• 12.01.1998, 12:56:48
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  • OTS0117

Verwaltung sucht verstäkt Euro-Dialog mit Unternehmen

Wirtschaftskammer als Kommunikationsdrehscheibe bei Euro-Umstellung von Wirtschaft und öffentlicher Hand

Wien (PWK) - Ab 1.1.1999 bietet der Bund österreichischen
Unternehmen die Möglichkeit, neben ihrer Geschäftstätigkeit und ihrem
Rechnungswesen, auch Steuer- und Abgabenerklärungen in Euro
durchzuführen. Diese sogenannte "Euro-Option" dringt nun zusehends
auch auf Länder-, Städte- und Gemeindeebene durch. Unternehmen sind
angehalten, Wünsche und Vorschläge zur Euro-Umstellung der
öffentlichen Hand kundzutun. "Die Umstellungsarbeit lebt vom Feedback
der Unternehmen, das kanalisiert und gebündelt durch die
Wirtschaftskammern an die öffentliche Verwaltung herangetragen wird.
Für uns ist dies eine besonders effiziente Art der Selbstkontrolle",
erklärte Thomas Wieser vom Finanzministerium jüngst bei einem
Erfahrungsaustausch, wo führende österreichische Unternehmen mit
Vertretern der öffentlichen Verwaltung zusammentrafen. ****

Städte und Gemeinden würden sich bereits darauf vorbereiten,
Steuererklärungen ab 1. Jänner 1999 auch in Euro entgegenzunehmen,
berichtete Erich Pramböck, Generalsekretär des Österreichischen
Städtebundes. "Wir haben an dem Aktionsplan des Bundes mitgearbeitet
und befinden uns mit Bund und Ländern auf einem kooperativen Weg".
Die Wirtschaft leistet durch Vorschläge und Anregungen einen
wichtigen Input für eine möglichst friktionsfreie duale
Abwicklungsphase.

"Die Akzeptanz und das Verständnis in der Bevölkerung für den Euro
nehmen ständig zu. Doch jetzt beginnen die Jahre der realen
Umsetzung, wo Wirtschaft und Verwaltung eng zusammenarbeiten müssen",
betonte WKÖ-Vizepräsident Rene Alfons Haiden. Unter dem Motto des
WKÖ-Projekts Euro "Chancen nützen, Risiken vermeiden" plant die
Wirtschaftskammer Österreich deshalb für 1998 weitere Meetings zum
Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkbildung, gab Matthias Koch,
Leiter des Euro-Referats der WKÖ, bekannt.

Die Länder setzen ebenfalls verstärkt auf die Zusammenarbeit mit
der Wirtschaftskammer. "Eine Euro-Informationsschiene zwischen den
Ländern und der Wirtschaft wird gerade über die Landes-
Wirtschaftskammern aufgebaut", berichtete Günther Smutny von der
Verbindungsstelle der Bundesländer. Die Verbindungsstelle habe einen
länderübergreifenden Grobraster erstellt, der mit dem Aktionsplan des
Bundes die Grundlage für die Euro-Umstellung der Länder darstellt.
Für jedes Land gibt es dann noch eigene Aktionspläne, die teilweise,
wie zB im Falle Salzburgs, bereits finalisiert wurden.

Von den am Erfahrungsaustausch teilnehmenden Unternehmen, die sich
alle intensiv mit der Euro-Einführung beschäftigen, wurden ad hoc
bereits wertvolle praktische Anregungen zur doppelten
Preisauszeichnung, zu Umrechnungs- und Rundungsfragen, zur
Besteuerung, zum Kommunikationsfluß sowie zu verschiedenen Gebühren
und Gesetzen an die öffentliche Verwaltung herangetragen.

In Frankreich, so berichtete der Unternehmensberater Gilles Chene,
wo man sich relativ spät für Dualität in der Übergangsphase von 1999
bis Ende 2001 entschlossen hat, sei man bei den
Umstellungsvorbereitungen noch eindeutig hinter Österreich. "Bei
öffentlichen Einrichtungen wie Spitälern und Wohnungen können zum
Euro-Zahlungsverkehr bis jetzt keine konkreten Aussagen gemacht
werden". In Deutschland sind ebenfalls noch sehr essentielle Fragen
offen. Wenngleich Österreich im internationalen Vergleich in dieser
Hinsicht gar nicht so schlecht liegt, so müsse dennoch in enger
Kooperation von Wirtschaft und Verwaltung noch einige 'Knochenarbeit'
geleistet werden, so der Succus des jüngsten Euro-
Erfahrungsaustausches.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Mag. Matthias Koch

Wirtschaftskammer Österreich
Euro-Referat
Tel. 50105 DW 4417

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