AK gegen Steuerbegünstigung für Lehrbetriebe

Lehrlings-Forderungen der Wirtschaft unmäßig - Teillehre schadet nur den Jugendlichen

Wien (OTS) - Die Forderungen der Wirtschaftskammer seien "unmäßig". Insbesondere die Einführung einer Teillehre schade den Jugendlichen. Dadurch würden ihre Chancen am Arbeitsmarkt verschlechtert. So reagierte heute, Dienstag, AK Lehrlingsschützer Ernst Löwe auf die Forderungen der Wirtschaftskammer nach weiteren finanziellen Begünstigungen von Lehrbetrieben und nach der Einführung der Teillehre. ****

Seit das Lehrlingspaket im Juni beschlossen wurde, zahlen Lehrbetriebe keinen Unternehmerbeitrag mehr zur
Krankenversicherung ihrer Lehrlinge. Das Alter, bis zu dem
besondere Schutzvorschriften für Jugendliche gelten, wurde von 19 auf 18 Jahre gesenkt. Die Probezeit dauert um zwei Wochen länger, wenn ein Lehrling gleich zu Lehrbeginn für längere Zeit in die Berufsschule muß. Bei der zweitägigen Ruhezeit für Lehrlinge am Wochenende wurden in bestimmten Branchen Ausnahmen ermöglicht. Das Arbeitsmarktservice fördert die Einstellung von Lehrlingen mit Hunderten Millionen Schilling. "Was will die Wirtschaftskammer eigentlich noch?" fragt Löwe. Neuerliche Geschenke lehne die AK
ab: "Aufgrund der bisherigen Erfahrungen kann nicht davon ausgegangen werden, daß die Unternehmer mehr Lehrlinge einstellen, wenn es Steuerbegünstigungen für Lehrbetriebe gibt und das Arbeitsmarktservice für die Berufsschulzeit die Lehrlingsentschädigung zahlt."

Strikt wendet sich Löwe auch gegen die Forderung nach Einführung von Teillehren: "Das schadet nur den Jugendlichen." Statt Schmalspur-Ausbildung in Teillehren sei auf dem heutigen Arbeitsmarkt Grundlagenqualifikation gefragt. Löwe: "Wie soll jemand auf dem Arbeitsmarkt bestehen, wenn er nur Teile eines
Berufs gelernt hat?" Offensichtlich sollen hier nur Jugendliche
als Hilfsarbeiter eingesetzt werden - "und das, ohne den vollen Hilfsarbeiterlohn zu zahlen".

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