OeNB - LANGFASSUNG

Neue 500- und 1000-Schilling-Banknoten High-tech-Sicherheitsausstattung nimmt Euro-Standard vorweg
Ausgabe der neuen Scheine ab 20. Oktober 1997

Zum letzten Mal vor der geplanten Euro-Umstellung im Jahr 2002

bringt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) jetzt neue Schilling-Banknoten heraus: Ab 20. Oktober werden die alten
500- und 1000-Schilling-Scheine gegen neue Banknoten ausgetauscht, die bereits die gleiche Sicherheitsausstattung aufweisen - und
damit ebenso fälschungssicher sind - wie das künftige Euro-Geld.

Wie bereits angekündigt, wird auf dem Fünfhunderter die österreichische Frauenrechtlerin, Malerin und Schriftstellerin
Rosa Mayreder, auf dem Tausender der Entdecker der Blutgruppen
und Nobelpreisträger für Medizin Karl Landsteiner zu sehen sein. Farblich folgen die neuen Scheine dem gewohnten Schema:
rosa für den 500-Schilling-Schein, blau für den Tausender.

Sicherheitsausstattung mit drei verschiedenen Kippeffekten

Die neuen 500- und 1000-Schilling-Banknoten setzen neue Standards
in der Fälschungssicherheit. Sie weisen eine große Zahl an Sicherheitsmerkmalen auf, die selbst mit modernster Reproduktionstechnik nicht nachzuahmen sind.

Das hervorstechendste neue Sicherheitsmerkmal ist das bereits vom Fünftausender her bekannte Kinegram® - eine von Österreich maßgeblich mitbestimmte Entwicklung, die mittlerweile weltweit zum Einsatz kommt. Auch die künftigen Euro-Noten (die bekanntlich ebenfalls vom OeNB-Banknotendesigner Robert Kalina entworfen wurden) werden mit einer speziellen, durch Kopieren oder normalen Druck nicht reproduzierbaren Silberfolie ausgestattet. Wird die Banknote "gekippt" (also in der Neigung verändert), so zeigt das Kinegram® - je nach Betrachtungswinkel - die Wertbezeichnung "500" bzw. "1000" in verschiedenen Größen oder das stilisierte Bundeswappen.

Der von den bisherigen Geldscheinen bekannte "klassische"
Kippeffekt wurde durch zwei neue Kippmerkmale ersetzt. Es gibt nun sowohl Kippfarben (auf der Vorderseite ein zwei Zentimeter breiter, senkrechter Streifen, der beim Kippen des Fünfhunderters von grün auf rosa bzw. beim Tausender von rosa auf grün und umgekehrt wechselt; auf der Rückseite die Wertbezeichnung "500" bzw. "1000", die sich von violett auf grün ändert), als auch eine Kippzahl:
Beim Kippen wird links neben dem Portrait und rechts vom
Kinegram® die jeweilige Wertbezeichnung als dunkle Schrift sichtbar.

Mit einem Wort: Wer einen der neuen Scheine aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, kann damit schon drei Sicherheitsmerkmale überprüfen.

Andere, bereits bekannte Sicherheitsmerkmale wurden zum Teil ebenfalls weiterentwickelt: das Wasserzeichen, das man - in Form eines stilisierten Mayreder- bzw. Landsteiner-Kopfes - auf der Rückseite
der Banknote sieht, wenn man sie gegen das Licht hält; der Sicherheitsstreifen, der ebenfalls erkennbar wird, wenn man gegen das Licht schaut, und in den erstmals eine Mikroschrift integriert wurde ("OeNB 500" am Mayreder-Schein und "OeNB 1000" auf der Landsteiner-Banknote); das Durchsichtsornament, bei dem sich,
gegen das Licht gesehen, der Druck auf der Vorder- und Rückseite
zu einem "A" wie Austria ergänzt; und der Tiefdruck, durch den "erhabene" Stellen auf der Vorderseite der Banknoten spürbar werden, wenn man sie durch die Finger gleiten läßt.

Wer eine Lupe zur Hand nimmt, wird noch weitere Stellen mit Mikroschrift entdecken: im Schriftzug "FÜNFHUNDERT" bzw. "TAUSEND" auf der Vorderseite der Banknoten und in mehreren grafischen Elementen auf der Vorder- und Rückseite die Wertbezeichnung "S 500" bzw. "S 1000"; im Kinegram® den Schriftzug "OESTERREICHISCHE NATIONALBANK" als Endlostext; und auf der Rückseite der Noten unter der Bezeichnung "SCHILLING" weitere Endlostexte, die stichwortartig auf die jeweils abgebildete Persönlichkeit Bezug nehmen.

Für Kassen in Banken und im Handel, die mit UV-Lampen ausgestattet sind, gibt es zusätzlich noch die UV-Fluoreszenz: Unter ultraviolettem Licht leuchten im Papier eingestreute Fasern gelb oder blau, andere Teile der Noten leuchten gelb oder grün.

Banknoten "mit ABS und Airbag"

Die alten Fünfhunderter und Tausender sind bereits seit 11 bzw.
14 Jahren in Verwendung und haben damit ihr sicherheitstechnisches "Ablaufdatum" erreicht. Angesichts der mittlerweile von Fälschern erzielten Fortschritte - insbesondere durch Verwendung von Farbkopierern - wäre es nicht zu verantworten gewesen, die beiden am stärksten fälschungsgefährdeten Noten noch fast weitere fünf Jahre in Umlauf zu lassen: "Wenn man eine bessere Sicherheitstechnologie hat, muß man sie auch einsetzen," so OeNB-Generaldirektor Adolf Wala bei der Präsentation der neuen Banknoten vor Journalisten in Wien. "Niemand würde verstehen,
wenn ein Hersteller heute noch ein Auto ohne ABS oder Airbag anbietet."

Diese Ansicht teilen übrigens auch viele andere europäische Länder:
So haben allein heuer zehn EU-Notenbanken noch neue Banknoten in ihren Landeswährungen eingeführt.

Erleichtert wird die Entscheidung für eine solche Neuausgabe durch die Tatsache, daß alte, unansehnlich gewordene Geldscheine ohnehin regelmäßig ausgetauscht werden müssen: Im Gegensatz zur sicherheitstechnischen Lebensdauer von 10-15 Jahren beträgt die physische Lebensdauer einer Banknote nur maximal fünf Jahre.

"Brücke zum Euro"

Die Oesterreichische Nationalbank sieht die neuen Banknoten in mehrfacher Hinsicht als eine "Brücke zum Euro":

• durch die bereits erwähnten neuen Sicherheitsmerkmale, die sich auch auf den Euro-Banknoten finden werden, und durch das Design
aus der Hand desselben Künstlers;

  • als Referenzprojekt für den Wettbewerb auf dem Banknotendruckmarkt
  • nicht nur für die künftigen Euro-Noten, sondern auch für Geld von EU-Drittländern - für den sich die OeNB mit ihrem soeben fertiggestellten neuen "Geldzentrum" in der Wiener Garnisongasse eine ausgezeichnete Startposition geschaffen hat;

• und - quasi als Zusatznutzen - durch die Möglichkeit, gemeinsam mit Banken, Handel und Konsumenten eine "Generalprobe" für die kommende Euro-Umstellung durchführen zu können.

Die Umstellung auf die neuen Banknoten erfolgt innerhalb von sechs Monaten nach der Ausgabe. Bis 20. April 1998 können die alten Scheine bei allen Banken und Postämtern eingetauscht werden.
Wer danach noch einen "Sparstrumpf" mit alten Tausendern oder Fünfhundertern findet, muß sich deswegen aber keine Sorgen machen:
Die OeNB und ihre Zweiganstalten in den Landeshauptstädten nehmen die alten Scheine jedenfalls noch zwanzig Jahre lang zurück
- also bis zu einem Zeitpunkt, zu dem "draußen" längst bereits
in Euro bezahlt werden wird.

Ausführliches Informationsmaterial über die neuen Schilling-Banknoten gibt es kostenlos bei Banken und
Postämtern in ganz Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Oesterreichische Nationalbank
Sekretariat des Direktoriums/
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.Nr.: 404 20 DW 6666

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