Wirtschaft setzt Initiative mit neuen Lehrberufen

Acht neue Lehrberufe schaffen etwa 1.000 Lehrplätze in Wachstumsbranchen

Wien (PWK) - "Die Wirtschaft setzt mit der Ausarbeitung von acht neuen Lehrberufen erstmals eine Initiative, indem Lehrberufe dort kreiert werden, wo sich Branchen weiterentwickeln und Wachstumschancen bestehen", erklärte Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich, heute vor Journalisten. "Die etwa 1.000 neuen Lehrplätze könnten bereits im Herbst zur Verfügung stehen, wenn der Konsens mit der Arbeitnehmerseite wie vorgesehen bis Mai erzielt wird", so Piskaty. ****

"Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) hat rasch und unbürokratisch die neuen Berufsbilder erarbeitet und sie in drei Workshops gemeinsam mit betroffenen Unternehmen diskutiert und praxisgerecht adaptiert", erläutert Alfred Freundlinger vom ibw die neue Vorgangsweise. "Wir arbeiten als Katalysator im Entscheidungsprozeß und können daher das bisher langwierige Procedere beschleunigen", ist Freundlinger überzeugt.

Bei den acht neuen Lehrberufen, die bereits im Wirtschaftsministerium eingebracht wurden, handelt es sich um Berufe, die bis jetzt nicht ausgebildet werden konnten und die etwa 1.000 neue Lehrplätze schaffen können. Der EDV-Verkaufsberater/in verlangt Kenntnisse im Verkauf und in der Beratung mit besonderem Fachwissen und den erforderlichen technischen Fertigkeiten. Er wird in Betrieben des EDV-Handels ausgebildet. Der EDV-Systembetreuer/in kann in großen Betrieben oder Institutionen mit eigener EDV-Abteilung und in EDV-Dienstleistungsbetrieben ausgebildet werden, wobei er EDV-Arbeitsplätze und Netzwerke einrichtet und betreut und die wichtige Funktion des EDV-"Troubleshooters" übernehmen soll.

Die Verbindung Büro und Organisation mit intensiven Kenntnissen im Bereich der Medienproduktion und der Abwicklung von Abonnements und Anzeigengeschäften sind die Aufgaben des neuen Berufes des Medienkaufmannes/frau. Der Multimedia-Techniker/in beinhaltet die technische und gestalterische Bearbeitung von elektronischen Daten. Dabei handelt es sich um eine "Zukunftsbranche", der ein schnelles Wachstum vorausgesagt wird. Der Solartechniker/in, ausgebildet in Erzeugerbetrieben von Solaranlagen, ist mit der Herstellung, Montage und Wartung von Solaranlagen, ebenso eine aufstrebende Branche, beschäftigt.

Beim technisch-kaufmännischen Assistent/in und beim Fertighausmonteur/in handelt es sich um "Querschnittsberufe", die spezifische benötigte Qualifikationen in einem Beruf bündeln. Der technisch-kaufmännische Assistent/in kann in Betrieben des Bau- und Baunebenbereiches, in Elektro-, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsinstallationsbetrieben sowie in Metallbaubetrieben ausgebildet werden. Die Akzeptanz dieses Berufes wird als sehr hoch eingeschätzt. Der Fertighausmonteur/in besteht wie viele neue Berufe aus Überschneidungen mehrerer Berufe, wobei jeweils nur ein kleines Segment benötigt wird, da es sich um vorgefertigte Teile handelt. Der High-Tech-Beruf des Produktionstechnikers/in kann in hochautomatisierten industriellen Produktionsbetrieben ausgebildet werden. Absolventen dieser Ausbildung sind in der Produktionsvorbereitung, im Anlagen- und Roboterservice, in der Arbeitsvorbereitung und in der Qualitätssicherung einsetzbar.

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Dr. Georg Piskaty

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