- 04.12.1997, 13:32:29
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- OTS0180
Lasik-Methode ist zu komplikationsträchtig
Wien (OTS) - In Ergänzung zu der Meldung im Originaltextservice
OTS0064 der Austria Presse Agentur vom 3.12.1997 über die angeblichen
Erfolge der Lasik-Operationsmethode zur Verbesserung von
Kurzsichtigkeit, verweist Univ. Prof. Wolfgang Göttinger, Vorstand
der Innsbrucker Universitätsaugenklinik auf einen Beitrag in dem eben
erschienen Buch "Arzthaftungsrecht":
Demnach sei bei "Neulandmedizin", zu der zweifellos Operationen am
Auge zur Korrektur von Fehlsichtigkeit gehören, die ärztliche
Aufklärungspflicht besonders streng zu beachten. Vor allem müßten die
Patienten über typische Risken einer neuen Methode, die auch bei
allergrößter Sorgfalt und fehlerfreier Durchführung nicht zu
vermeiden sind, ganz besonders informiert werden.
Gerade solche typischen Risken treten aber bei der Lasik-Methode
auf. Univ. Prof. Seiler (Dresden), der als Pionier der Augenchirugie
bei Fehlsichtigkeit in Europa gilt, berichtet, daß bei drei Patienten
lange nach einer Lasik-Operation Ausbuchtungen der Hornhaut
auftraten, die eine Hornhautübertragung nötig machten. An der
Innsbrucker Augenklinik wurde bei zwei Patienten nach einer an
anderer Stelle durchgeführten Lasik-Operation eine
Hornhautübertragung notwendig. In anderen Fällen haben schwere
Komplikationen nach dieser Operation zur Erblindung geführt.
Diese Ausbuchtungen treten typischerweise nicht unmittelbar nach
der Operation auf, sondern oft erst Monate danach. Der Grund: Bei der
Lasik-Methode wird ein Läppchen der Hornhaut abgehobelt, die darunter
liegende Schicht mit dem Laser behandelt und das Läppchen wieder
darübergedeckt. Dadurch ist die Hornhaut dünner und damit weniger
Stabil als bei der Photorefraktorischen Keratektomie (PRK), bei der
die Abtragung an der Oberfläche erfolgt. Bei der PRK-Methode muß der
Patient zwar 1-2 Tage Schmerzen in Kauf nehmen, braucht dafür aber
nur mit einer Komplikationsrate von 0,5 % zu rechnen. Selbst der
Erfinder der Lasik-Methode, Prof. Joannis Pallikaris, der dabei sogar
eine Komplikationsrate von 11 % angibt, bevorzugt daher mittlerweile
die PRK-Methode, die unter anderem auch am Laserzentrum der
Innsbrucker Augenklinik durchgeführt wird.
Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse haben schon 1995 sich die
Vorstände aller österreichischen Universitätsaugenkliniken veranlaßt
gesehen, öffentlich die Lasik-Methode als zu komplikationsträchtig
abzulehnen. Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft warnte
heuer im Rahmen einer Pressekonferenz vor übertriebenen Erwartungen
und die deutsche Ophtalmologische Gesellschaft stufte bei einer
Tagung im September diese Methode bei Fehlsichtigkeit zwischen -10
und -15 Dioptrien als problematisch ein und riet ab -15 Dioptrien von
einer Anwendung ab. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA nimmt
ebenfalls eine "hands-off"-Position ein.
Die Lasik-Methode wird in Österreich an drei Stellen angeboten.
Rückfragehinweis: Tiroler Landeskrankenanstalten Ges.m.b.H.
Dr. Hannelore Rudisch-Gissenwehrer
Tel.: 0512/504/8612
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