- 15.01.1998, 09:20:56
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Wirtschaftskammer Salzburg zieht positive Lehrlingsbilanz für das Jahr1997: Wieder Zuwachs bei Einsteigern in die duale Ausbildung=
Salzburg (OTS) - Salzburgs Unternehmer bieten den Salzburger
Jugendlichen weiterhin einen optimalen Start in die Berufskarriere.
Das beweist die aktuelle Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer
Salzburg für das Jahr 1997. Trotz widriger Rahmenbedingungen haben
die Betriebe der dualen Ausbildung die Treue gehalten und mehr neue
Lehrverträge als im Vorjahr abgeschlossen. Dies schlägt sich in einem
beachtlichen Plus von 3,1% mehr an Lehrlingen im ersten Lehrjahr
nieder. Konstant ist die Zahl der Lehrbetriebe geblieben, das heißt:
die Befürchtungen, daß im vergangenen Jahr viele Lehrbetriebe die
Lehrlingsausbildung einstellten, sind nicht eingetreten.
"Damit haben die Salzburger Lehrbetriebe mit ihrer deutlichen
Ausbildungsbereitschaft erneut Verantwortung für die Jugend gezeigt",
freut sich Wirtschaftskammerpräsident Dr. Günter Puttinger über die
positive Lehrlingsbilanz. Daß es wieder mehr Lehrlinge im ersten
Lehrjahr gibt, zeigt laut Dr. Puttinger auch, daß sich die
Lehrbetriebe von den zahlreichen Versuchen, die Lehrlingsausbildung
im Betrieb zu untergraben, nicht beirren lassen. Von mangelndem
Interessean der Lehre, das der Wirtschaft vielfach noch im Frühjahr
1997 unterstellt worden war, könne angesichts der positiven Daten
keine Rede sein, stellte Puttinger klar.
Gewerbe und Handwerk nach wie vor Lehrlingsausbilder Nummer Eins im
Bundesland Salzburg
Noch immer ist das Bundesland Salzburg führend, was den Anteil der
Jugendlichen an den Schulabgängern betrifft, die eine Lehre beginnen.
Die Quote der Lehrstelleneintritte in Relation zum Geburtsjahr weist
wieder einen Anteil von 48,7% auf (plus 0,6 Prozentpunkte), d. h.
fast die Hälfte eines Jahrgangs wählt einen Lehrberuf. Ein Blick auf
die einzelnen Wirtschaftssparten zeigt, daß alle Bereiche außer dem
Gewerbe, einen Zuwachs an Lehranfängern zu verzeichnen hatten.
Gewerbe und Handwerk sind aber immer noch mit einem Anteil von 49,7%
an Lehranfängern der Lehrausbilder Nummer Eins im Bundesland
Salzburg.
Wenngleich die Lehreintritte in das 1. Lehrjahr zugenommen haben, muß
doch bei der Gesamtzahl der Lehrlinge im Bundesland Salzburg über
alle vier Lehrjahre ein geringfügiger Rückgang von 89 Lehrlingen oder
0,9% angemerkt werden. Dafür sind laut Lehrlingsstelle der WK
Salzburgvor allem zwei Gründe ausschlaggebend, die jedoch nichts mit
der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu tun haben. Zum einen war
1994 die Zahl der Lehranfänger stark rückläufig, was sich jetzt in
der Gesamtzahl der Lehrlinge niederschlägt, zum anderen ging auch die
Zahljener Lehranfänger zurück, die aus weiterführenden Schulen gleich
in das zweite und dritte Lehrjahr einsteigen. Allerdings ist
zuerwarten, daß ab 1998 auch die Gesamtzahl der Lehrlinge wieder
steigen wird.
Strafsteuer und Berufsfachschule machen in Wirklichkeit der Lehre den
Garaus
"Die Wirtschaftskammer Salzburg wird auch heuer alles daran setzen,
den Klein- und Mittelbetrieben, die sich auch im Vorjahr als Träger
der Lehrlingsausbildung bestens bewährt haben, mehr Freiraum für die
Lehre zu geben. Die zahlreichen lehrausbildenden Betriebe in Salzburg
und Österreich dürfen sich zurecht erwarten, daß ihre Anliegen
endlich verwirklicht werden", stellte Dr. Puttinger fest. Auf keinen
Fall zielführend sind die Vorschläge von ÖGB und AK,
Berufsfachschulen einzuführen, stellte Dr. Puttinger mit allem
Nachdruck fest. "Damit wird nur die bewährte Lehre weiter vom Betrieb
und damit von der wirtschaftlichen Praxis weggeführt, verschult und
hinterrücks verstaatlicht. Gewerkschaften und Arbeiterkammer sollten
endlich aufhören, die Lehrlingsausbildung zu torpedieren",
forderteder Salzburger Wirtschaftskammerpräsident.
Ebenso abgelehnt wird von Puttinger eine Ausbildungsabgabe für
Betriebe, die selbst nicht ausbilden. Diese Strafsteuer führt nur zu
noch mehr Verteilungsbürokratie, schafft Ungerechtigkeiten und
vernichtet in Wahrheit Lehrplätze. Niemand wird mehr Lehrstellen
schaffen, nur weil man sonst eine Abgabe zu bezahlen hätte. "Wir
müssen in Österreich endlich den anderen Weg gehen", erklärte der
Wirtschaftskammerpräsident, "statt zu strafen brauchen die
Lehrbetriebe eine Entlastung von überflüssigen Regelungen, statt zu
belasten benötigen die Firmen Entlastung, statt Milliardenförderungen
für unnötige Lehrwerkstätten eine punktgenaue Förderung der
Lehrbetriebe."
Subventionswildwuchs schafft keine Lehrplätze
Der Salzburger Wirtschaftskammerpräsident erinnerte in diesem
Zusammenhang an die Forderungen der Wirtschaft, bei deren
Verwirklichung die Zahl der Lehrplätze deutlich weiter steigen wird:
o Schaffung einer Anlehre für Jugendliche, die noch nicht
lehrvertragsreif sind.
o Mehr Freiraum für Lehrbetriebe erhöht die Motivation, mehr
Lehrlinge auszubilden: leichtere Lösbarkeit von
Lehrverträgen,Verlängerung der Probezeit, keine
"Quasi-Pragmatisierung" der Lehrlinge.
o Refundierung der Lehrlingsentschädigung für die Zeit des
Berufsschulbesuches anstelle des derzeitigen Wildwuchses an
Subventionen und Förderungen.
o Spezieller Steuerabsetzbetrag für die Lehrlingsausbildung.
o Zügigere Schaffung neuer Lehrberufe.
Rückfragehinweis:Wirtschaftskammer Salzburg,
Dr. Peter Kranzlmayr,
Tel.0662/8888-318 Dw.
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