- 30.12.1997, 12:32:03
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Wirtschaft setzt Initiative mit neuen Lehrberufen
Acht neue Lehrberufe schaffen etwa 1.000 Lehrplätze in Wachstumsbranchen
Wien (PWK) - "Die Wirtschaft setzt mit der Ausarbeitung von acht
neuen Lehrberufen erstmals eine Initiative, indem Lehrberufe dort
kreiert werden, wo sich Branchen weiterentwickeln und
Wachstumschancen bestehen", erklärte Georg Piskaty, Leiter der Gruppe
Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich, heute vor Journalisten.
"Die etwa 1.000 neuen Lehrplätze könnten bereits im Herbst zur
Verfügung stehen, wenn der Konsens mit der Arbeitnehmerseite wie
vorgesehen bis Mai erzielt wird", so Piskaty. ****
"Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) hat rasch
und unbürokratisch die neuen Berufsbilder erarbeitet und sie in drei
Workshops gemeinsam mit betroffenen Unternehmen diskutiert und
praxisgerecht adaptiert", erläutert Alfred Freundlinger vom ibw die
neue Vorgangsweise. "Wir arbeiten als Katalysator im
Entscheidungsprozeß und können daher das bisher langwierige Procedere
beschleunigen", ist Freundlinger überzeugt.
Bei den acht neuen Lehrberufen, die bereits im
Wirtschaftsministerium eingebracht wurden, handelt es sich um Berufe,
die bis jetzt nicht ausgebildet werden konnten und die etwa 1.000
neue Lehrplätze schaffen können. Der EDV-Verkaufsberater/in verlangt
Kenntnisse im Verkauf und in der Beratung mit besonderem Fachwissen
und den erforderlichen technischen Fertigkeiten. Er wird in Betrieben
des EDV-Handels ausgebildet. Der EDV-Systembetreuer/in kann in großen
Betrieben oder Institutionen mit eigener EDV-Abteilung und in EDV-
Dienstleistungsbetrieben ausgebildet werden, wobei er EDV-
Arbeitsplätze und Netzwerke einrichtet und betreut und die wichtige
Funktion des EDV-"Troubleshooters" übernehmen soll.
Die Verbindung Büro und Organisation mit intensiven Kenntnissen im
Bereich der Medienproduktion und der Abwicklung von Abonnements und
Anzeigengeschäften sind die Aufgaben des neuen Berufes des
Medienkaufmannes/frau. Der Multimedia-Techniker/in beinhaltet die
technische und gestalterische Bearbeitung von elektronischen Daten.
Dabei handelt es sich um eine "Zukunftsbranche", der ein schnelles
Wachstum vorausgesagt wird. Der Solartechniker/in, ausgebildet in
Erzeugerbetrieben von Solaranlagen, ist mit der Herstellung, Montage
und Wartung von Solaranlagen, ebenso eine aufstrebende Branche,
beschäftigt.
Beim technisch-kaufmännischen Assistent/in und beim
Fertighausmonteur/in handelt es sich um "Querschnittsberufe", die
spezifische benötigte Qualifikationen in einem Beruf bündeln. Der
technisch-kaufmännische Assistent/in kann in Betrieben des Bau- und
Baunebenbereiches, in Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und
Lüftungsinstallationsbetrieben sowie in Metallbaubetrieben
ausgebildet werden. Die Akzeptanz dieses Berufes wird als sehr hoch
eingeschätzt. Der Fertighausmonteur/in besteht wie viele neue Berufe
aus Überschneidungen mehrerer Berufe, wobei jeweils nur ein kleines
Segment benötigt wird, da es sich um vorgefertigte Teile handelt. Der
High-Tech-Beruf des Produktionstechnikers/in kann in
hochautomatisierten industriellen Produktionsbetrieben ausgebildet
werden. Absolventen dieser Ausbildung sind in der
Produktionsvorbereitung, im Anlagen- und Roboterservice, in der
Arbeitsvorbereitung und in der Qualitätssicherung einsetzbar.
"Die Einrichtung dieser Berufe würde einen bedeutenden Schritt zur
Modernisierung des Lehrangebotes darstellen und gerade in diesen
Wachstumsbranchen eine Lehrlingausbildung ermöglichen. Die duale
Berufsausbildung benötigt keine triale Variante. Sie kann den
Jugendlichen aufgrund der größeren Flexibilität Arbeitsplätze in
Zukunftsbranchen ermöglichen, die die Wirtschaft und der Markt auch
benötigen", stellt Piskaty abschließend fest.
(Schluß) Pt
Rückfragehinweis: Dr. Georg Piskaty
BW-Abteilung
Tel.: 50105/4072
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