FCG-Neugebauer: Für Gewerkschaften kann es kein Rütteln an der Mehrkindstaffel geben!

FCG an der Seite der sozial Schwachen! Wien (OTS) - "Der Platz der Gewerkschaften war immer an der Seite der sozial Schwachen", sagte heute FCG-Vorsitzender und ÖGB-Vizepräsident Fritz Neugebauer, "also muß er auch an der Seite der Mehrkindfamilien sein." Für ihn als christlichen Gewerkschafter kann es daher kein Rütteln an der Mehrkinderstaffel geben. Er sei sich sicher, daß auch ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch aus seiner sozialen Verantwortung heraus in dieser Frage nicht anders denken könne. Daher lade er den ÖGB-Präsidenten ein, mit der FCG gemeinsam dieser Überzeugung auch öffentlich Ausdruck zu verleihen.

Neugebauer verwies auf den von der überzeugten Gewerkschafterin Sozialministerin Lore Hostasch herausgegeben "Bericht zur sozialen Lage". Dort wird die Tatsache, mehrere Kinder zu haben, ausdrücklich als Grund genannt, daß Familien zu verarmen drohen. 152.000 Kinder leben demnach in Österreich bereits in Armut, über zwei Drittel davon kommen aus Haushalten mit zwei und mehr Kindern.

Nahezu 80% aller am Rand der breiten Wohlstandsgesellschaft lebenden Menschen in Österreich stammen aus Arbeitnehmerhaushalten. Mehr als ein Drittel davon sind Kinder. "Es ist daher absurd, gerade hier den Rotstift ansetzen und die Mehrkinderstaffel streichen zu wollen, " so Neugebauer. Ein Streichen der Mehrkinderstaffel hieße letzlich nichts anderes, es den Familien gleich unmöglich zu machen, mehrere Kinder zu haben oder die Mehrkindfamilien sehenden Auges in die Verschuldung und an den äußeren Rand des Wohlstands zu treiben. "Wer auch nur ein Minimum an sozialer Verantwortung im Herzen trägt, kann solche Vorschläge nicht ernst nehmen, vom Mittun ganz zu schweigen", sagte der ÖGB-Vizepräsident. Die Erhöhung der Familienbeihilfe sei richtig und wichtig, könne allein aber nicht ausreichen, um die notwendige Entlastung der Familien zu erreichen. Vielmehr forderte Neugebauer für jedes Kind ein steuerfreies Existenzminimum, das über Absetzbeträge erreicht werden kann. Wer zu wenig verdient, um diese Absetzbeträge ausschöpfen zu können, müsse die Differenz in Form einer sogenannten Negativsteuer bar ausbezahlt bekommen.

Rückfragehinweis: FCG

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