- 05.02.1998, 12:40:49
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Maderthaner: Gesunde Volkswirtschaft sichert sozialen Schutz
Finanzierung des Sozialsystems möglichst bald lösen! Niedrigere Lohnnebenkosten müssen kein Widerspruch sein
Wien (PWK) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich,
Leopold Maderthaner, bekannte sich heute, Donnerstag, im Rahmen des
Besuches von EU-Sozialkommissär Padraig Flynn im Haus der Wirtschaft,
zu umfassendem sozialen Schutz, "da dieser für ein reibungsloses
Zusammenwirken von Arbeit und Kapital unabdingbar ist".
Funktionierender Sozialschutz kann aber nur auf der Basis einer
gesunden Volkswirtschaft gesichert werden. "Das heißt durch Betriebe,
die sich im internationalen Wettbewerb behaupten können und deren
Arbeitnehmer, denen faire Arbeitsbedingungen geboten werden". ****
Österreich hat im vergangenen Jahr die Frage der Finanzierung der
Alterssicherung besonders beschäftigt und es verwundert auch nicht,
daß die Europäische Kommission diesem Thema besonderes Augenmerk
schenkt. "Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, des
internationalen Wettbewerbs und der zunehmenden Arbeitslosigkeit
wird die Sorge um eine künftige Finanzierbarkeit zum konkreten
Problem", erklärte Maderthaner. Zu einem Problem, das nur durch
wettbewerbsfähige Unternehmen, die für eine nachhaltige
Beschäftigungsentwicklung sorgen können, gelöst werden kann.
Unter diesem Aspekt kommt den Beiträgen zur Finanzierung der
sozialen Sicherheit und damit den Lohnnebenkosten, besondere
Bedeutung zu, führte Maderthaner aus: "Je niedriger diese sind, desto
höher der Anreiz für Unternehmer, zusätzliche Arbeitnehmer zu
beschäftigen. Eine Korrektur der Lohnnebenkosten und die
Aufrechterhaltung eines angemessenen Sozialschutzniveaus muß kein
Widerspruch sein, wenn notwendige und sozial verträgliche Korrekturen
bei den Leistungen vorgenommen werden".
Maderthaner zeigte sich überzeugt, daß im Vorjahr in Österreich
zur Absicherung des Sozialsystems nicht nur erste konkrete sondern
letztendlich auch erfolgreiche Schritte gesetzt wurden. "Um weitere
konkrete Maßnahmen werden wir aber nicht herumkommen, wenn wir unser
hohes Leistungsniveau auch für zukünftige Generationen sicherstellen
wollen", stellte Maderthaner klar. Was für die Finanzierung der
Alterssicherung gilt, gilt selbstverständlich auch für alle anderen
Bereiche des Sozialschutzes: "Die Finanzierungsprobleme müssen
möglichst bald erkannt und auch wirksam gelöst werden. Nachträgliche
oder verspätete 'Reparaturen' kommen immer wesentlich teurer als
rechtzeitige Vorsorgemaßnahmen", betonte der Präsident.
Dem Ziel, nachhaltig finanzierbare soziale Sicherheit bei
gleichzeitigem Erhalt oder sogar Verbesserung der
Wettbewerbsfähigkeit, muß man sich gemeinsam nähern - auf Ebene der
Sozialpartner und auf Ebene der Europäischen Union. "Wir bekennen uns
zu den Prinzipien des europäischen sozialen Dialogs, drängen aber
darauf, daß an diesem sozialen Dialog alle repräsentativen
europäischen Organisationen vertreten sind", so Maderthaner.
Bislang fehlte in der Diskussion allerdings noch ein wichtiges
Thema: Die Schwarzarbeit, wodurch den Unternehmen Aufträge, den
Arbeitnehmern der volle Schutz des Sozialsystems, den Systemen
soziale Sicherheit und dem Fiskus beachtliche Beiträge entgehen. Die
Zukunft des Sozialschutzes kann ohne Behandlung des Schwarzarbeit-
Problems nicht erschöpfend diskutiert werden, schloß der Präsident.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Helmut Voska
Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
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