Metaller-Lohnverhandlungen: IST-Löhne steigen um 2,1%

Teilung in einen fixen, niedrigeren Prozentsatz von 1,9% plus individueller Lohn/Gehaltserhöhung von 0,5% erstmals möglich

Wien (PWK) - Nach mehrstündigen harten, aber fairen Verhandlungen einigten sich Montag abend die Arbeitgeber mit der Metallergewerkschaft MBE und der Angestellten-Gewerkschaft GPA auf eine IST-Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,1 Prozent. Die KV-Löhne steigen ab 1. November um 2,7 Prozent. ****

Die Kollektivvertragspartner trugen der Tatsache Rechnung, daß eine lineare Erhöhung der IST-Löhne- und Gehälter in der bisherigen Form weder den Bedürfnissen der Unternehmungen, noch denen der Arbeitnehmer entspricht. Daher kann anstelle eines durchschnittlichen Einheitsprozentsatzes ein gespaltener Prozentsatz zwischen genereller und individueller Erhöhung eingeführt werden. Betriebe haben dadurch mehr Spielraum für branchenspezifische Lösungen. Anstelle einer IST-Erhöhung für alle Arbeitnehmer kann ein etwas niedrigerer IST-Prozentsatz (1,9%) vereinbart werden. Zusätzlich sind individuelle Lohn- und Gehaltserhöhungen um 0,5% möglich. Zusammen muß dieser Prozentsatz 2,4% ergeben.

Erleichtert wurden die Gespräche dadurch, daß in der seit einem halben Jahr offenen Frage der Arbeitszeitflexibilisierung ein Kollektivvertrag für Arbeiter und Angestellte im Eisen-Metallsektor abgeschlossen werden konnte. Dieser Kollektivvertrag stellt eine bahnbrechende Neuregelung der Arbeitszeitgestaltung für Österreichs Industrie dar. Die 41. bis 45. Stunde wird im Rahmen von zu vereinbarenden Durchrechnungszeiträumen zur Normalarbeitszeit. Anstelle der starren Arbeitszeitgestaltung wird im Durchrechnungszeitraum erstmals eine Zeitkontenführung kollektivvertraglich vereinbart. Der Preis für diese neue Beweglichkeit ist ein Zeitzuschlag oder eine gleichwertige Verkürzung der Normalarbeitszeit für den betreffenden Arbeitnehmer von 25 Prozent. "Wichtig für die zukünftige Entwicklung gerade auf dem Gebiet der Arbeitszeitpolitik ist, daß dieser Vertrag keine Gewinner oder Verlierer kennt, sondern einen schlagenden Beweis für die Kompromißfähigkeit der österreichischen Sozialpartnerschaft darstellt. Damit wurde der Standort Österreich und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und gleichzeitig ein positiver Beitrag für den Arbeitsmarkt geleistet", erklärte Clemens Malina-Altzinger, Chefverhandler der Arbeitgeber.

Die Lohn- und Gehaltsverhandlungen spielten sich in einem Umfeld ab, in dem es notwendig war, die richtige Balance zwischen einer allgemein optimistischeren Einschätzung der Wirtschaftlage und dem nach wie vor starken Konkurrenzdruck auf den ausländischen Märkten und im Inland zu finden. Die niedrige Inflationsrate hat es ermöglicht, eine Reallohnerhöhung zu vereinbaren, obwohl der Abschluß praktisch im Rahmen des Vorjahres liegt.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Karin Keglevich
Tel: 0664/3380834

Bundessektion Industrie

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK