Wagner: Ein Signal für den Schutz der Natur in Europa

Nationalpark Thayatal: Blochberger verweist auf Umwegrentabilität

St.Pölten (NLK) - Die Landesräte Franz Blochberger und Ewald Wagner, für Natio-nalparkfragen zuständig, begrüßten heute den Beschluß der NÖ Landesregierung, mit dem der § 15a-Vertrag über das Thayatal von niederösterreichischer Seite "grünes Licht" erhielt. Der Vertrag wird am kommenden Sonntag, 26. Oktober, um 13.30 Uhr in Hardegg unterzeichnet. Die Festansprachen werden Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll sowie die Bundesminister Rudolf Edlinger und Dr. Martin Bartenstein halten.

Der Nationalpark Thayatal soll in der Anfangsphase 1.330 Hektar umfassen und später auf bis zu 1.700 Hektar wachsen. Ab Anfang
2000 werden auch die Zonenein-teilung und die Grenzen des Nationalparks Thayatal gelten. Die Verwaltung des Na-tionalparks übernimmt eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren Anteile der Bund und das Land Niederösterreich je zur Hälfte halten. Geplant ist, einen regionalen Beirat einzurichten. Der Geschäftsführer wird 1998 über eine Ausschreibung ermittelt. Die Errichtungskosten werden mit bis zu
12 Millionen Schil-ling festgelegt, der laufende Betrieb darf höchstens acht Millionen Schilling pro Jahr kosten, wobei man die Beteiligung der EU anstrebt. Um die Entschädigungsleistungen an
die Grundeigentümer und an sonstige Nutzungsberechtigte ermitteln zu können, wird eine Kommission aus Vertretern des Bundes und des Landes Niederösterreich eingerichtet, wobei man einvernehmliche
und vertraglich abgesicherte Lösungen an-strebt.

Wie Blochberger heute betonte, sei Niederösterreich das erste Bundesland mit zwei Nationalparks. Ein Jahr nach dem Start für die neue Zukunft der Donau-Auen werde der zweite Nationalpark im Thayatal geschaffen. Der Agrar-Landesrat verwies beson-ders auf
die erwartete Umwegrentabilität und den wirtschaftlichen Nutzen für die Re-gion. Immerhin seien mittel- bis langfristig 40.000 bis 110.000 Besucher bzw. Tages-gäste pro Jahr und 6.000 bis 12.000 Nächtigungen mit entsprechenden zusätzlichen Umsätzen in der Region zu erwarten.

Naturschutz-Landesrat Wagner verwies auf die intensiven, seit Jahren laufenden Vorarbeiten des Bundeslandes Niederösterreich für den Nationalpark. Die Natur-schutzgebiete im Thayatal seien die "Eckpfeiler" des Projekts und auch die künftigen Kernzone. Das
Land habe bei den Verhandlungen mit den Grundeigentümern auch
schon viel Geld in die Hand genommen. Der § 15a-Vertrag sei die logische Fortset-zung dieser Bemühungen, mit denen man das einzigartige, auf weite Strecken unbe-rührte Tal mit Landschaftsjuwelen wie dem Umlaufberg für kommende Generationen bewahren wolle. Mit dem bereits existierenden Nationalpark auf tschechischer Seite werde ein für europäische Verhältnisse beachtenswert großes Gebiet unter Schutz stehen. Der grenzüberschreitende Nationalpark werde, so Wagner, zudem ein Signal für den Schutz der Natur in Europa darstellen.

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