- 07.11.1997, 15:46:05
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- OTS0224
Internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen
Auszeichnung für das Planer-Team
Auftrag und Herausforderung für die Nationalpark-Verwaltung =
Wien (OTS) - Der Nationalpark Donau-Auen scheint in der neuesten
international geführten Liste der Schutzgebiete der IUCN
(Weltnaturschutzorganisation) als Nationalpark der Kategorie 2 auf.
Nach dem Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel und dem Nationalpark
Kalkalpen hat Österreich damit den dritten Nationalpark, der die
internationalen Kriterien (Kategorie II) für einen Nationalpark
erfüllt.
Management-Kategorie II der IUCN (The World Conservation Union):
Kategorie II: Nationalpark
Natürliches Landgebiet oder marines Gebiet, das ausgewiesen wurde
um
(a) die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme
im Interesse der heutigen und kommender Generationen zu schützen, um
(b) Nutzungen oder Inanspruchnahme, die den Zielen der Ausweisung
abträglich sind, auszuschließen und um
(c) eine Basis für geistig-seelische Erfahrungen sowie
Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote für Besucher zu
schaffen. Sie alle müssen umwelt- und kulturverträglich sein.
Schutzgebiete, die die jeweiligen Kriterien einer Kategorie
erfüllen, werden in die internationale Liste der Schutzgebiete, die
vom World Conservation Monitoring Centre (Cambridge) geführt wird,
aufgenommen.
Internationale Anerkennung als Auftrag an die
Nationalpark-Verwaltung
"Die Aufnahme in die internationale Liste der Nationalparks ist
als ein Auftrag an die Nationalpark-Verwaltung zu sehen, sich bei der
Realisierung des Nationalparks Donau-Alpen genau an die vorliegenden
Planungsgrundlagen zu halten", sieht Dr. Gerhard Heilingbrunner,
Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU, die Situation nüchtern. "Mit
den Planungsgrundlagen und der internationalen Anerkennung wurden die
Weichen für ein österreichisches Vorzeige-Projekt gestellt. Das
bedeutet eine große Herausforderung für die Nationalpark-Verwaltung",
so Heilingbrunner weiter.
Die internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen
wurde auf Grundlage der Planungsergebnisse und der Landesgesetze
ausgesprochen.
Diese Grundlagen wurden bereits in den Jahren 1991 - 1995 durch
die Nationalparkplanung bei der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
(unter der Leitung von Dr. Reinhold Christian) bzw. die
"Provisorische Geschäftsstelle Nationalpark Donau-Auen" im Jahr 1996
erarbeitet.
Großartiger Erfolg für das Planungsteam
"Die internationale Anerkennung für den Nationalpark Donau-Auen
ist ein großartiger Erfolg für das gesamte Planungsteam", so Mag.
Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes ÖGNU.
"Derzeit klafft allerdings eine große Lücke zwischen den
vorliegenden Planungsergebnissen und den ersten
Realisierungsschritten der Nationalpark-Verwaltung. Ich hoffe,
Direktor Manzano interpretiert die Entscheidung der IUCN richtig und
erarbeitet rasch einen Managementplan, der den Anforderungen der IUCN
voll entspricht", so Maier weiter.
"Bereits 1995 und 1996 haben Vertreter der IUCN, insbesondere die
Vorsitzende der Schutzgebietskommission Marija Zupancic und David
Sheppard (Anm.: Head of Protected Area Programme, IUCN World
Headquarters), darauf hingewiesen, daß die Donau-Auen nur dann als
Nationalpark anerkannt werden, wenn das vorliegende Planungskonzept
auch tatsächlich umgesetzt wird", so DI Robert Brunner,
österreichischer Vertreter in der Schutzgebietskommission der IUCN
und Chefplaner der Nationalparkplanung. Er war es auch, der sich für
die internationale Anerkennung eingesetzt und der IUCN die
erforderlichen Unterlagen übermittelt und erläutert hat.
"Der Umweltdachverband ÖGNU wird sich mit aller Vehemenz dafür
einsetzen, daß die Donau-Auen ihren Status als Nationalpark nach den
Kriterien der IUCN behalten und sich erlauben, der
Nationalpark-Verwaltung wenn nötig Kurskorrekturen vorzuschlagen",
schloß Heilingbrunner.
Für die Planer kommt diese internationale Anerkennung zu spät. Sie
wurden bei der Gründung der Nationalpark-Gesellschaft nicht mehr
berücksichtigt.
Rückfragehinweis: Umweltdachverband ÖGNU
GF Mag. Franz Maier
Tel.: 01-40 113 oder 0664/33 59 532
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