Innenministerium: Sika verlängert um ein Jahr

Interview zur Brifbombe "nicht zu widerlegbarer Sachbeweis" Vorausmeldung zu News Nr. 6/98

Wien (OTS) - Wie die morgen Donnerstag erscheinende Ausgabe News berichtet, wird der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Michael Sika um ein Jahr länger im Amt bleiben als geplant. Sika wird am 2. Juni 65 Jahre alt, um seine Nachfolge gab es zuletzt immer wieder Spekulationen. Nun steht definitiv fest, daß Sika ein weiteres Jahr im Amt bleibt.

In einem Interview mit News nimmt Sika auch zur Briefbomben-Causa Stellung. Darin meint Sika zur Beweislage gegen den Verdächtigen Franz Fuchs: "Ein Mensch wie Fuchs, der in seinen Einvernahmen Bomben mit derartiger Präzision und mit unveröffentlichten Details beschrieben hat, muß als Urheber dieses Werkes angesehen werden. Zumindest aber als Mittäter. Es ist absolut unmöglich, daß jemand, der damit nichts zu tun hat, über derart viele Fakten Bescheid weiß."

Überdies sei auch das Wasser im Gipssockel der Oberwarter Bombe "aus einem ganz bestimmten Raum der Fuchs-Wohnung in Gralla gekommen. Wasser mit diesem von den Gutachtern erhobenen Tritiumwert kommt nicht einmal in den gleich daneben liegenden Räumen der Fuchs-Eltern vor."

Sika zur Wasser-Analyse: "Das ist ein unwiderlegbares, aber eindeutiges Indiz." Ich meine sogar: "Das ist ein nicht zu widerlegender Sachbeweis."

Zum historischen Wissen von Fuchs sagt Sika: "Seine Aussagen spiegeln ein ganz profundes geschichtliches Wissen über die Hintergründe dieser Briefe wider. Er hält darüber stundenlange Vorträge. Und gelegentlich verplappert er sich auch. Manchmal bezeichnet er sich nur als niederrangiges Mitglied der BBA, aber manchmal tut er so, als sei er die BBA selbst." Außerdem so Sika: "Er kennt alle Bombendetails - auch jene die nie irgendwo veröffentlicht waren. Dieses Wissen kann nur jemand haben, der die Bomben von A bis Z selber gebaut, zumindest aber an deren Bau mitgewirkt hat."

Schließlich sagt der oberste Fahnder es gäbe "keine gutachterlichen Erkenntnisse, die Fuchs entlasten würden. Alle Gutachten belasten ihn enorm - Psychiater oder Kryptologe." An einer Schlußanzeige für die Staatsanwaltschft werde gearbeitet.

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