Klare Mehrheit der Architekten für Autonomie in der Kammer

Hohe beteiligung bei Urabstimmung - Bekenntnis zur gemeinsamen Berufsvertretung mit Ingenieurkonsulenten

Wien (ots) - Mehr als die Hälfte aller Architekten (56
Prozent von 2804) haben an einer österreichweiten
Urabstimmung teilgenommen. Dabei sollten sie über die
künftige Form der von ihnen gewünschten Berufsvertretung entscheiden.
Fast zwei Drittel (62 %) haben sich für ein Modell
ausgesprochen, daß Architekten sowie auch den bisher schon
mit ihnen verbundenen Ingenieurkonsulenten mehr Autonomie
einräumt ("Zwei-Säulenmodell"). 42 Prozent sind im Fall einer Ablehnung dieser Reform für die Gründung einer eigenen
Kammer.
"Das ist ein Rückenstärkung für uns", erklärte Architekten-Vorsitzender Peter Scheifinger. "Das Ergebnis ist genau unser Wunschresultat". Die Architektenvertretung sei schon bisher
immer gegen die Spaltung der gemeinsamen Kammer mit den Ingenieurkonsulenten eingetreten. "Die eigene Kammer war
immer nur der letzte Ausweg".
Dafür habe man aber umso mehr eine klare Autonomie gewollt.
Der Auftrag der Wähler sei daher unmißverständlich: "Die Autonomie ist umgehend zu realisieren", erklärte Scheifinger.
Nur Architekten können Architekten vertreten, lautet nun das
Motto des Wählerauftrags. Das gelte vor allem für die Auftragsvergabe, Berufsausbildung, das Wettbewerbswesen, Honorarfragen und die gesamte Standespolitik. Gemeinsam soll weiterhin der Verwaltungsapparat der bisherigen Kammer von
beiden Berufsgruppen (Architekten und Ingenieurkonsulenten)
genutzt werden.
Die Architekten werden daher gemeinsam mit den schon bisher reformorientierten Ingenieurkonsulenten rund um Bundeskammerpräsident Ortfried Friedreich am nächsten
Kammertag im März eine Mehrheit der Vernunft suchen. Diese bestünde auch schon in der größten Länderkammer Wien, Niederösterreich und Burgenland unter Georg Baldass.
Lediglich von seiten der Spitzenfunktionäre in Linz,
Innsbruck und Graz habe man die bisher schon längst fällige
Reform gebremst. Sollte das eindeutige Votum der
Architektenbasis auch diesmal von den Beharrungskräften
mißachtet werden, arbeiten diese auf eine Kammerspaltung hin.
Ein Weg, den die Architekten weiterhin vermeiden wollen.

Das Ergebnis der "Urabstimmung Architektenautonomie" im
Detail:
Wahlberechtigte: 2804
Abgegebene Stimmen: 1575 (56,17%)
Gültig: 1559
Die Fragestellungen lauteten:

1. Die Kammerreform (das "Zwei-Säulenmodell") muß umgesetzt
werden
JA: 62,21% (970 Stimmen)
NEIN: 36,31% (566)
(1,48% od. 23 Personen haben nur Frage 2 beantwortet)

2. Ich bin für eine eigene Architektenkammer, wenn die
Umsetzung der Kammerreform (des "Zwei-Säulenmodells")
weiterhin verhindert wird.
JA: 41,63% (649 Stimmen)
NEIN: 56,07% (874)
(2,3% od. 36 Stimmberechtigte haben nur Frage 1 beantwortet.)

Rückfragen & Kontakt:

Paul Vecsei
Pressesprecher der Bundeskammer der
Architekten und Ingenieurkonsulenten
01/503-44-00

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BIK/OTS