- 19.12.1997, 10:00:15
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Pioneer beantragt Registrierungsverfahren für gentechnisch verbessertes Maissaatgut: Neue Technologie unter österreichischen Bedingungen demonstrieren
Wien (OTS) - Die Österreich-Tochter des internationalen
Saatmaisherstellers Pioneer Hi-Bred Inc., Pioneer Saaten Ges.m.b.H.,
mit Sitz in Parndorf/Burgenland, hat heute im Bundeskanzleramt,
Abteilung Gentechnik (vormals Bundesministerium für Gesundheit) einen
Antrag auf Durchführung eines Registrierungsverfahrens für
gentechnisch verbessertes Maissaatgut eingebracht.
"Dieses zweijährige Verfahren findet wie alle anderen
Sorten-Registrierungsverfahren - die Genehmigung des unter dem
terminus technicus laufenden 'Antrages auf Genehmigung einer
Freisetzung gentechnisch veränderter höherer Pflanzen' vorausgesetzt
- unter strengster Auflage und der Kontrolle der zuständigen
österreichischen Behörden statt und dient einzig der Gewinnung von
Erfahrungswerten mit gentechnisch verbessertem Maissaatgut unter den
spezifischen, regionalen Bedingungen Österreichs.", sagt
Pioneer-Unternehmenssprecher Dr. Felix Rudolph. Von einem
Inverkehrbringen von gentechnisch verbessertem Saatgut sei man in
Österreich noch Jahre entfernt, stellt Rudolph klar.
Selbstverständlich sei es in jedem EU-Land möglich, ein Verfahren
zur Registrierung einer gentechnisch verbesserten Sorte einzuleiten,
diesen - Österreich gegenüber - wenig fairen Weg habe man jedoch aus
Gründen der Transparenz und der Kontrolle bei Pioneer nicht gewählt.
"Die österreichischen Landwirte, bei denen zunehmend
Informationschaos und Unsicherheit über neue, in der EU angeblich
bereits erhältliche 'Wundersorten' herrscht, haben ein Recht auf
dieses österreichische Verfahren und die Demonstration der Ergebnisse
unter österreichischen Bedingungen und der Kontrolle der heimischen
Organe", begründet Rudolph den Pioneer-Antrag. Und das Interesse sei
angesichts aktueller Erkenntnisse über den Maiszünslerbefall der
Ernte 1997, des stetigen Verfalls des Mais-Weltmarktpreises und der
sensiblen wirtschaftlichen Situation der österreichischen
Landwirtschaft verständlich.
Dies bestätigt auch eine im Auftrag von Pioneer in der Vorwoche
telefonisch durchgeführte Gallup-Umfrage. Befragt wurde ein nach
einer regional vorgeschichteten Zufallsauswahl repräsentativer
Querschnitt jener heimischen Landwirte, die in den
Hauptmaisanbaugebieten Österreichs Körnerfrüchte anbauen. 95 % der
über 300 Befragten haben demnach schon davon gehört, daß es neue
gentechnisch modernisierte Sorten gibt, knapp die Hälfte bekundeten
in der topaktuellen Gallup-Umfrage ihr grundsätzliches Interesse an
"neuen" Sorten. 75 % der befragten Landwirte halten es für wichtig,
daß sie auch diese neuen Sorten im Rahmen des üblichen
Registrierungsverfahrens unter heimischen Bedingungen am Feld
demonstriert bekommen. Hoch ist, so die Ergebnisse der Umfrage, die
Erwartungshaltung der Landwirtschaft gegenüber gentechnisch
modernisierten neuen Sorten: 55 % erwarten, daß sie ertragreicher als
herkömmliche Sorten sind, über 60 % halten sie für widerstandsfähiger
gegenüber Schädlingen und Krankheiten und 50 % der Landwirte hoffen,
mit den neuen Sorten weniger Spritzmittel zu benötigen.
"Wir können das Interesse unseres Marktes an meßbaren Daten und
Fakten über für die heimische Produktion geeignetes Saatgut nicht
ignorieren.", stellt der Pioneer-Sprecher klar. Eine zukünftige
kontrollierte Freisetzung, Inverkehrbringung bzw. zuverlässige
Kennzeichnung von Gen-Produkten sei nur dann möglich, wenn die bisher
bei allen Sortenregistrierungen bewährten Prüfungs-Verfahren auch in
diesem Fall angewendet werden. "Niemand will, daß der Kauf bzw. Anbau
von in der EU registrierten, aber in Österreich unerwünschten Sorten
eine für den Konsumenten unkontrollierbare Eigendynamik erhält.", so
Rudolph.
Die Ergebnisse der Bearbeitung des Antrages und des anschließenden
zwei Jahre dauernden Registrierungsverfahrens seien abzuwarten, heißt
es bei Pioneer in Parndorf.
Pioneer Österreich ist als Headquarter für Zentral- und Osteuropa
mit einem in zehn Ländern erwirtschafteten Produktionsvolumen von
rund 19.500 Tonnen Saatgut im Geschäftsjahr 1996/97 für einen
Konzernumsatz von 59,7 Mio. US Dollar und ein operatives Ergebnis von
17 Mio. US Dollar verantwortlich.
Rückfragen:
TranspoTexT/Commworld/Dr. Gabriela Walsch
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Fax: 01/403 33 16-41
Pioneer Saaten Ges.m.b.H.
Dr. Felix Rudolph
A-7111 Parndorf, Pioneerstraße
Tel.: 02166/2525-1200 oder 0664/3577482
Fax: 02166/2525-62
Dr. Karmasin Marktforschung
Österreichisches Gallup-Institut Ges.m.b.H./Ingrid Lusk
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