Greenpeace warnt: Manipulierte Gene werden von menschlichen Zellen aufgenommen

Deutsche Wissenschaftler bestätigen Greenpeace-Warnungen

Wien (OTS) - Greenpeace sieht seine Warnungen bestätigt: Neue wissenschaftliche Ergebnisse der deutschen Forscher Doerfler und Schubbert über die Aufnahme von DNA in menschliche Zellen durch die Nahrung bekräftigen die schlimmsten Befürchtungen der Gentechnik-Kritiker. Greenpeace-Experte Wolfgang Pekny kritisiert aber, daß die Wissenschaftler aus ihrer Studie die falschen Schlüsse ziehen: "Anstatt die Grundannahme der Harmlosigkeit von Genmanipulationen zu überdenken, stellen sie unseriöse Vergleiche an und versuchen die Gefahren zu verschleiern. Greenpeace sieht keinerlei Grund zur Abschwächung der Warnungen - im Gegenteil."

Doerfler und Schubbert hatten das Erbgut von Bakteriophagen an Mäuse verfüttert. Doch entgegen der Annahme, daß die fremde DNA im Verdauungstrakt der Mäuse abgebaut wird, fanden die Forscher überraschenderweise diese in den Zellen der Tiere. Dieses alarmierende Ergebnis zogen sie - in Verdrehung der Tatsachen -heran, um die Ungefährlichkeit der Gentechnik zu unterstreichen: Mit der Nahrung werde seit Jahrmillionen fremde DNA in größeren Mengen als durch Gentech-Produkte aufgenommen. Daher sei Gentechnik im Essen unbedenklich und nichts besonderes. Außerdem hatten die Wissenschaftler berechnet, welche Mengen von DNA etwa durch "sexuelle Aktivitäten" oder durch den Genuß von Früchten aufgenommen werde und dies mit den in der Gentechnik eingesetzten Mengen von Fremd-DNA verglichen.

Pekny bezeichnet diesen Vergleich als peinlich und unwissenschaftlich: "Die Beurteilung von genetischen Gefährdungspotentialen nach Gramm und Tonnen ist völlig unhaltbar. Das Betreten eines Waldes, der voll von vielen Tonnen DNA ist, wäre nach dieser Logik wesentlich riskanter als die Freisetzung von Gentech-Mais. Der Konsum eines Apfels käme praktisch einem heiklen gentechnischen Experiment gleich."

Mit dieser haarsträubenden Argumentation sollen offenbar die tatsächlichen Schlüsse aus den wissenschaftlichen Ergebnissen vertuscht werden, meint Pekny. Manipulierte DNA werde demnach -entgegen bisheriger Annahmen - auch in menschlichen Zellen aufgenommen. Die Folgen für die Gesundheit kann niemand abschätzen.

"Mit Sicherheit ist die Aufnahme von gentechnisch eingepflanzten Antibiotika-Resistenz-Genen, von Resistenzgenen gegen US-Pestizide oder von Toxin-Genen aus Bodenbakterien durch den Bt-Mais von Novartis bisher nicht Teil der ‘normalen’ Ernährung seit Millionen von Jahren. Die neuen wissenschaftlichen Daten sind also ein weiterer Grund für gravierende Bedenken," so Pekny abschließend.

Weitere Informationen: Wolfgang Pekny, Greenpeace Österreich, 01-7130031-43 Bettina Tasser, Greenpeace Österreich, 01-7130031-29, Mobiltel.: 0664-3262555

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