Wirtschaftskammer Salzburg zieht positive Lehrlingsbilanz für das Jahr1997: Wieder Zuwachs bei Einsteigern in die duale Ausbildung

Salzburg (OTS) - Salzburgs Unternehmer bieten den Salzburger Jugendlichen weiterhin einen optimalen Start in die Berufskarriere. Das beweist die aktuelle Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer Salzburg für das Jahr 1997. Trotz widriger Rahmenbedingungen haben die Betriebe der dualen Ausbildung die Treue gehalten und mehr neue Lehrverträge als im Vorjahr abgeschlossen. Dies schlägt sich in einem beachtlichen Plus von 3,1% mehr an Lehrlingen im ersten Lehrjahr nieder. Konstant ist die Zahl der Lehrbetriebe geblieben, das heißt:
die Befürchtungen, daß im vergangenen Jahr viele Lehrbetriebe die Lehrlingsausbildung einstellten, sind nicht eingetreten.

"Damit haben die Salzburger Lehrbetriebe mit ihrer deutlichen Ausbildungsbereitschaft erneut Verantwortung für die Jugend gezeigt", freut sich Wirtschaftskammerpräsident Dr. Günter Puttinger über die positive Lehrlingsbilanz. Daß es wieder mehr Lehrlinge im ersten Lehrjahr gibt, zeigt laut Dr. Puttinger auch, daß sich die Lehrbetriebe von den zahlreichen Versuchen, die Lehrlingsausbildung im Betrieb zu untergraben, nicht beirren lassen. Von mangelndem Interessean der Lehre, das der Wirtschaft vielfach noch im Frühjahr 1997 unterstellt worden war, könne angesichts der positiven Daten keine Rede sein, stellte Puttinger klar.

Gewerbe und Handwerk nach wie vor Lehrlingsausbilder Nummer Eins im Bundesland Salzburg

Noch immer ist das Bundesland Salzburg führend, was den Anteil der Jugendlichen an den Schulabgängern betrifft, die eine Lehre beginnen. Die Quote der Lehrstelleneintritte in Relation zum Geburtsjahr weist wieder einen Anteil von 48,7% auf (plus 0,6 Prozentpunkte), d. h. fast die Hälfte eines Jahrgangs wählt einen Lehrberuf. Ein Blick auf die einzelnen Wirtschaftssparten zeigt, daß alle Bereiche außer dem Gewerbe, einen Zuwachs an Lehranfängern zu verzeichnen hatten. Gewerbe und Handwerk sind aber immer noch mit einem Anteil von 49,7% an Lehranfängern der Lehrausbilder Nummer Eins im Bundesland Salzburg.

Wenngleich die Lehreintritte in das 1. Lehrjahr zugenommen haben, muß doch bei der Gesamtzahl der Lehrlinge im Bundesland Salzburg über alle vier Lehrjahre ein geringfügiger Rückgang von 89 Lehrlingen oder 0,9% angemerkt werden. Dafür sind laut Lehrlingsstelle der WK Salzburgvor allem zwei Gründe ausschlaggebend, die jedoch nichts mit der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu tun haben. Zum einen war 1994 die Zahl der Lehranfänger stark rückläufig, was sich jetzt in der Gesamtzahl der Lehrlinge niederschlägt, zum anderen ging auch die Zahljener Lehranfänger zurück, die aus weiterführenden Schulen gleich in das zweite und dritte Lehrjahr einsteigen. Allerdings ist zuerwarten, daß ab 1998 auch die Gesamtzahl der Lehrlinge wieder steigen wird.

Strafsteuer und Berufsfachschule machen in Wirklichkeit der Lehre den Garaus

"Die Wirtschaftskammer Salzburg wird auch heuer alles daran setzen, den Klein- und Mittelbetrieben, die sich auch im Vorjahr als Träger der Lehrlingsausbildung bestens bewährt haben, mehr Freiraum für die Lehre zu geben. Die zahlreichen lehrausbildenden Betriebe in Salzburg und Österreich dürfen sich zurecht erwarten, daß ihre Anliegen endlich verwirklicht werden", stellte Dr. Puttinger fest. Auf keinen Fall zielführend sind die Vorschläge von ÖGB und AK, Berufsfachschulen einzuführen, stellte Dr. Puttinger mit allem Nachdruck fest. "Damit wird nur die bewährte Lehre weiter vom Betrieb und damit von der wirtschaftlichen Praxis weggeführt, verschult und hinterrücks verstaatlicht. Gewerkschaften und Arbeiterkammer sollten endlich aufhören, die Lehrlingsausbildung zu torpedieren", forderteder Salzburger Wirtschaftskammerpräsident.

Ebenso abgelehnt wird von Puttinger eine Ausbildungsabgabe für Betriebe, die selbst nicht ausbilden. Diese Strafsteuer führt nur zu noch mehr Verteilungsbürokratie, schafft Ungerechtigkeiten und vernichtet in Wahrheit Lehrplätze. Niemand wird mehr Lehrstellen schaffen, nur weil man sonst eine Abgabe zu bezahlen hätte. "Wir müssen in Österreich endlich den anderen Weg gehen", erklärte der Wirtschaftskammerpräsident, "statt zu strafen brauchen die Lehrbetriebe eine Entlastung von überflüssigen Regelungen, statt zu belasten benötigen die Firmen Entlastung, statt Milliardenförderungen für unnötige Lehrwerkstätten eine punktgenaue Förderung der Lehrbetriebe."

Subventionswildwuchs schafft keine Lehrplätze

Der Salzburger Wirtschaftskammerpräsident erinnerte in diesem Zusammenhang an die Forderungen der Wirtschaft, bei deren Verwirklichung die Zahl der Lehrplätze deutlich weiter steigen wird:

o Schaffung einer Anlehre für Jugendliche, die noch nicht lehrvertragsreif sind.

o Mehr Freiraum für Lehrbetriebe erhöht die Motivation, mehr Lehrlinge auszubilden: leichtere Lösbarkeit von Lehrverträgen,Verlängerung der Probezeit, keine "Quasi-Pragmatisierung" der Lehrlinge.

o Refundierung der Lehrlingsentschädigung für die Zeit des Berufsschulbesuches anstelle des derzeitigen Wildwuchses an Subventionen und Förderungen.

o Spezieller Steuerabsetzbetrag für die Lehrlingsausbildung.
o Zügigere Schaffung neuer Lehrberufe.

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Dr. Peter Kranzlmayr,
Tel.0662/8888-318 Dw.irtschaftskammer Salzburg,

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