Konrad-Lorenz-Preis 1997 geht an Dozent Ludwig Maurer -BILD

Ein "Bio-nier" und Wegbereiter des biologischen Landbaus

Wien (OTS) - Umweltminister Dr. Martin Bartenstein hat den Konrad-Lorenz-Preis 1997 heute, Montag, an den Wiener Naturwissenschafter Dr. Ludwig Maurer vergeben. Maurer sei der Pionier für den biologischen Landbau in Österreich gewesen, gewissermaßen ein "Bio-nier", wie der Minister bei der Preisverleihung im Wiener Belvedere anmerkte. Der Konrad-Lorenz-Preis, benannt nach dem großen Naturwissenschafter und Nobelpreisträger, wird seit 1981 für besondere Verdienste um den Naturschutz in Österreich vergeben.

Der Zoologe, Biochemiker und Meteorologe Maurer hat sich seit Beginn der achtziger Jahre mit den wissenschaftlichen Grundlagen für den Biolandbau in Österreich befaßt. Eines seiner großen Verdienste war es, für bundesweit anerkannte und verbindliche Richtlinien für Produkte aus biologischer Landwirtschaft zu
sorgen. Seit 1984 ist Maurer Leiter des Instituts für Biologischen Landbau und Angewandte Ökologie in der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft.

Wie Maurer erfolgreich dazu beitrug, die großen Absatzmärkte für Bio-Lebensmittel zu öffnen, sehe man heute daran, daß jede große Handelskette ihre eigene Bio-Linie führe, betonte Bartenstein. Er räumte gleichzeitig aber ein, daß Absatzmöglichkeiten beschränkt seien. Von Supermarktketten werde der maximale Marktanteil von Bioprodukten mit 20 bis 25 %
beziffert. In den achtziger Jahren gab es in Österreich etwa 2.000 Biobauernbetriebe, heute sei ihre Zahl auf über 20.000
angestiegen. In der EU stehe Österreich damit an erster Stelle, hielt der Minister fest. Durch Vermarktung der Bioprodukte würden jährlich etwa 3 Milliarden Schilling umgesetzt.

Maurer: Biologische Landwirtschaft allein genügt für den ländlichen Raum nicht

Die biologische Landwirtschaft biete für den ländlichen Raum die Chance, sich eine neue Identität zu erarbeiten, betonte Preisträger Maurer in seinen Dankesworten. Die Entwicklung dürfe aber nicht vordergründig bei den Bioprodukten stehenbleiben, sondern müsse mit anderen Erwerbszweigen und der Regionalentwicklung kombiniert werden, um der Abwanderung aus den ländlichen Gebieten entgegenzuwirken. Dies sei besonders
angesichts der "drohenden oder positiven - je nachdem" Vorzeichen der Agenda 2000 der Europäischen Union wichtig, sagte Maurer. Die ökologische Strategie für die Landwirtschaft könne nur unter Berücksichtigung der geltenden wirtschaftlichen Bedingungen und unter Einbindung der sozialen Fragen des ländlichen Raums erfolgreich sein.

(Siehe auch APA/OTS-BILD)

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