Maderthaner: Gesunde Volkswirtschaft sichert sozialen Schutz

Finanzierung des Sozialsystems möglichst bald lösen! Niedrigere Lohnnebenkosten müssen kein Widerspruch sein

Wien (PWK) - Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Leopold Maderthaner, bekannte sich heute, Donnerstag, im Rahmen des Besuches von EU-Sozialkommissär Padraig Flynn im Haus der Wirtschaft, zu umfassendem sozialen Schutz, "da dieser für ein reibungsloses Zusammenwirken von Arbeit und Kapital unabdingbar ist". Funktionierender Sozialschutz kann aber nur auf der Basis einer gesunden Volkswirtschaft gesichert werden. "Das heißt durch Betriebe, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten können und deren Arbeitnehmer, denen faire Arbeitsbedingungen geboten werden". ****

Österreich hat im vergangenen Jahr die Frage der Finanzierung der Alterssicherung besonders beschäftigt und es verwundert auch nicht, daß die Europäische Kommission diesem Thema besonderes Augenmerk schenkt. "Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, des internationalen Wettbewerbs und der zunehmenden Arbeitslosigkeit wird die Sorge um eine künftige Finanzierbarkeit zum konkreten Problem", erklärte Maderthaner. Zu einem Problem, das nur durch wettbewerbsfähige Unternehmen, die für eine nachhaltige Beschäftigungsentwicklung sorgen können, gelöst werden kann.

Unter diesem Aspekt kommt den Beiträgen zur Finanzierung der sozialen Sicherheit und damit den Lohnnebenkosten, besondere Bedeutung zu, führte Maderthaner aus: "Je niedriger diese sind, desto höher der Anreiz für Unternehmer, zusätzliche Arbeitnehmer zu beschäftigen. Eine Korrektur der Lohnnebenkosten und die Aufrechterhaltung eines angemessenen Sozialschutzniveaus muß kein Widerspruch sein, wenn notwendige und sozial verträgliche Korrekturen bei den Leistungen vorgenommen werden".

Maderthaner zeigte sich überzeugt, daß im Vorjahr in Österreich zur Absicherung des Sozialsystems nicht nur erste konkrete sondern letztendlich auch erfolgreiche Schritte gesetzt wurden. "Um weitere konkrete Maßnahmen werden wir aber nicht herumkommen, wenn wir unser hohes Leistungsniveau auch für zukünftige Generationen sicherstellen wollen", stellte Maderthaner klar. Was für die Finanzierung der Alterssicherung gilt, gilt selbstverständlich auch für alle anderen Bereiche des Sozialschutzes: "Die Finanzierungsprobleme müssen möglichst bald erkannt und auch wirksam gelöst werden. Nachträgliche oder verspätete 'Reparaturen' kommen immer wesentlich teurer als rechtzeitige Vorsorgemaßnahmen", betonte der Präsident.

Dem Ziel, nachhaltig finanzierbare soziale Sicherheit bei gleichzeitigem Erhalt oder sogar Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, muß man sich gemeinsam nähern - auf Ebene der Sozialpartner und auf Ebene der Europäischen Union. "Wir bekennen uns zu den Prinzipien des europäischen sozialen Dialogs, drängen aber darauf, daß an diesem sozialen Dialog alle repräsentativen europäischen Organisationen vertreten sind", so Maderthaner.

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