• 20.02.1998, 12:30:31
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  • OTS0135

EU-Staaten versagen bei illegalen Gentech-Mais-Importen

Illegaler Gentech-Mais droht in Europas Nahrungsmittelkette zu gelangen

Brüssel/Wien (OTS) - Greenpeace präsentierte heute Untersuchungen,
die den Verdacht auf illegale Importe von Gentech-Mais in die EU
erhärten. Untersuchungen von Greenpeace ergaben, daß sich in
Maislieferungen aus den USA entgegen bisherigen Behördenangaben doch
keimfähige Maiskörner befinden können, die gentechnisch verändert
wurden. Damit gelangen illegale Gentech-Maispflanzen unkontrolliert
auf europäische Äcker und in weiterer Folge in die
Nahrungsmittelkette.

"Greenpeace fordert die EU-Behörden und die Mitgliedsstaaten auf,
unverzüglich gründliche Kontrollen durchzuführen und bis auf weiteres
die Auslieferung von Maisprodukten aus den USA zu unterbinden,"
erklärte die Gentechnik-Expertin Isabelle Meister für Greenpeace
International. "Es ist ein Skandal, daß die EU-Mitgliedsstaaten ihre
gesetzlichen Verpflichtungen zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt
einfach ignorieren."

In den USA werden mindestens fünf gentechnisch veränderte
Maissorten angebaut, die in der Europäischen Union noch nicht
zugelassen sind. Diese Sorten werden mit herkömmlichem Mais vermischt
und können so ungehindert nach Europa gelangen. Die EU-Staaten haben
bislang keine Maßnahmen gegen den illegalen Import von
Gentech-Maiskleber ergriffen. Bisherige Begründung: Selbst wenn die
Ladung teilweise aus nicht zugelassenem, gentechnisch verändertem
Mais bestehe, enthalte Maiskleber als Verarbeitungsprodukt keine
keimfähigen Körner mehr und sei damit nicht zulassungspflichtig.

Das Gegenteil ist der Fall: Greenpeace hat im Februar in Amsterdam
Proben vom Frachter "Finix" genommen, der 15.000 Tonnen Maiskleber
aus den USA an Bord hatte. Das Bremer Institut 'Hanse Analytik'
konnte schon in der ersten Stichprobe intakte Maiskörner nachweisen,
die im Labor auskeimten und sich damit als lebensfähig erwiesen.
Damit ist belegt, daß auch Maiskleber unter die
Gentechnikgesetzgebung fällt und bei der Einfuhr nach Deutschland auf
illegale Maissorten untersucht werden muß.

In einem Brief an Greenpeace hat auch das zuständige
Umwelt-Kommissariat der EU kürzlich betont, daß die EU-Staaten
verpflichtet sind, Kontrollen durchzuführen, um illegale Importe zu
verhindern. "Die Behörden haben ihre Pflicht aber sträflich
vernachlässigt. Wer schützt uns vor genmanipulierten Organismen, wenn
nicht einmal die bestehenden Gesetze beachtet werden und illegale
Gentech-Pflanzen unkontrolliert ins Land gelangen können?", so
Meister weiter.

Weitere Informationen: Isabelle Meister, Greenpeace International,
0041-1-79418-4455 Matthias Schickhofer, Greenpeace Österreich,
0664-3386503 Bettina Tasser, Greenpeace Österreich, 01-7130031-29,
0664-2407075

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS

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