FCG-Chemie: Wieder Eklat in der Gewerkschaft der Chemiearbeiter

Wien (OTS) - Während der ersten Bundesvorstandssitzung nach dem Gewerkschaftstag der Chemiearbeiter, wurden schwerwiegende Vorwürfe und Beschimpfungen gegen die FCG-Mitglieder getätigt.

Als FCG-Funktionäre einen Sachverhalt darstellen wollten, der anscheinend einigen Funktionären der FSG nicht paßte, warf der neue Bundessekretär Willi Beck der FCG-Fraktion vor, daß sie Vereinbarungen nicht einhalten könne und Lügner seien. FSG-Fraktionsobmann Rudolf Neubauer unterbrach ständig die Redner, Vorsitzender Linner rief nicht energisch genug zur Ordnung und ließ auch die FCG-Funktionsäre nicht ausreden. FCG-Bundesvorsitzender Josef Eder und FCG-Stellvertreter Erwin Müllauer verließ daraufhin die Sitzung.

Zur Vorgeschichte:

Im Zuge des Gewerkschaftstages der Chemiearbeiter gab es Machtkämpfe innerhalb der FSG. Mit einer Änderung eines vom Bundesvorstand einstimmig beschlossenen Wahlvorschlages wollte man Dipl.-Ing.Dr. Hirss-Werdisheim abwählen und durch den Landessekretär der Steiermark, Johann Reicher, ersetzen. Hirss-Werdisheim ist allerdings auch Fachgruppensekretär der Glas- und Papierbranche und dort überaus beliebt und erfolgreich. Der Großteil der Funktionäre steht hinter ihm. Das zeigte sich auch bei dem "Beschluß von Hallein", wo sich über 100 Betriebsräte aus ganz Österreich für die Wiederwahl von Hirss-Werdisheim aussprachen, ansonsten wäre die Abspaltung der Fachgruppe von der Chemiegewerkschaft besiegelt gewesen.

Um die drohende Abspaltung zu verhindern, verhandelte die FSG mit den FCG-Funktionären. Dabei bemühten sich die FSG-Funktionäre den FCG-Funktionären den neuen Wahlvorschlag aufzuzwingen. Während dieser Verhandlung fiel der inzwischen bekannte Ausspruch des Kollegen Beck:
"Was ist der Preis?" Worauf die FCG festhielt, daß sie nicht käuflich sei und die Verhandlungen abbrach.

Die Spaltungstendenzen wurden nun durch Vorsitzende Gerhard Linner an die Spitze getrieben, Linner sprach die Suspendierung von Dipl.-Ing.Dr. Hirss-Werdisheim aus.

Der Unmut ging soweit, daß bei dieser Bundesvorstandssitzung ein hoher sozialdemokratischer Funktionär seine verliehene Auszeichnung seitens der Chemiegewerkschaft zurückgab. Es besteht die Gefahr, daß mittelfristig innerhalb der Chemiegewerkschaft keine konstruktive Arbeit mehr geführt werden kann, da innerhalb der FSG die Streitereien eskalieren. Daher ist auch die Erreichbarkeit einzelner Mitarbeiter für sachliche Arbeit und Auskünfte nicht mehr gegeben. Anscheinend sind die Machtkämpfe wichtiger als konstruktive Zusammenarbeit. Die Mitglieder und Betriebsräte in den Betrieben spüren das und zeigen kein Verständnis mehr für persönliches Machtstreben und Positionssicherung. Einige Betriebe haben auch schon ihre Mitgliedsbeitragsüberweisungen auf Treuhandkonten umgeleitet, um damit ein Zeichen ihrer Unzufriedenheit zu setzen.

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Josef Eder, FCG-Bundesvorsitzender
in der Chemiegewerkschaft

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