Prokop: Aufsicht über private Ferienlager verschärfen

Sexualerziehung schon in den Volksschulen

Niederösterreich, 18.2.98 (NÖI) "Die bestürzenden Vorkommnisse in Krumau/Kamp beweisen die Notwendigkeit der Diskussion über sexuelle Gewalt auf breiter Ebene. Mit der vor kurzem ins Leben gerufenen "Plattform gegen sexuelle Gewalt" sind wir in allen Regionen Niederösterreichs aktiv, damit dieses Thema kein Tabu bleibt und eine Aufklärung erfolgt. Über gesetzliche Änderungen zur Verschärfung der Rechtslage wird der NÖ Landtag noch vor dem Sommer beraten", erklärt LH-Stv. Liese Prokop auf die Berichterstattung über den Mißbrauch von Kindern in Niederösterreich und der Steiermark.****

Im letzten Jahrzehnt ist in Niederösterreich kein auch nur annähernd vergleichbarer Fall von sexueller Aggression in Ferienlagern, wie jener in Krumau/Kamp bekannt geworden.

Nach dem NÖ Jugendwohlfahrtsgesetz ist die Abhaltung von Ferienlagern durch private Betreiber ohne Bewilligung möglich,
wenn dieses Ferienlager nicht länger als 3 Wochen dauert. Selbst bei längeren Ferienlagern entfällt die Genehmigungspflicht dann, wenn am Ferienlager nicht mehr als 10 Personen teilnehmen.

Als Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt und zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle wie im Ferienlager Krumau verlangt Liese Prokop:
o Sexualerziehung in den Volksschulen, um Kindern die Scheu davor
zu nehmen, über Sexualität zu reden.
o Die Plattform für sexuelle Gewalt als Ansprechpartner für alle, die von diesem Thema berührt sind.
o Bei der Kripo sollen auch Frauen zum Einsatz kommen, um bei betroffenen Kindern und Frauen die Hemmschwelle im Umgang mit Behörden zu senken.
o Die NÖ Bezirkshauptmannschaften sollen gemeinsam mit den Gemeinden auf Ferienlager bereits ab diesem Sommer ein verstärktes Augenmerk bei der Erfassung und bei der Kontrolle legen.

"Schließlich werden wir auch mit Fachleuten diskutieren, ob
eine Erhöhung der bürokratischen Hürde und eine Verkürzung der Frist für bewilligungsfreie Ferienlager von 3 auf 1 Woche für private Ferienlager sachdienlich und kontrollierbar ist", so
Prokop.

Abschließend sieht Prokop in den aktuellen Vorfällen auch die Forderung der VP Niederösterreich nach einer Verschärfung des gerichtlichen Strafrechtes bei Unzucht mit Minderjährigen bestätigt.

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