Honorare für Masseverwalter: Wirtschaft für mehr Transparenz

Wirtschaftskammer Österreich begrüßt Reformvorstoß von Justizminister Nikolaus Michalek

Wien (PWK) - Die Wirtschaftskammer Österreich begrüßt die Ankündigung von Justizminister Nikolaus Michalek, das Entlohnungssystem für Masse- und Ausgleichsverwalter in Österreich zu reformieren. Bis Sommer soll ein Verordnungsentwurf vorliegen. Damit wird ein Wunsch der Wirtschaftskammer Österreich in die Tat umgesetzt. ****

Derzeit sind die Honorare für diese Berufsgruppen landesweit höchst unterschiedlich geregelt. Neben Honoraren auf Basis von (unterschiedlichen) Prozentsätzen finden sich auch Kombinationen von fixen Schillingbeträgen plus prozentueller Steigerungen.

Hanspeter Hanreich, Leiter der Rechtspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich: "Da ist über die Jahre ein Wildwuchs entstanden, den kaum noch jemand überblickt. Unser Ziel bei einer Neugestaltung des Entlohnungssystems für Masseverwalter ist: Ein Masseverwalter soll erfolgsorientiert und marktmäßig entlohnt werden. Seine Entlohnung muß transparent und überprüfbar sein. Und es muß die Stellung der Gläubiger bzw. des Gläubigerausschusses verstärkt werden."

Da die Gerichte die Höhe der Entlohnung des Masseverwalters hoheitlich bestimmen, sollte aus Sicht der Wirtschaftskammer Österreich den Richtern ein bundeseinheitlicher Rahmen für die Bemessung der Entlohnung vorgegeben werden.

Konkret könnte sich Hanreich ein Honorarsystem vorstellen, welches das Entgelt nach einem Bausteinsystem bestimmt. Neben einem Basisbetrag, der etwa mindestens 15.000 Schilling oder einen bestimmten Prozentsatz vom zu verteilenden Erlös beträgt, könnte etwa bei einer Unternehmensfortführung eine bestimmte Prämie als Unternehmerlohn dazukommen. Zusätzlich könnte auch eventuell eine mit dem Gläubigerausschuß vereinbarte Erfolgsprämie bezahlt werden; etwa beim Verkauf spezieller Betriebsanlagen, bei der Restverwertung oder bei Grundstückverkäufen. Hanreich: "Hier gilt ein einfaches Prinzip. Je erfolgreicher ein Masseverwalter im Sinn der Gläubiger handelt, desto höher die Erfolgsprämie." Eine ähnliche Kombination von Basisbetrag plus Zusatzprämie wäre auch für den Ausgleichsverwalter zu schaffen.

Bei einer Neuregelung der Honorarsysteme wären aber aus Sicht der Wirtschaftskammer auch andere Probleme zu berücksichtigen: Die Verrechnung von Wirtschaftstreuhänder-Kosten (Status, Bilanzen etc.); Welche Kosten für juristische Dienstleistungen werden verrechnet und wer trägt sie; Wer übernimmt die Kosten für Versteigerungshäuser oder Makler?

(Schluß) RH

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