50 Millionen Schilling warten auf junge Unternehmer

Junge Wirtschaft und Bank Austria stellen Gründerfonds vor - Erste Alternative zum Kredit

Wien (PWK) - Die Bank Austria AG hat sich mit der Jungen
Wirtschaft, der Finanzierungsgarantie Gesellschaft GmbH (FGG) und der Bürges Förderungsbank zu einer Initiative zusammengeschlossen, um Unternehmensgründer bei der Schafffung einer soliden Eigenkapitalbasis zu unterstützen. "Durch den Gründerfonds wird Jungunternehmern durch Beteiligungen erstmals echtes Eigenkapital zur Verfügung gestellt, das die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflussen kann und somit die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in Österreich sichert", erklärte BA-Vorstandsdirektor Franz Zwickel am Donnerstag abend vor Journalisten. Der Gründerfonds ist Teil des Equity Partner Fund und vorerst mit 50 Millionen S dotiert. In Ausarbeitung ist daneben auch ein Gründerinnenfonds, der Frauen den Schritt in die unternehmerische Selbständigkeit erleichtern soll. ****

"Für die Junge Wirtschaft ist eine Gründeroffensive das wichtigste und nachhaltigste Instrument zur Schaffung neuer Arbeitsplätze", stellte Alfons H. Helmel, Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, bei der Präsentation fest. Gerade im Bereiche der boomenden ,immateriellen" Unternehmensgegestände, wie z.B. Softwareentwicklung, sei es für Jungunternehmer oft unmöglich, einen Kredit zu bekommen. "Es gibt nun erstmal eine echte Alternative zum Kredit und damit auch erstmals eine faire Chance, auch ohne Omas Wohnung. Dies ist ein historischer Beitrag zur Beseitigung des Gründungshemmnisses Nummer 1, und zwar der Finanzierungsprobleme bei der Unternehmensgründung", so der JW-Bundesgeschäftsführer.

Risikobeteiligungen waren bis jetzt ab 10 Millionen möglich, Gründer brauchen aber in der Regel 500.000 bis max 3 Millionen Schilling. Dies ist nun "garantiert möglich". Die Zufuhr von Eigenkapital ist daher gerade für Jungunternehmer - in Ergänzung zu den bewährten Finanzierungsinstrumenten wie Kredit, Leasing und Förderungen - der Schlüssel zum dauerhaften Unternehmenserfolg. Mit wenigen Ausnahmen steht der Gründerfonds allen Branchen offen. Besonderes Augenmerk wird auf innovative Ideen/neue Märkte, Wachstumspotential und Ertragsmöglichkeiten gelegt.

Beide Fonds, Gründerfonds und Gründerinnenfonds, bieten eine Stärkung des Eigenkapitals durch echte Schutzbeteiligungen. Eingegangen werden ausschließlich Minderheitsbeteiligungen, wobei Art und Höhe der Beteiligung im Einzelfall festgelegt werden. In die Unternehmensführung - Fehlentwicklungen ausgenommen - soll nicht aktiv eingegriffen werden. Ziel ist es, über den Veräußerungserlös eine möglichst hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erzielen.

Interessenten können sich an die jeweilige Landesstelle der Jungen Wirtschaft wenden.

Bereits im März 1997 präsentierte die Junge Wirtschaft, mit 17.000 Mitgliedern Österreichs größte und überparteiliche Jungunternehmer-Interessenvertretung, ihr umfassendes Konzept für eine österreichische Gründeroffensive. Neben der Durchführung einer bundesweiten Jungunternehmer-Imagekampagne für die Bewerbung der Selbständigkeit und von radikalen bürokratischen Vereinfachungen bei der Betriebsgründung (zentrale Anlaufstelle für Gründer auf Bezirksebene) sieht das JW-Konzept vor allem die Schaffung neuer Risikokapitalinstrumente für junge Unternehmen vor. Damit soll das in Österreich akute Eigenkapitalproblem effektiv gelöst werden. (Schluß) MH

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