Winkler: Außenwirtschaft kann mit 1997 zufrieden sein

Exporte stiegen überdurchschnittlich - Trend zu breiterer regionaler Streuung - Osteuropaexport holt wieder auf

Wien (PWK) - Die überdurchschnittliche Steigerung der österreichischen Exporte im ersten Halbjahr 1997 hat sich in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt, wenn auch in den letzten Monaten eine leichte Verflachung zu bemerken war, erklärte Direktor Egon Winkler von der Wirtschaftskammer Österreich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Das Welthandels-Informationsservice (WHIS) der WKÖ errechnet für 1997 (auf Basis aktueller ÖSTAT-Ziffern und Daten der Außenhandelsstellen) einen Exportzuwachs von 13,5 Prozent auf 695 Mrd S. Die Exportquote ist damit auf 27,8 Prozent des BIP angestiegen. "Österreich hat 1997 im Durchschnitt pro Tag um zwei Mrd. S Waren ins Ausland geliefert", folgert Winkler. ****

Die Importe entwickelten sich 1997 deutlich langsamer als die Exporte: laut WHIS um + 8,2 Prozent auf 771 Mrd S. Das österreichische Handelsbilanzdefizit verringerte sich dadurch um rund 26 Prozent auf 76 Mrd S.

Die Lieferungen in den EU-Binnenmarkt haben 1997 mit plus zehn Prozent (auf 430,7 Mrd S) zwar stärker zugenommen als im Jahr davor, bemerkt Winkler. Dennoch sei der Anteil der EU an unserem Gesamtexport leicht zurückgegangen (auf 62 Prozent). Die Importe aus der EU entwickelten sich wesentlich schwächer (um plus fünf Prozent auf 531 Mrd S). Das Passivum gegenüber der EU ging dadurch fühlbar zurück, was sich entscheidend auf die weltweite österreichische Handelsbilanz auswirkte. Stark ins Gewicht fielen dabei die guten Ergebnisse, die Österreich mit seinen wichtigsten EU-Handelspartnern - Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich - erzielte.

Erstaunlich gut entwickelte sich der Handel mit dem EFTA-Land Schweiz, wohin Österreich 1997 Waren im Wert von 34 Mrd S (um 13 Prozent mehr als 1996) exportierte und gleichzeitig das Handelsbilanzaktivum auf acht Mrd. S erhöhte. (Die Importe aus der Schweiz stiegen um 5 Prozent auf 26 Mrd S an).

Im Gegensatz zu 1996, wo er stagnierte, hat sich der Export nach Mittel- und Osteuropa im Vorjahr wieder kräftig belebt (fast 30-prozentiger Anstieg auf 121 Mrd S). Auffallend ist der Sprung der Ungarn-Exporte um 42 Prozent, durch den unser östliches Nachbarland in der Reihung der Exportmärkte von Platz sechs auf Platz drei vorrückt. Trotz starker Zunahme der Importe aus den MOEL-Ländern (um 20 Prozent auf 85 Mrd S) konnte Österreich 1997 sein Aktivum mit diesem Raum auf 37 Mrd S ausbauen.

Unter den Überseeregionen nimmt Asien trotz geringem Exportzuwachs 1997 (ohne Nahost: + 2 Prozent auf 33,5 Mrd S) nach wie vor den wichtigsten Platz ein. Die Exportentwicklung auf dem Kontinent war uneinheitlich und reichte von beträchlichen Zunahmen (Hongkong, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Vietnam) bis zu empfindlichen Einbrüchen (Thailand, Japan, Indien, Singapur).

Rückfragen & Kontakt:

WKÖ, AW-Abteilung, Tel: 50105/4312Dir.Dr. Egon Winkler

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK