• 16.02.1998, 12:37:58
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  • OTS0118

Schwedenkrone gibt trotz Hochkonjunktur wieder nach

Euroabstinenz wirkt sich auf Währung aus - Handelsdelegierter empfiehlt Fakturierung in Schilling

Wien (PWK) - Obwohl in Schweden derzeit Hochkonjunktur herrscht,
müssen die österreichischen Lieferanten damit rechnen, daß der Markt
schwieriger wird, meldet Handelsdelegierter Heinz Wimpissinger aus
Stockholm. Die Schwedenkrone gibt wieder nach: seit Anfang 1998 hat
sie gegenüber dem Schilling um rund drei Prozent ihres Wertes
verloren. Bisher hätten sich noch keine direkten Auswirkungen auf den
österreichisch-schwedischen Handel gezeigt, vorzugsweise Faturierung
in Schilling sei aber zu empfehlen. ****

Von 1992 bis 1995 hatte die schwedische Währung um fast ein
Drittel gegenüber dem Schilling abgewertet, was dann aber wieder um
rund 20 Prozent wettgemacht wurde.

Abgesehen von der Währungssituation bietet der schwedische Markt
aufgrund des günstigen Wirtschaftsklimas sehr gute Möglichkeiten,
betont Wimpissinger. Sowohl für Investitionsgüter als auch für
Konsumwaren herrsche rege Nachfrage, wovon österreichische
Lieferanten auch deutlich profitieren.

Im Dreivierteljahr 1997 sind die österreichischen Lieferungen nach
Schweden um fast 10 Prozent auf 6 Mrd. Schilling angestiegen. Die
Importe gingen in diesem Zeitraum allerdings zurück (um 5,7 Prozent
auf 8,2 Mrd. Schilling). Schweden ist Österreichs mit Abstand
wichtigster Handelspartner in Nordeuropa. Im Jahr 1996 wies die
österreichische Handelsbilanz mit Schweden acht Mrd. Schilling bei
den Exporten und elf Mrd. Schilliung bei den Importen aus.

Der Grund für die schwedische Währungsschwäche liegt Wimpissinger
zufolge ausschließlich in der "Euroabstinenz" des skandinavischen EU-
Mitglieds. Schweden habe die Maastricht-Kriterien erfüllt, wolle aber
wegen der Eurogegnerschaft eines Großteils der Bevölkerung nicht an
der ersten Gruppe der Euro-Länder teilnehmen. Das habe bei vielen
Unternehmen, inbsondere bei den stark internationalisierten
Großkonzernen zu einer "Flucht aus der Krone" geführt. Die eng mit
der EU verflochtene schwedische Wirtschaft sei sehr am EU-Anschluß
interessiert.
(Schluß) RL
Rückfragehinweis: Dkfm. Baminger

WKÖ,AW-Abteilung,
Tel:50105/DW 4200

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