SP-Politiker Prock geht auf Distanz zu Klestil Vorausmeldung zu NEWS 8/19.2.1998

Der Tiroler SP-Chef: "Mir ist es unmöglich ihn zu wählen"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem heute erscheinenden Nachrichtenmagazin NEWS geht der Tiroler SP-Chef Herbert Prock als erster prominenter SPÖ-Politiker auf deutliche Distanz zu Präsident Thomas Klestil. Prock: "Die Aussage des amtierenden Bundespräsidenten, die er ungefragt über die Regierungsfähigkeit Haiders gemacht hat, macht er mir unmöglich, ihn zu wählen. Wer unaufgefordert Haiders Regierungsfähigkeit attestiert, treibt indirektes Liebeswerben bei jemandem, mit dem ich nichts zu tun haben will. So jemend ist nicht mein Kandidat für die Bundespräsidentenwahl."

Auch Klestils Umgang mit seiner Pensionsregelung hätte nicht "Zur Erhöhung seiner persönlichen Glaubwürdigkeit beigetragen", Prock:
"Wenn ich etwas unterschreibe, dann lese ich mir das genau durch. Jeder Mensch will doch wissen, was mit seinem Geld passiert."

Wie NEWS weiter meldet, hat Bundeskanzler und SP-Vorsitzender Viktor Klima in einer Parteivorstandssitzung am vergangenen Freitag noch einmal die Frage nach einem eigenen SPÖ-Kandidaten gestellt, nachdem in der Sitzung heftige Kritik an Klestil laut geworden war. Besonders der niederösterreichische SP-Chef Ernst Höger hätte scharfe Worte gefunden. Kolportiertes Zitat Högers: "Wielange lassen wir uns von Klestil eigentlich noch auf der Nase herumtanzen ?".

Nachdem allerdings keine geeigente personelle Alternative gefunden wurde, beschloß man über den Inhalt der Sitzung Stillschweigen zu bewahren.

Rückfragehinhweis: NEWS Chefredaktion

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