- 02.12.1997, 14:42:45
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AK gegen Steuerbegünstigung für Lehrbetriebe
Lehrlings-Forderungen der Wirtschaft unmäßig - Teillehre schadet nur den Jugendlichen
Wien (OTS) - Die Forderungen der Wirtschaftskammer seien
"unmäßig". Insbesondere die Einführung einer Teillehre schade den
Jugendlichen. Dadurch würden ihre Chancen am Arbeitsmarkt
verschlechtert. So reagierte heute, Dienstag, AK Lehrlingsschützer
Ernst Löwe auf die Forderungen der Wirtschaftskammer nach weiteren
finanziellen Begünstigungen von Lehrbetrieben und nach der
Einführung der Teillehre. ****
Seit das Lehrlingspaket im Juni beschlossen wurde, zahlen
Lehrbetriebe keinen Unternehmerbeitrag mehr zur
Krankenversicherung ihrer Lehrlinge. Das Alter, bis zu dem
besondere Schutzvorschriften für Jugendliche gelten, wurde von 19
auf 18 Jahre gesenkt. Die Probezeit dauert um zwei Wochen länger,
wenn ein Lehrling gleich zu Lehrbeginn für längere Zeit in die
Berufsschule muß. Bei der zweitägigen Ruhezeit für Lehrlinge am
Wochenende wurden in bestimmten Branchen Ausnahmen ermöglicht. Das
Arbeitsmarktservice fördert die Einstellung von Lehrlingen mit
Hunderten Millionen Schilling. "Was will die Wirtschaftskammer
eigentlich noch?" fragt Löwe. Neuerliche Geschenke lehne die AK
ab: "Aufgrund der bisherigen Erfahrungen kann nicht davon
ausgegangen werden, daß die Unternehmer mehr Lehrlinge einstellen,
wenn es Steuerbegünstigungen für Lehrbetriebe gibt und das
Arbeitsmarktservice für die Berufsschulzeit die
Lehrlingsentschädigung zahlt."
Strikt wendet sich Löwe auch gegen die Forderung nach Einführung
von Teillehren: "Das schadet nur den Jugendlichen." Statt
Schmalspur-Ausbildung in Teillehren sei auf dem heutigen
Arbeitsmarkt Grundlagenqualifikation gefragt. Löwe: "Wie soll
jemand auf dem Arbeitsmarkt bestehen, wenn er nur Teile eines
Berufs gelernt hat?" Offensichtlich sollen hier nur Jugendliche
als Hilfsarbeiter eingesetzt werden - "und das, ohne den vollen
Hilfsarbeiterlohn zu zahlen".
Rückfragehinweis: AK Wien
Presse
Tel.: (01)501 65-2530 Peter Mitterhuber
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