EU-Staaten versagen bei illegalen Gentech-Mais-Importen

Illegaler Gentech-Mais droht in Europas Nahrungsmittelkette zu gelangen

Brüssel/Wien (OTS) - Greenpeace präsentierte heute Untersuchungen, die den Verdacht auf illegale Importe von Gentech-Mais in die EU erhärten. Untersuchungen von Greenpeace ergaben, daß sich in Maislieferungen aus den USA entgegen bisherigen Behördenangaben doch keimfähige Maiskörner befinden können, die gentechnisch verändert wurden. Damit gelangen illegale Gentech-Maispflanzen unkontrolliert auf europäische Äcker und in weiterer Folge in die Nahrungsmittelkette.

"Greenpeace fordert die EU-Behörden und die Mitgliedsstaaten auf, unverzüglich gründliche Kontrollen durchzuführen und bis auf weiteres die Auslieferung von Maisprodukten aus den USA zu unterbinden," erklärte die Gentechnik-Expertin Isabelle Meister für Greenpeace International. "Es ist ein Skandal, daß die EU-Mitgliedsstaaten ihre gesetzlichen Verpflichtungen zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt einfach ignorieren."

In den USA werden mindestens fünf gentechnisch veränderte Maissorten angebaut, die in der Europäischen Union noch nicht zugelassen sind. Diese Sorten werden mit herkömmlichem Mais vermischt und können so ungehindert nach Europa gelangen. Die EU-Staaten haben bislang keine Maßnahmen gegen den illegalen Import von Gentech-Maiskleber ergriffen. Bisherige Begründung: Selbst wenn die Ladung teilweise aus nicht zugelassenem, gentechnisch verändertem Mais bestehe, enthalte Maiskleber als Verarbeitungsprodukt keine keimfähigen Körner mehr und sei damit nicht zulassungspflichtig.

Das Gegenteil ist der Fall: Greenpeace hat im Februar in Amsterdam Proben vom Frachter "Finix" genommen, der 15.000 Tonnen Maiskleber aus den USA an Bord hatte. Das Bremer Institut 'Hanse Analytik' konnte schon in der ersten Stichprobe intakte Maiskörner nachweisen, die im Labor auskeimten und sich damit als lebensfähig erwiesen. Damit ist belegt, daß auch Maiskleber unter die Gentechnikgesetzgebung fällt und bei der Einfuhr nach Deutschland auf illegale Maissorten untersucht werden muß.

In einem Brief an Greenpeace hat auch das zuständige Umwelt-Kommissariat der EU kürzlich betont, daß die EU-Staaten verpflichtet sind, Kontrollen durchzuführen, um illegale Importe zu verhindern. "Die Behörden haben ihre Pflicht aber sträflich vernachlässigt. Wer schützt uns vor genmanipulierten Organismen, wenn nicht einmal die bestehenden Gesetze beachtet werden und illegale Gentech-Pflanzen unkontrolliert ins Land gelangen können?", so Meister weiter.

Weitere Informationen: Isabelle Meister, Greenpeace International, 0041-1-79418-4455 Matthias Schickhofer, Greenpeace Österreich, 0664-3386503 Bettina Tasser, Greenpeace Österreich, 01-7130031-29, 0664-2407075

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