Pioneer beantragt Registrierungsverfahren für gentechnisch verbessertes Maissaatgut: Neue Technologie unter österreichischen Bedingungen demonstrieren

Wien (OTS) - Die Österreich-Tochter des internationalen Saatmaisherstellers Pioneer Hi-Bred Inc., Pioneer Saaten Ges.m.b.H., mit Sitz in Parndorf/Burgenland, hat heute im Bundeskanzleramt, Abteilung Gentechnik (vormals Bundesministerium für Gesundheit) einen Antrag auf Durchführung eines Registrierungsverfahrens für gentechnisch verbessertes Maissaatgut eingebracht.

"Dieses zweijährige Verfahren findet wie alle anderen Sorten-Registrierungsverfahren - die Genehmigung des unter dem terminus technicus laufenden 'Antrages auf Genehmigung einer Freisetzung gentechnisch veränderter höherer Pflanzen' vorausgesetzt - unter strengster Auflage und der Kontrolle der zuständigen österreichischen Behörden statt und dient einzig der Gewinnung von Erfahrungswerten mit gentechnisch verbessertem Maissaatgut unter den spezifischen, regionalen Bedingungen Österreichs.", sagt Pioneer-Unternehmenssprecher Dr. Felix Rudolph. Von einem Inverkehrbringen von gentechnisch verbessertem Saatgut sei man in Österreich noch Jahre entfernt, stellt Rudolph klar.

Selbstverständlich sei es in jedem EU-Land möglich, ein Verfahren zur Registrierung einer gentechnisch verbesserten Sorte einzuleiten, diesen - Österreich gegenüber - wenig fairen Weg habe man jedoch aus Gründen der Transparenz und der Kontrolle bei Pioneer nicht gewählt.

"Die österreichischen Landwirte, bei denen zunehmend Informationschaos und Unsicherheit über neue, in der EU angeblich bereits erhältliche 'Wundersorten' herrscht, haben ein Recht auf dieses österreichische Verfahren und die Demonstration der Ergebnisse unter österreichischen Bedingungen und der Kontrolle der heimischen Organe", begründet Rudolph den Pioneer-Antrag. Und das Interesse sei angesichts aktueller Erkenntnisse über den Maiszünslerbefall der Ernte 1997, des stetigen Verfalls des Mais-Weltmarktpreises und der sensiblen wirtschaftlichen Situation der österreichischen Landwirtschaft verständlich.

Dies bestätigt auch eine im Auftrag von Pioneer in der Vorwoche telefonisch durchgeführte Gallup-Umfrage. Befragt wurde ein nach einer regional vorgeschichteten Zufallsauswahl repräsentativer Querschnitt jener heimischen Landwirte, die in den Hauptmaisanbaugebieten Österreichs Körnerfrüchte anbauen. 95 % der über 300 Befragten haben demnach schon davon gehört, daß es neue gentechnisch modernisierte Sorten gibt, knapp die Hälfte bekundeten in der topaktuellen Gallup-Umfrage ihr grundsätzliches Interesse an "neuen" Sorten. 75 % der befragten Landwirte halten es für wichtig, daß sie auch diese neuen Sorten im Rahmen des üblichen Registrierungsverfahrens unter heimischen Bedingungen am Feld demonstriert bekommen. Hoch ist, so die Ergebnisse der Umfrage, die Erwartungshaltung der Landwirtschaft gegenüber gentechnisch modernisierten neuen Sorten: 55 % erwarten, daß sie ertragreicher als herkömmliche Sorten sind, über 60 % halten sie für widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten und 50 % der Landwirte hoffen, mit den neuen Sorten weniger Spritzmittel zu benötigen.

"Wir können das Interesse unseres Marktes an meßbaren Daten und Fakten über für die heimische Produktion geeignetes Saatgut nicht ignorieren.", stellt der Pioneer-Sprecher klar. Eine zukünftige kontrollierte Freisetzung, Inverkehrbringung bzw. zuverlässige Kennzeichnung von Gen-Produkten sei nur dann möglich, wenn die bisher bei allen Sortenregistrierungen bewährten Prüfungs-Verfahren auch in diesem Fall angewendet werden. "Niemand will, daß der Kauf bzw. Anbau von in der EU registrierten, aber in Österreich unerwünschten Sorten eine für den Konsumenten unkontrollierbare Eigendynamik erhält.", so Rudolph.

Die Ergebnisse der Bearbeitung des Antrages und des anschließenden zwei Jahre dauernden Registrierungsverfahrens seien abzuwarten, heißt es bei Pioneer in Parndorf.

Pioneer Österreich ist als Headquarter für Zentral- und Osteuropa mit einem in zehn Ländern erwirtschafteten Produktionsvolumen von rund 19.500 Tonnen Saatgut im Geschäftsjahr 1996/97 für einen Konzernumsatz von 59,7 Mio. US Dollar und ein operatives Ergebnis von 17 Mio. US Dollar verantwortlich.

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