• 20.11.1997, 09:55:35
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  • OTS0065

Hoechst AG: Bericht von Hoechst über das 1. bis 3. Quartal 1997

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Frankfurt (ots-Ad hoc-Service) - Vergleichbares operatives
Ergebnis um 8% und Vorsteuergewinn um 2% gestiegen / Neue
Herausforderungen für Hoechst Marion Roussel

Die Neuausrichtung des Hoechst Konzerns mit Fokussierung auf die
Life Sciences Arbeitsgebiete haben wir in den ersten neun Monaten
1997 fortgesetzt. Gleichzeitig hat sich der Anteil der industriellen
Chemie weiter verringert. Hoechst Marion Roussel (HMR), das
Pharmageschäft von Hoechst, sieht sich den Herausforderungen einer
schwierigen Wirtschaftslage, des verstärkten Wettbewerbs und der
zeitlichen Zuordnung von Forschungs- und Entwicklungskosten
gegenüber.

Die Strukturmaßnahmen des Hoechst Konzerns beeinflussen auch
weiterhin die Vergleichbarkeit der ausgewiesenen Zahlen. Um den
Änderungsprozeß transparenter zu gestalten, erläutern wir ausführlich
die Bilanzierungsauswirkungen dieses Umstrukturierungsprozesses.

Spezialchemikalien nicht mehr voll konsolidiert

In den ersten 9 Monaten 1997 nahm der Umsatz des Hoechst Konzerns
um 4% auf 40 Milliarden DM zu. Der Anstieg ging zu 6% auf günstige
Währungseinflüsse und zu 3% auf steigende Absatzmengen zurück. Im
Berichtszeitraum blieb das Preisgefüge für den Konzern insgesamt
stabil. Änderungen im Konsolidierungskreis führten zu einem
Umsatzrückgang um 5%, im wesentlichen wegen der Ausgliederung der
Spezialchemikalien- und Polypropylen-Geschäfte. Zum 1. Juli 1997 hat
Hoechst den größten Teil seines Spezialchemikalien-Geschäfts in das
Schweizer Unternehmen Clariant eingebracht und hält nun eine
Beteiligung von 45% an Clariant. Ebenfalls zum 1. Juli 1997 wurde das
Gemeinschaftsunternehmen Targor gegründet, in das die
Polypropylen-Geschäfte von BASF und Hoechst ausgegliedert wurden.

Anstieg des vergleichbaren operativen Ergebnisses und des Gewinns
vor Ertragsteuern

Das Betriebsergebnis ging im Berichtszeitraum gegenüber dem
Vorjahr um 30% auf 2,9 Milliarden DM zurück. Grund hierfür sind vor
allem die hohen Sondererträge aus Geschäftsveräußerungen im Vorjahr.
Auf vergleichbarer Basis ergibt sich nach Bereinigung dieser und
anderer Sondereinflüsse ein Anstieg des Betriebsergebnisses um 8%.
Bei HMR ist der starke Rückgang des Betriebsergebnisses um DM 678
Millionen zu großen Teilen auf einmalige Sondererträge im letzten
Jahr zurückzuführen, insbesondere auf Veräußerungen von
Arbeitsgebieten im dritten Quartal 1996. Auf vergleichbarer Basis
ging das Betriebsergebnis bei HMR um DM 260 Millionen oder 13%
zurück. Dieser Rückgang ist Folge der schwierigen Wirtschaftslage,
des erhöhten Wettbewerbs und der zeitlichen Zuordnung von Forschungs-
und Entwicklungsaufwendungen. Kostendämpfungsprogramme im
Gesundheitswesen in Japan und Deutschland wirkten sich stärker als
erwartet aus. Der Umsatz von Seldane ging stark zurück, und Trental
geriet in den USA erstmals unter Wettbewerbsdruck durch Generika.
Zusätzlich fielen höhere Forschungs- und Entwicklungskosten in den
ersten 9 Monaten 1997 gegenüber dem Vorjahr an, zum Teil, da wichtige
Produkte die kostenintensiveren späteren Phasen der Entwicklung
durchlaufen. AgrEvo konnte vor dem Hintergrund eines positiven
Geschäftsverlaufs in Nordamerika und der erfolgreichen
Marktentwicklung des Herbizidresistenz-Systems Liberty Link Umsatz
und Betriebsergebnis steigern. Auch in den Segmenten der
industriellen Chemie konnte der Hoechst Konzern das Betriebsergebnis
aufgrund gestiegener Absatzmengen in allen Bereichen verbessern.

Der Gewinn vor Ertragsteuern erreichte 2,9 Milliarden DM und lag
damit um 49% unter dem Vorjahresniveau, das durch hohe
Veräußerungsgewinne beeinflußt wurde. In den Veräußerungsgewinnen für
1997 ist vor allem die Einbringung von Teilen des
Spezialchemikalien-Geschäfts in Clariant enthalten. Auf
vergleichbarer Basis konnte der Vorsteuergewinn um 2% gesteigert
werden. Grund für das geringere Wachstum des Vorsteuergewinns
gegenüber dem vergleichbaren Betriebsergebnis sind der Anstieg des
Zinsaufwands sowie der Rückgang der Beteiligungserträge. Obwohl die
Unternehmensverschuldung im dritten Quartal aufgrund der Clariant
Transaktion zurückging, ist sie insgesamt wegen des Kaufs der
Minderheitsanteile an Roussel Uclaf am 30. September 1997 höher als
zum Vergleichsdatum 1996. Da ein wesentlicher Teil der Schulden auf
US-Dollar lautet, erhöhte sich infolge von Währungseinflüssen der
Zinsaufwand. Obwohl unser 45%iger Anteil an Clariants Vorsteuergewinn
im Beteiligungsergebnis des dritten Quartals enthalten ist, ging es
um 14% zurück. Dies ist hauptsächlich auf die Verluste von Centeon,
einem Joint Venture von Armour und Behring, das nach wie vor mit
Produktionsproblemen in Kankakee in den USA konfrontiert ist,
zurückzuführen.

Der Umsatz von Hoechst Marion Roussel, dem Pharmaunternehmen von
Hoechst, stieg um 9%. Ausschlaggebend hierfür waren positive
Wechselkursentwicklungen, insbesondere der Anstieg des US-Dollars
gegenüber der DM. Auf Basis der jeweiligen Landeswährungen ging der
Umsatz in den USA und Japan, bedingt durch den stark rückläufigen
Umsatz von Seldane, zurück. Allegra, das neue Medikament zur
Behandlung saisonbedingter allergischer Rhinitis, konnte einen großen
Teil dieses Rückgangs in den USA wettmachen. Im laufenden Jahr wurde
Allegra in England, Australien, und Kanada eingeführt; im Oktober
bekamen wir die Zulassung für Deutschland. Allegra D, eine wichtige
Erweiterung der Produktlinie, in Kombination mit einem abschwellenden
Mittel, erwartet die Zulassung durch die FDA.

Das ausgewiesene Betriebsergebnis fiel um ein Drittel niedriger
aus. Dieser Rückgang ist vor dem Hintergrund hoher Sondererträge aus
dem Verkauf von Arbeitsbereichen im Geschäftsjahr 1996 zu sehen.
Hinzu kamen Positionen, die das Ergebnis für 1997 belasteten, wie
höhere Goodwill- Abschreibungen und erstmalige Abschreibungen im
Zusammenhang mit dem Kauf der Minderheitsanteile an Roussel Uclaf.
Auf vergleichbarer Basis ging das Betriebsergebnis von HMR um 220 DM
Millionen oder 13% zurück. Dieser Rückgang ist Folge der schwierigen
Wirtschaftslage, des erhöhten Wettbewerbs und der zeitlichen
Zuordnung von Forschungs- und Entwicklungskosten. Für das vierte
Quartal rechnen wir mit einem Umsatz in der Größenordnung des dritten
Quartals. Damit dürfte das Betriebsergebnis für das vierte Quartal
1997 deutlich über dem des letzten Quartals 1996 liegen. Für das
Gesamtjahr erwarten wir aber ein deutlich niedrigeres
Betriebsergebnis als im Vorjahr. Um die wirtschaftlichen Ziele
erreichen zu können, wird HMR alle Möglichkeiten prüfen, die
Geschäftsprozesse zu verbessern. Wir sind zuversichtlich, daß wir mit
einer konsequenten Fokussierung auf das strategische Ziel, ein
führender Anbieter innovativer Arzneimittel und neuer therapeutischer
Behandlungsmethoden zu werden, erhebliches zusätzliches Sparpotential
realisieren können. Alle Aktivitäten werden deshalb weltweit
überprüft, inwieweit diese zur Erreichung der strategischen Vorgaben
beitragen. Dabei sind wir uns bewußt, daß kurzfristig neue
Herausforderungen infolge des reifen Produktsortiments entstehen
können, denen wir mit Produktallianzen begegnen wollen. Wir sind
überzeugt, daß HMR erfolgreich seine Strategie, an der wir
unverändert festhalten, umsetzen und die gesetzten operativen Ziele
erreichen kann.

Ende der Mitteilung

Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de

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