- 04.02.1998, 13:55:38
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Innenministerium: Sika verlängert um ein Jahr
Interview zur Brifbombe "nicht zu widerlegbarer Sachbeweis" Vorausmeldung zu News Nr. 6/98
Wien (OTS) - Wie die morgen Donnerstag erscheinende Ausgabe News
berichtet, wird der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit
Michael Sika um ein Jahr länger im Amt bleiben als geplant. Sika wird
am 2. Juni 65 Jahre alt, um seine Nachfolge gab es zuletzt immer
wieder Spekulationen. Nun steht definitiv fest, daß Sika ein weiteres
Jahr im Amt bleibt.
In einem Interview mit News nimmt Sika auch zur Briefbomben-Causa
Stellung. Darin meint Sika zur Beweislage gegen den Verdächtigen
Franz Fuchs: "Ein Mensch wie Fuchs, der in seinen Einvernahmen Bomben
mit derartiger Präzision und mit unveröffentlichten Details
beschrieben hat, muß als Urheber dieses Werkes angesehen werden.
Zumindest aber als Mittäter. Es ist absolut unmöglich, daß jemand,
der damit nichts zu tun hat, über derart viele Fakten Bescheid weiß."
Überdies sei auch das Wasser im Gipssockel der Oberwarter Bombe
"aus einem ganz bestimmten Raum der Fuchs-Wohnung in Gralla gekommen.
Wasser mit diesem von den Gutachtern erhobenen Tritiumwert kommt
nicht einmal in den gleich daneben liegenden Räumen der Fuchs-Eltern
vor."
Sika zur Wasser-Analyse: "Das ist ein unwiderlegbares, aber
eindeutiges Indiz." Ich meine sogar: "Das ist ein nicht zu
widerlegender Sachbeweis."
Zum historischen Wissen von Fuchs sagt Sika: "Seine Aussagen
spiegeln ein ganz profundes geschichtliches Wissen über die
Hintergründe dieser Briefe wider. Er hält darüber stundenlange
Vorträge. Und gelegentlich verplappert er sich auch. Manchmal
bezeichnet er sich nur als niederrangiges Mitglied der BBA, aber
manchmal tut er so, als sei er die BBA selbst." Außerdem so Sika: "Er
kennt alle Bombendetails - auch jene die nie irgendwo veröffentlicht
waren. Dieses Wissen kann nur jemand haben, der die Bomben von A bis
Z selber gebaut, zumindest aber an deren Bau mitgewirkt hat."
Schließlich sagt der oberste Fahnder es gäbe "keine
gutachterlichen Erkenntnisse, die Fuchs entlasten würden. Alle
Gutachten belasten ihn enorm - Psychiater oder Kryptologe." An einer
Schlußanzeige für die Staatsanwaltschft werde gearbeitet.
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