Chipkarte erleichtert Zugang zu medizinischen Leistungen

Abschaffung der Krankenscheingebühr ist eine sozialpolitische Frage

Wien (OTS) - "Zwischen der Krankenscheingebühr und der Einführung der Chipkarte besteht aus organisatorischer Sicht kein unmittelbarer Zusammenhang. Die Abschaffung der Krankenscheingebühr ist eine sozialpolitische Frage", erklärt der stellvertretende Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Adolf Mandl.

Über den Fortgang der Gesprächen zwischen der Österreichischen Ärztekammer und dem Hauptverband bezüglich der Einführung der Chipkarte zeigt sich Mandl zufrieden. "Bis Ende des Jahres wird eine Verhandlungslösung angestrebt. Ab dem zweiten Quartal 1999 wird die Chipkarte an ausgewählten Standorten in Betrieb gehen. Ab dem Jahr 2000 ist der flächendeckende Einsatz des 'elektronischen Krankenscheins' geplant.

"Wir verstehen die Sorgen der Ärzte. Es besteht aber kein Anlaß dazu, Schwierigkeiten herbeizureden", reagiert Mandl auf die Befürchtungen des Vizepräsidenten der Wiener Ärztekammer, Dr. Hannes Westermayer. So sei die Gefahr, daß in die Terminals der Ärzte Viren gelangen könnten minimal. "Die Chipkarte wird in einem in sich geschlossenen System verwendet, in dem alle technischen Vorkehrungen gegen die Verbreitung von Viren getroffen werden. Die Chipkarte ist daher genauso wenig Viren-gefährdet wie eine herkömmliche Bankomatkarte", betont Mandl.

Auch die Gefahr einer Leitungsüberlastung beim Abfragen der Chipkarte sieht Mandl nicht. "Die Karte wird zumeist nur ein einziges Mal pro Quartal auf Ihre Anspruchsberechtigung überprüft. Bei weiteren Arztbesuchen innerhalb der Gültigkeitsdauer ist keine weitere on-line Abfrage notwendig", begründet Adolf Mandl. Der von Hannes Westermayer geforderte Ersatzkrankenschein sei bereits als Ausnahmeregelung vorgesehen, wenn ein Patient seine Chipkarte mitzubringen vergißt.

Mandl betonte, daß der Hauptverband der Sozialversicherungsträger kein Interesse daran hat, Ärzte zu 'Bestrafen', die ihre Krankenscheine nicht EDV-gestützt abrechnen wollen. Die Minderkosten der elektronischen Abrechnung würden als Bonifikation an die Ärzte weitergegeben. Zwei bis drei Jahre nach der flächendeckenden Einführung der Chipkarte könnten jedoch Bearbeitungsgebühren anfallen, die jenen Ärzten, welche die elektronische Abrechnung nicht anwenden wollen, auch weiterverrechnet werden müßten.

"Die Chipkarte bringt Vorteile für alle Beteiligten", erklärt Mandl: "Den Versicherten wird der Zugang zu medizinischen Leistungen erleichtert, die Dienstgeber von der Ausgabe der Krankenscheine entlastet und den Ärzten die Administration erleichtert".

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Mag. Andrea Rogy, Tel. 01/71132-1123

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