• 12.11.1997, 11:52:22
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  • OTS0125

Baugewerbe begrüßt Abbau der Wettbewerbsverzerrungen durch ÖBB

Kahlschlag auch bei den Eigenregieleistungen von Bund, Ländern und Gemeinden dringend erforderlich

Wien (PWK) - Die Bundesinnung der Baugewerbe begrüßt die Absicht
der ÖBB, bis 2003 rund 3.500 Mitarbeiter im Servicebereich abzubauen.
"Damit werden einige eklatante Wettbewerbsverzerrungen durch die ÖBB
vor allem im Baubereich in absehbarer Zeit beseitigt", erklärte
Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer. ****

Die ÖBB hat mit ihren mehr als 30 Gewerbescheinen im vergangenen
Jahr nicht nur fast alle Bauaufträge, die zu vergeben waren, in
Eigenregie durchgeführt, sondern auch Bauleistungen auf dem freien
Markt zu regelrechten Dumpingpreisen angeboten. Konkret ging es um
Aufträge für die Sanierung von Bahnhöfen samt den dazugehörigen
Leistungen der Professionisten und der Gleisarbeiten. Die Begründung
der Bahn: das unkündbare Personal müsse schließlich beschäftigt
werden. Daß die Bahn mit eigenem Personal angeblich günstiger
arbeiten kann, ist lediglich darauf zurückzuführen, daß es bei der
ÖBB keine Kostenrechnung gibt.

Besonders dramatisch hat sich diese Entwicklung für die
Spezialunternehmen im Gleisbau ausgewirkt, die zuerst in teure Geräte
investieren mußten und dann mit Umsatzrückgängen bis zu 90%
konfrontiert wurden. In der Vergangenheit waren zumindest die
privaten Anschlußbahnen ausschließlich den gewerblichen Unternehmen
vorbehalten. "In jüngster Zeit führte die ÖBB jedoch gerade in diesem
Bereich einen extrem unfairen Preiskampf", so Bundeinnungsmeister
Johannes Lahofer. Personalkosten wurden beliebig tief festgesetzt, so
daß es keinem ordentlich kalkulierenden Mitbewerber möglich war, auch
nur in die Nähe eines Auftrages zu kommen.

Die Bahn ist aber nicht der einzige Bereich, in dem eine große
Zahl von Personen mit Eigenregiearbeiten beschäftigt sind. So sind
alleine 11.000 Personen nur mit der Straßenerhaltung beschäftigt,
weitere 8.000 sind bei der Post im Bereich Erhaltung und
Instandsetzung tätig, 4.500 öffentlich Bedienstete werden für die
Wildbach- und Lawinenverbauung eingesetzt. Dazu kommen noch 8.000
Beschäftigte für Straßeninstandsetzung und Reinigung in den
Gemeinden. Summa summarum 31.500 Beschäftigte alleine im Baubereich,
die Arbeiten verrichten, die von privaten Bauunternehmen nachweislich
billiger erledigt werden können. Das Gesamtvolumen, das der
Baubranche jährlich verloren geht, wird auf 20 Milliarden Schilling
geschätzt.
(Schluß) MH
Rückfragehinweis: Bundesinnung der Baugewerbe

Dr. Günter Tschepl
Tel 017183737-0

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK

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