- 18.02.1998, 12:01:00
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- OTS0121
Greenpeace warnt: Manipulierte Gene werden von menschlichen Zellen aufgenommen
Deutsche Wissenschaftler bestätigen Greenpeace-Warnungen
Wien (OTS) - Greenpeace sieht seine Warnungen bestätigt: Neue
wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen Forscher Doerfler und
Schubbert über die Aufnahme von DNA in menschliche Zellen durch die
Nahrung bekräftigen die schlimmsten Befürchtungen der
Gentechnik-Kritiker. Greenpeace-Experte Wolfgang Pekny kritisiert
aber, daß die Wissenschaftler aus ihrer Studie die falschen Schlüsse
ziehen: "Anstatt die Grundannahme der Harmlosigkeit von
Genmanipulationen zu überdenken, stellen sie unseriöse Vergleiche an
und versuchen die Gefahren zu verschleiern. Greenpeace sieht
keinerlei Grund zur Abschwächung der Warnungen - im Gegenteil."
Doerfler und Schubbert hatten das Erbgut von Bakteriophagen an
Mäuse verfüttert. Doch entgegen der Annahme, daß die fremde DNA im
Verdauungstrakt der Mäuse abgebaut wird, fanden die Forscher
überraschenderweise diese in den Zellen der Tiere. Dieses
alarmierende Ergebnis zogen sie - in Verdrehung der Tatsachen -
heran, um die Ungefährlichkeit der Gentechnik zu unterstreichen: Mit
der Nahrung werde seit Jahrmillionen fremde DNA in größeren Mengen
als durch Gentech-Produkte aufgenommen. Daher sei Gentechnik im Essen
unbedenklich und nichts besonderes. Außerdem hatten die
Wissenschaftler berechnet, welche Mengen von DNA etwa durch "sexuelle
Aktivitäten" oder durch den Genuß von Früchten aufgenommen werde und
dies mit den in der Gentechnik eingesetzten Mengen von Fremd-DNA
verglichen.
Pekny bezeichnet diesen Vergleich als peinlich und
unwissenschaftlich: "Die Beurteilung von genetischen
Gefährdungspotentialen nach Gramm und Tonnen ist völlig unhaltbar.
Das Betreten eines Waldes, der voll von vielen Tonnen DNA ist, wäre
nach dieser Logik wesentlich riskanter als die Freisetzung von
Gentech-Mais. Der Konsum eines Apfels käme praktisch einem heiklen
gentechnischen Experiment gleich."
Mit dieser haarsträubenden Argumentation sollen offenbar die
tatsächlichen Schlüsse aus den wissenschaftlichen Ergebnissen
vertuscht werden, meint Pekny. Manipulierte DNA werde demnach -
entgegen bisheriger Annahmen - auch in menschlichen Zellen
aufgenommen. Die Folgen für die Gesundheit kann niemand abschätzen.
"Mit Sicherheit ist die Aufnahme von gentechnisch eingepflanzten
Antibiotika-Resistenz-Genen, von Resistenzgenen gegen US-Pestizide
oder von Toxin-Genen aus Bodenbakterien durch den Bt-Mais von
Novartis bisher nicht Teil der ‘normalen’ Ernährung seit Millionen
von Jahren. Die neuen wissenschaftlichen Daten sind also ein weiterer
Grund für gravierende Bedenken," so Pekny abschließend.
Weitere Informationen: Wolfgang Pekny, Greenpeace Österreich,
01-7130031-43 Bettina Tasser, Greenpeace Österreich, 01-7130031-29,
Mobiltel.: 0664-3262555
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