtseins
hin zu einer egalitären und gewaltfreien Gesellschaft ist die
genaue Kenntnis der Gewalt, ihrer Ursachen und Auswirkungen. Denn
nur so können Gegenstrategien entwickelt werden", hob die
Landesrätin hervor. Ziel muß eine viel weitergehende
Sensibilisierung gegen die Gewalt sein und ein Bewußtsein der
Gesellschaft, daß sich jeder, der schweigt oder zusieht,
mitschuldig macht. Zumindest moralisch, schloß Votruba.
(Schluß)nk/ns
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200
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