Strikte Überparteilichkeit und Unabhängigkeit müssen Grundprinzipien der Umweltbewegung bleiben

Wien (OTS) - Die Grundprinzipien der Umweltbewegung -unbestechlicher, konsequenter Einsatz für die Umwelt auf der Basis strikter Überparteilichkeit und Unabhängigkeit - dürfen nicht angetastet werden, erklärten die Umweltschutzorganisationen WWF, GLOBAL 2000 und Greenpeace anläßlich der aktuellen Debatte über Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der ARGE Umwelterziehung an die ÖGNU. Sie wenden sich auch dezitiert gegen Pläne des ÖGNU-Präsidenten Mag. Gerhard Heilingbrunner zur Gründung einer aus Steuermitteln finanzierten Umweltkammer. Eine solche Umweltkammer führt zu einer Spaltung der Umweltbewegung in Organisationen die sich den Mächtigen anbiedern und Kompromisse auf Kosten der Umwelt schließen und anderen die konsequent für den Umweltschutz eintreten, aber immer mehr an den Rand gedrängt werden, erklärte Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des WWF.

Für Mag. Alexander Egit, Sprecher von Greenpeace Österreich, wäre dieser Verlust der Vielfalt eine enorme Gefahr: Es wäre katastrophal für Österreichs Umweltschutzbewegung, wenn nur mehr quasi-staatliche Umweltkammerfunktionäre Umweltinteressen vertreten . Für GLOBAL 2000-Sprecher Mag. Lothar Lockl ist es hoch an der Zeit, daß Umweltminister Dr. Martin Bartenstein zu den Vorgängen klare Worte findet: Solange Bartenstein sich zu diesen Entwicklungen nicht eindeutig äußert, bleibt ein Schatten einer Mitverantwortung über ihm hängen.

Nachdem der ehemalige Sekretär der ÖVP-Umweltministerin Heilingbrunner 1993 die ÖGNU-Präsidentschaft übernommen hat, hat er ein zu hundert Prozent vom Umweltministerium finanziertes Konzept Entwurf für ein Bundesgesetz über die Schaffung eines Dachverbandes für Umwelt- und Naturschutzorganisationen als Körperschaft öffentlichen Rechts vorgelegt und damit die Einrichtung einer Umweltkammer als zentrale Zielsetzung der ÖGNU verankert. In dieser Umweltkammer sollten nach der Vorstellungen Heilingbrunners auch parteinahe ÖGNU-Mitglieder wie das Ökosoziale Forum unter dem ÖVP-Obmann a.D Dr. Josef Riegler oder Landnutzer-Interessens-vertretungen wie der Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, der Österreichische Forstverein, der Arbeiter-Fischereiverein oder die Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände vertreten sein. Angesichts dieser Tendenzen gründeten der aus der ÖGNU ausgetretene WWF und der VCÖ, gemeinsam mit Greenpeace, GLOBAL 2000, Vier Pfoten und dem Forum österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz als Koordinationsstelle das ÖKO-BÜRO. Angesichts dieser Entwicklung setzte Heilingbrunner 1996 eine Umbenennung der ÖGNU in Umweltdachverband durch. Dieser Etikettenschwindel sollte ihn seinem Ziel einer Umweltkammer mit Alleinvertretungsanspruch näher bringen.

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