Baugewerbe begrüßt Abbau der Wettbewerbsverzerrungen durch ÖBB

Kahlschlag auch bei den Eigenregieleistungen von Bund, Ländern und Gemeinden dringend erforderlich

Wien (PWK) - Die Bundesinnung der Baugewerbe begrüßt die Absicht der ÖBB, bis 2003 rund 3.500 Mitarbeiter im Servicebereich abzubauen. "Damit werden einige eklatante Wettbewerbsverzerrungen durch die ÖBB vor allem im Baubereich in absehbarer Zeit beseitigt", erklärte Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer. ****

Die ÖBB hat mit ihren mehr als 30 Gewerbescheinen im vergangenen Jahr nicht nur fast alle Bauaufträge, die zu vergeben waren, in Eigenregie durchgeführt, sondern auch Bauleistungen auf dem freien Markt zu regelrechten Dumpingpreisen angeboten. Konkret ging es um Aufträge für die Sanierung von Bahnhöfen samt den dazugehörigen Leistungen der Professionisten und der Gleisarbeiten. Die Begründung der Bahn: das unkündbare Personal müsse schließlich beschäftigt werden. Daß die Bahn mit eigenem Personal angeblich günstiger arbeiten kann, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß es bei der ÖBB keine Kostenrechnung gibt.

Besonders dramatisch hat sich diese Entwicklung für die Spezialunternehmen im Gleisbau ausgewirkt, die zuerst in teure Geräte investieren mußten und dann mit Umsatzrückgängen bis zu 90% konfrontiert wurden. In der Vergangenheit waren zumindest die privaten Anschlußbahnen ausschließlich den gewerblichen Unternehmen vorbehalten. "In jüngster Zeit führte die ÖBB jedoch gerade in diesem Bereich einen extrem unfairen Preiskampf", so Bundeinnungsmeister Johannes Lahofer. Personalkosten wurden beliebig tief festgesetzt, so daß es keinem ordentlich kalkulierenden Mitbewerber möglich war, auch nur in die Nähe eines Auftrages zu kommen.

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