- 07.10.1997, 11:55:41
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Bartenstein stellt Schulbuchreform vor: Versorgung und Budgetrahmen sichergestellt Mehr Wettbewerb, weniger Bürokratie=
Wien (OTS) Die Schulbuchaktion bietet allen österreichischen
Schülern eine quantitativ und qualitativ gute Versorgung mit den
notwendigen Schulbüchern.
Aufgrund der bugetpolitischen Festlegung, die staatlichen
Ausgaben für die Schulbuchaktion auf dem Niveau von 1997 (1,2 Mrd.
S) bis zum Jahr 2000 einzufrieren, ist eine nachhaltige Reform der
Schulbuchaktion unumgänglich, wenn die ausreichende Versorgung der
Schüler mit Schulbüchern ohne zusätzliche finanzielle Belastung
der Eltern auch in Zukunft sichergestellt werden soll, sagt
Familienminister Dr. Martin BARTENSTEIN bei einer Pressekonferenz
gemeinsam mit Doris WENINGER (Schülerunion), Dr. Christine
KRAWARIK (Verband der Elternvereine an den höheren Schulen Wiens),
Dr. Helmut FINK (General Consulting Network) und KR Bernhard WEIS
(Bundesgremium des Handels und der Verlage) am Dienstag.
In Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatungsfirma General
Consulting Network (GCN) wurde daher vom Familienministerium eine
Reform erarbeitet, die zum Ziel hat:
Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung aller Schüler mit
Schulbüchern - soviel Eigentum wie möglich soviel Wiederverwendung
wie nötig
Hebung der Wiederverwendung und damit qualitativ bessere
Ausstattung von Schulbüchern - weg von der Wegwerfmentalität
Mehr Autonomie für die Schulen bei der Auswahl der
Schulbuchtitel und anderer Unterrichtsmittel
Keine Erhöhung des Schulbuchbudgets von derzeit 1,2 Mrd.
Schilling mindestens bis zum Jahr 2000
Herstellung eines marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, der zu
hoher Qualität bei konkurrenzfähigen Preisen bei Schulbüchern
führt
Weniger Bürokratie durch Wegfall eines Großteils der zentralen
Administration
Keine Erhöhung des Selbstbehaltes der Eltern
Um diese Ziele zu erreichen, ist als Kernstück der Reform ein
Mischsystem von Übergang von Schulbüchern ins Eigentum der Schüler
und leihweise zur Verfügung gestellten Büchern durch eine
Schulbibliothek mit allen Betroffenen ausverhandelt worden.
Bei grundsätzlich weiter bestehendem Übergang der Schulbücher
ins Eigentum der Schüler, wird künftig ein Teil der Schulbücher
wiederverwendet werden, um die insgesamt hohe Versorgung der
Schüler beizubehalten.
Den Schulen wird die Wiederverwendung von Schulbüchern
freigestellt.
Die Preis- und Angebotsgestaltung für Schulbücher wird
freigestellt, d.h. alle approbierten Bücher dürfen den Schulen
angeboten und von diesen im Rahmen des ihnen zur Verfügung
stehenden Limits bestellt werden.
Mittel, die von den Schulen nicht für Schulbücher aus den
Schulbuchlisten ausgegeben werden, können bis zu einem
Höchstbetrag für andere Unterrichtsmittel (Lernspiele, CD-Rom,
etc.) verwendet werden. Damit kann neuen pädagogischen und
didaktischen Anforderungen in der Schule besser entsprochen und
die Selbständigkeit sowie Eigeninitiative der Schulen gestärkt
werden. Zur Verfügung stehenden Mittel durch individuelle
Anpassung der Anschaffung an den Bedarf an Unterrichtsmitteln
können die Schüler auch mit neuen Lernmitteln versorgt und so
gleichzeitig auch der Nutzungsgrad der herkömmlichen Schulbücher
erhöht werden.
Der Elternselbstbehalts wird einheitlich für die einzelnen
Schulstufen und Formen festgelegt und beträgt künftig 10 Prozent
des für die jeweilige Schulform geltenden Buchbudgets. Damit gibt
es auch weniger Verwaltungsaufwand für die Schulen.
Das neue Schulbuchsystem wird bereits in einer Reihe von
Pilotschulen erprobt und soll rechtzeitig vor Beginn des nächsten
Schuljahres allen österreichischen Schulen vorgestellt werden.
Um die Stabilität der Schulbuchversorgung sicherzustellen,
wurde mit dem Bundesgremium eine Übergangsregelung bis zum Jahr
2003 abgeschlossen, die die reibungslose Umsetzung der Reform
gewährleistet.
Dazu gehören:
Die Ladenpreise für die Schulbücher werden gesenkt. Damit
entfällt das gegenwärtige System von Rückvergütungen mit Ausnahme
eines Großmengenrabattes. und die Schulen erhalten mehr Spielraum
für die Anschaffung von Unterrichtsmitteln.
Die Preissteigerungen für Schulbücher (Valorisierungen) werden
auf 70% des Lebenshaltungskostenindex festgelegt. Dies schafft
Berechenbarkeit für das Ministerium, die Schulen und die Anbieter.
Die Verleger beschränken Preissteigerungen für neue Bücher auf
eine Bandbreite von 10% gegenüber den Durchschnittspreisen der
existierenden Bücher. Hierdurch wird die Schulbuchversorgung auch
bei gleichbleibenden Budgetmitteln stabilisiert.
Die nun vereinbarten Bestimmungen sind ein Übergang von einem
völlig regulierten System zu einem marktwirtschaftlichen
orientierten System. Mittelfristiges Ziel ist nach Entwicklung
eines wettbewerbsorientierten Schulbuchmarktes die Preisfreigabe
der Schulbücher.
Die Übergangsbestimmungen werden bei außergewöhnlichen
Absatzschwankungen (durch hohe Wiederverwendungsraten bei
einzelnen Buchtypen) durch eine festgesetzte Höchstgrenze
überdurchschnittliche Preiserhöhungen verhindern.
Schluß
Rückfragehinweis: Bundesministerum für Umwelt
Jugend & Familie
Dr. Ingrid Nemec
Tel.: (01) 515 22 DW 5051
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