• 06.03.1998, 12:17:46
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  • OTS0163

Maderthaner empfängt finnischen Ministerpräsident Lipponen

Ausfuhren nach Finnland 1997 um 10 Prozent gestiegen

PWK - WKÖ-Präsident Leopold Maderthaner trifft heute, Freitag, mit
dem finnischen Ministerpräsidenten Paavo Tapio Lipponen im Haus der
Wirtschaft zusammen. Gesprächsthemen werden die Vertiefung der
bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie der Euro sein. Finnland, das
1995 gleichzeitig mit Österreich der EU beitrat, wird auch den Euro
zum selben Zeitpunkt wie Österreich als Landeswährung einführen. ****

Im Hinblick auf den intensiven Außenhandel mit Mittel- und
Osteuropa weisen Finnland und Österreich ebenfalls ähnliche
Strukturen auf. Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und
Finnland gestalten sich durchaus positiv. "Mit einem Anstieg von rund
10 Prozent im Jahr 1997 werden wir bei den Finnland-Lieferungen
voraussichtlich erstmals die Viermilliarden-Marke überschreiten",
berichtet Maderthaner. Neben den intensiven Bemühungen der
österreichischen Außenhandelsstelle in Helsinki, welche die
Wirtschaftskammer Österreich bereits vor 40 Jahren eingerichtet
hatte, spiegelt die Steigerung auch die konjunkturelle Entwicklung in
Finnland wider.

In den letzten Jahren gehörte die finnische Wirtschaft zu den
erfolgreichsten in Europa. In der EU hat nur Irland ein höheres
Wachstum vorzuweisen. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich 1997 um 5,9
Prozent erhöht. Mit einem Budgetdefizit, das im Vorjahr nur 0,9
Prozent des BIP betrug, und einer staatlichen Gesamtverschuldung von
nur 55,8 Prozent, hatte Finnland auch keine ernsthaften Probleme bei
der Erreichung der Maastricht-Kriterien. Nur die Arbeitslosigkeit von
derzeit 14,5 Prozent ist nach Spanien die zweithöchste in der EU.

Die Palette der österreichischen Ausfuhren nach Finnland ist breit
gestreut. Wie überall in Europa dominieren jedoch auch hier
Industriemaschinen und -ausrüstung. Besonders erfreulich sind die
Exportzuwächse auf dem Lebensmittelsektor, die 1997 um etwa 20
Prozent erhöht werden konnten. Damit haben die nach dem EU-Beitritt
einsetzenden hartnäckigen Bemühungen einiger österreichischer Firmen
und der Außenhandelsstelle Helsinki auf diesem Gebiet doch Erfolge
gezeigt.

Die Einfuhren aus Finnland nach Österreich lagen in den letzten
Jahren meist zwischen 4 und 4,7 Mrd Schilling. Von Jänner bis
September 1997 betrugen diese 3,7 Mrd Schilling (+5,2 Prozent).
Weiterverarbeitete Produkte der Forstwirtschaft, wie Holz in
verschiedenster Form, aber vor allem Papier, Pappe und Waren daraus,
sind die traditionell wichtigsten finnischen Waren für den
österreichischen Markt. Kräftig im Zunehmen begriffen sind neuerdings
Lieferungen von Telekommunikationsgeräten und -anlagen.

Fast alle großen internationalen Konzerne Finnlands besitzen
bereits eine Niederlassung in Österreich. Insgesamt gibt es derzeit
etwa zwei Dutzend finnische Tochtergesellschaften in Österreich.
Umgekehrt haben rund zehn österreichische Firmen eine eigene
Niederlassung und weitere 400 Vertretungen in Finnland aufgebaut.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dkfm. Heinrich Baminger

Wirtschaftskammer Österreich
Referat Europa III
Tel. 50105 DW 4209

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