Maderthaner empfängt finnischen Ministerpräsident Lipponen

Ausfuhren nach Finnland 1997 um 10 Prozent gestiegen

PWK - WKÖ-Präsident Leopold Maderthaner trifft heute, Freitag, mit dem finnischen Ministerpräsidenten Paavo Tapio Lipponen im Haus der Wirtschaft zusammen. Gesprächsthemen werden die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie der Euro sein. Finnland, das 1995 gleichzeitig mit Österreich der EU beitrat, wird auch den Euro zum selben Zeitpunkt wie Österreich als Landeswährung einführen. ****

Im Hinblick auf den intensiven Außenhandel mit Mittel- und Osteuropa weisen Finnland und Österreich ebenfalls ähnliche Strukturen auf. Die Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Finnland gestalten sich durchaus positiv. "Mit einem Anstieg von rund 10 Prozent im Jahr 1997 werden wir bei den Finnland-Lieferungen voraussichtlich erstmals die Viermilliarden-Marke überschreiten", berichtet Maderthaner. Neben den intensiven Bemühungen der österreichischen Außenhandelsstelle in Helsinki, welche die Wirtschaftskammer Österreich bereits vor 40 Jahren eingerichtet hatte, spiegelt die Steigerung auch die konjunkturelle Entwicklung in Finnland wider.

In den letzten Jahren gehörte die finnische Wirtschaft zu den erfolgreichsten in Europa. In der EU hat nur Irland ein höheres Wachstum vorzuweisen. Das Bruttoinlandsprodukt hat sich 1997 um 5,9 Prozent erhöht. Mit einem Budgetdefizit, das im Vorjahr nur 0,9 Prozent des BIP betrug, und einer staatlichen Gesamtverschuldung von nur 55,8 Prozent, hatte Finnland auch keine ernsthaften Probleme bei der Erreichung der Maastricht-Kriterien. Nur die Arbeitslosigkeit von derzeit 14,5 Prozent ist nach Spanien die zweithöchste in der EU.

Die Palette der österreichischen Ausfuhren nach Finnland ist breit gestreut. Wie überall in Europa dominieren jedoch auch hier Industriemaschinen und -ausrüstung. Besonders erfreulich sind die Exportzuwächse auf dem Lebensmittelsektor, die 1997 um etwa 20 Prozent erhöht werden konnten. Damit haben die nach dem EU-Beitritt einsetzenden hartnäckigen Bemühungen einiger österreichischer Firmen und der Außenhandelsstelle Helsinki auf diesem Gebiet doch Erfolge gezeigt.

Die Einfuhren aus Finnland nach Österreich lagen in den letzten Jahren meist zwischen 4 und 4,7 Mrd Schilling. Von Jänner bis September 1997 betrugen diese 3,7 Mrd Schilling (+5,2 Prozent). Weiterverarbeitete Produkte der Forstwirtschaft, wie Holz in verschiedenster Form, aber vor allem Papier, Pappe und Waren daraus, sind die traditionell wichtigsten finnischen Waren für den österreichischen Markt. Kräftig im Zunehmen begriffen sind neuerdings Lieferungen von Telekommunikationsgeräten und -anlagen.

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