Internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen

Auszeichnung für das Planer-Team

Wien (OTS) - Auftrag und Herausforderung für die Nationalpark-Verwaltung =

Der Nationalpark Donau-Auen scheint in der neuesten
international geführten Liste der Schutzgebiete der IUCN (Weltnaturschutzorganisation) als Nationalpark der Kategorie 2 auf.

Nach dem Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel und dem Nationalpark Kalkalpen hat Österreich damit den dritten Nationalpark, der die internationalen Kriterien (Kategorie II) für einen Nationalpark erfüllt.

Management-Kategorie II der IUCN (The World Conservation Union):

Kategorie II: Nationalpark

Natürliches Landgebiet oder marines Gebiet, das ausgewiesen wurde um

(a) die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme im Interesse der heutigen und kommender Generationen zu schützen, um

(b) Nutzungen oder Inanspruchnahme, die den Zielen der Ausweisung abträglich sind, auszuschließen und um

(c) eine Basis für geistig-seelische Erfahrungen sowie Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote für Besucher zu schaffen. Sie alle müssen umwelt- und kulturverträglich sein.

Schutzgebiete, die die jeweiligen Kriterien einer Kategorie erfüllen, werden in die internationale Liste der Schutzgebiete, die vom World Conservation Monitoring Centre (Cambridge) geführt wird, aufgenommen.

Internationale Anerkennung als Auftrag an die

Nationalpark-Verwaltung

"Die Aufnahme in die internationale Liste der Nationalparks ist als ein Auftrag an die Nationalpark-Verwaltung zu sehen, sich bei der Realisierung des Nationalparks Donau-Alpen genau an die vorliegenden Planungsgrundlagen zu halten", sieht Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU, die Situation nüchtern. "Mit den Planungsgrundlagen und der internationalen Anerkennung wurden die Weichen für ein österreichisches Vorzeige-Projekt gestellt. Das bedeutet eine große Herausforderung für die Nationalpark-Verwaltung", so Heilingbrunner weiter.

Die internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen wurde auf Grundlage der Planungsergebnisse und der Landesgesetze ausgesprochen.

Diese Grundlagen wurden bereits in den Jahren 1991 - 1995 durch die Nationalparkplanung bei der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (unter der Leitung von Dr. Reinhold Christian) bzw. die "Provisorische Geschäftsstelle Nationalpark Donau-Auen" im Jahr 1996 erarbeitet.

Großartiger Erfolg für das Planungsteam

"Die internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen ist ein großartiger Erfolg für das gesamte Planungsteam", so Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes ÖGNU.

"Derzeit klafft allerdings eine große Lücke zwischen den vorliegenden Planungsergebnissen und den ersten Realisierungsschritten der Nationalpark-Verwaltung. Ich hoffe, Direktor Manzano interpretiert die Entscheidung der IUCN richtig und erarbeitet rasch einen Managementplan, der den Anforderungen der IUCN voll entspricht", so Maier weiter.

"Bereits 1995 und 1996 haben Vertreter der IUCN, insbesondere die Vorsitzende der Schutzgebietskommission Marija Zupancic und David Sheppard (Anm.: Head of Protected Area Programme, IUCN World Headquarters), darauf hingewiesen, daß die Donau-Auen nur dann als Nationalpark anerkannt werden, wenn das vorliegende Planungskonzept auch tatsächlich umgesetzt wird", so DI Robert Brunner, österreichischer Vertreter in der Schutzgebietskommission der IUCN und Chefplaner der Nationalparkplanung. Er war es auch, der sich für die internationale Anerkennung eingesetzt und der IUCN die erforderlichen Unterlagen übermittelt und erläutert hat.

"Der Umweltdachverband ÖGNU wird sich mit aller Vehemenz dafür einsetzen, daß die Donau-Auen ihren Status als Nationalpark nach den Kriterien der IUCN behalten und sich erlauben, der Nationalpark-Verwaltung wenn nötig Kurskorrekturen vorzuschlagen", schloß Heilingbrunner.

Für die Planer kommt diese internationale Anerkennung zu spät. Sie wurden bei der Gründung der Nationalpark-Gesellschaft nicht mehr berücksichtigt.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband ÖGNU
GF Mag. Franz Maier
Tel.: 01-40 113 oder 0664/33 59 532

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