- 19.02.1998, 11:36:06
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Winkler: Außenwirtschaft kann mit 1997 zufrieden sein
Exporte stiegen überdurchschnittlich - Trend zu breiterer regionaler Streuung - Osteuropaexport holt wieder auf
Wien (PWK) - Die überdurchschnittliche Steigerung der
österreichischen Exporte im ersten Halbjahr 1997 hat sich in der
zweiten Jahreshälfte fortgesetzt, wenn auch in den letzten Monaten
eine leichte Verflachung zu bemerken war, erklärte Direktor Egon
Winkler von der Wirtschaftskammer Österreich bei einer
Pressekonferenz am Donnerstag. Das Welthandels-Informationsservice
(WHIS) der WKÖ errechnet für 1997 (auf Basis aktueller ÖSTAT-Ziffern
und Daten der Außenhandelsstellen) einen Exportzuwachs von 13,5
Prozent auf 695 Mrd S. Die Exportquote ist damit auf 27,8 Prozent des
BIP angestiegen. "Österreich hat 1997 im Durchschnitt pro Tag um zwei
Mrd. S Waren ins Ausland geliefert", folgert Winkler. ****
Die Importe entwickelten sich 1997 deutlich langsamer als die
Exporte: laut WHIS um + 8,2 Prozent auf 771 Mrd S. Das
österreichische Handelsbilanzdefizit verringerte sich dadurch um rund
26 Prozent auf 76 Mrd S.
Die Lieferungen in den EU-Binnenmarkt haben 1997 mit plus zehn
Prozent (auf 430,7 Mrd S) zwar stärker zugenommen als im Jahr davor,
bemerkt Winkler. Dennoch sei der Anteil der EU an unserem
Gesamtexport leicht zurückgegangen (auf 62 Prozent). Die Importe aus
der EU entwickelten sich wesentlich schwächer (um plus fünf Prozent
auf 531 Mrd S). Das Passivum gegenüber der EU ging dadurch fühlbar
zurück, was sich entscheidend auf die weltweite österreichische
Handelsbilanz auswirkte. Stark ins Gewicht fielen dabei die guten
Ergebnisse, die Österreich mit seinen wichtigsten EU-Handelspartnern
- Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich - erzielte.
Erstaunlich gut entwickelte sich der Handel mit dem EFTA-Land
Schweiz, wohin Österreich 1997 Waren im Wert von 34 Mrd S (um 13
Prozent mehr als 1996) exportierte und gleichzeitig das
Handelsbilanzaktivum auf acht Mrd. S erhöhte. (Die Importe aus der
Schweiz stiegen um 5 Prozent auf 26 Mrd S an).
Im Gegensatz zu 1996, wo er stagnierte, hat sich der Export nach
Mittel- und Osteuropa im Vorjahr wieder kräftig belebt (fast 30-
prozentiger Anstieg auf 121 Mrd S). Auffallend ist der Sprung der
Ungarn-Exporte um 42 Prozent, durch den unser östliches Nachbarland
in der Reihung der Exportmärkte von Platz sechs auf Platz drei
vorrückt. Trotz starker Zunahme der Importe aus den MOEL-Ländern (um
20 Prozent auf 85 Mrd S) konnte Österreich 1997 sein Aktivum mit
diesem Raum auf 37 Mrd S ausbauen.
Unter den Überseeregionen nimmt Asien trotz geringem Exportzuwachs
1997 (ohne Nahost: + 2 Prozent auf 33,5 Mrd S) nach wie vor den
wichtigsten Platz ein. Die Exportentwicklung auf dem Kontinent war
uneinheitlich und reichte von beträchlichen Zunahmen (Hongkong,
Taiwan, Indonesien, Malaysia, Vietnam) bis zu empfindlichen
Einbrüchen (Thailand, Japan, Indien, Singapur).
Als stabil erwiesen sich die Exporte nach Nordamerika (USA,
Kanada), die um mehr als 28 Prozent zulegten und 30,6 Mrd S
erreichten. In Lateinamerika wurde mit 37,5 Prozent der größte
Exportzuwachs des Jahres 1997 erzielt, wenn auch auf ein relativ
niedriges Niveau von 9,6 Mrd S. Hervorzuheben: die anhaltend hohen
Exportsteigerungen in den größten lateinamerikanischen Markt,
Brasilien (1997: + 32 Prozent).
(Schluß) RL
Rückfragehinweis: Dir.Dr. Egon Winkler
WKÖ, AW-Abteilung, Tel: 50105/4312
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