Aufarbeitung jüngster Zeitgeschichte an der Nordgrenze

Veranstaltungsreihe der VHS Horn zur Lebenseinheit Grenze

St.Pölten (NLK) - Eines "betrüblichen Kapitels" österreichisch-tschechischer Beziehungen hat sich die Volkshochschule Horn angenommen: In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Region Kultur veranstaltet sie von April bis Juni unter dem Titel "Südböhmen - Südmähren - Waldviertel -Weinviertel: Die Zerstörung der Lebenseinheit Grenze 1938 - 1948" eine Reihe von Vorträgen, Workshops und Exkursionen. Dabei handelt es sich um ein bilaterales historisches Forschungsprojekt. Es geht von der These aus, daß "vor dem Eindringen nationalistischen Gedankengutes" Nützlichkeit und althergebrachte Überlieferungen das Miteinander im Dorf bestimmten. Die Grenze zwischen Österreich und Böhmen bzw. Mähren war eine durchlässige Grenze, bei der Nationalität und Staatszugehörigkeit nur geringes Gewicht hatten. Erst das 20. Jahrhundert entfremdete die Grenzbevölkerung, indem der Grenze völlig andere, zur sozialen Orientierung des
Kleinraumes gänzlich unbrauchbare "politische Erklärungsmuster" aufgezwungen wurden. Nationalsozialismus und Kommunismus hatten
für die Grenzregion unheilvolle Folgen. In der Region Retz/Znomjo (Znaim) bzw. Kautzen/Slavonice (Zlabings) wurden Dörfer ausgewählt, in denen das Eindringen des Nationalismus beispielhaft erforscht und nachgezeichnet wurde.

Der Start erfolgt am 15. April in der Volkshochschule Horn. Univ.Prof. Dr. Hanns Haas (Salzburg) referiert über "Die Entwicklung des deutschen und tschechischen Nationalismus" und befaßt sich mit dessen Auswirkungen auf die Grenzregion. Am 16., 17. und 18. April wird archivalischen Quellen in der Lokal- und Regionalgeschichtsforschung nachgegangen. Exkursionen am 16. Mai
und am 6. Juni führen nach Südmähren und Südböhmen.

Anmeldungen für alle Veranstaltungen sind bis Mittwoch, 1.
April, bei der Volkshochschule Horn (02982/20227) möglich.

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Tel.: 02742/200/2312

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