Bartenstein stellt Schulbuchreform vor: Versorgung und Budgetrahmen sichergestellt Mehr Wettbewerb, weniger Bürokratie

Wien (OTS) Die Schulbuchaktion bietet allen österreichischen Schülern eine quantitativ und qualitativ gute Versorgung mit den notwendigen Schulbüchern.

Aufgrund der bugetpolitischen Festlegung, die staatlichen Ausgaben für die Schulbuchaktion auf dem Niveau von 1997 (1,2 Mrd. S) bis zum Jahr 2000 einzufrieren, ist eine nachhaltige Reform der Schulbuchaktion unumgänglich, wenn die ausreichende Versorgung der Schüler mit Schulbüchern ohne zusätzliche finanzielle Belastung der Eltern auch in Zukunft sichergestellt werden soll, sagt Familienminister Dr. Martin BARTENSTEIN bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Doris WENINGER (Schülerunion), Dr. Christine
KRAWARIK (Verband der Elternvereine an den höheren Schulen Wiens), Dr. Helmut FINK (General Consulting Network) und KR Bernhard WEIS (Bundesgremium des Handels und der Verlage) am Dienstag.

In Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatungsfirma General Consulting Network (GCN) wurde daher vom Familienministerium eine Reform erarbeitet, die zum Ziel hat:

Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung aller Schüler mit Schulbüchern - soviel Eigentum wie möglich soviel Wiederverwendung wie nötig

Hebung der Wiederverwendung und damit qualitativ bessere Ausstattung von Schulbüchern - weg von der Wegwerfmentalität

Mehr Autonomie für die Schulen bei der Auswahl der
Schulbuchtitel und anderer Unterrichtsmittel

Keine Erhöhung des Schulbuchbudgets von derzeit 1,2 Mrd. Schilling mindestens bis zum Jahr 2000

Herstellung eines marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, der zu
hoher Qualität bei konkurrenzfähigen Preisen bei Schulbüchern führt

Weniger Bürokratie durch Wegfall eines Großteils der zentralen Administration

Keine Erhöhung des Selbstbehaltes der Eltern

Um diese Ziele zu erreichen, ist als Kernstück der Reform ein Mischsystem von Übergang von Schulbüchern ins Eigentum der Schüler und leihweise zur Verfügung gestellten Büchern durch eine Schulbibliothek mit allen Betroffenen ausverhandelt worden.

Bei grundsätzlich weiter bestehendem Übergang der Schulbücher ins Eigentum der Schüler, wird künftig ein Teil der Schulbücher wiederverwendet werden, um die insgesamt hohe Versorgung der Schüler beizubehalten.

Den Schulen wird die Wiederverwendung von Schulbüchern freigestellt.

Die Preis- und Angebotsgestaltung für Schulbücher wird freigestellt, d.h. alle approbierten Bücher dürfen den Schulen angeboten und von diesen im Rahmen des ihnen zur Verfügung stehenden Limits bestellt werden.

Mittel, die von den Schulen nicht für Schulbücher aus den Schulbuchlisten ausgegeben werden, können bis zu einem Höchstbetrag für andere Unterrichtsmittel (Lernspiele, CD-Rom, etc.) verwendet werden. Damit kann neuen pädagogischen und didaktischen Anforderungen in der Schule besser entsprochen und
die Selbständigkeit sowie Eigeninitiative der Schulen gestärkt werden. Zur Verfügung stehenden Mittel durch individuelle
Anpassung der Anschaffung an den Bedarf an Unterrichtsmitteln können die Schüler auch mit neuen Lernmitteln versorgt und so gleichzeitig auch der Nutzungsgrad der herkömmlichen Schulbücher erhöht werden.

Der Elternselbstbehalts wird einheitlich für die einzelnen Schulstufen und Formen festgelegt und beträgt künftig 10 Prozent des für die jeweilige Schulform geltenden Buchbudgets. Damit gibt es auch weniger Verwaltungsaufwand für die Schulen.

Das neue Schulbuchsystem wird bereits in einer Reihe von Pilotschulen erprobt und soll rechtzeitig vor Beginn des nächsten Schuljahres allen österreichischen Schulen vorgestellt werden.

Um die Stabilität der Schulbuchversorgung sicherzustellen,
wurde mit dem Bundesgremium eine Übergangsregelung bis zum Jahr 2003 abgeschlossen, die die reibungslose Umsetzung der Reform gewährleistet.
Dazu gehören:

Die Ladenpreise für die Schulbücher werden gesenkt. Damit entfällt das gegenwärtige System von Rückvergütungen mit Ausnahme eines Großmengenrabattes. und die Schulen erhalten mehr Spielraum für die Anschaffung von Unterrichtsmitteln.

Die Preissteigerungen für Schulbücher (Valorisierungen) werden auf 70% des Lebenshaltungskostenindex festgelegt. Dies schafft Berechenbarkeit für das Ministerium, die Schulen und die Anbieter.

Die Verleger beschränken Preissteigerungen für neue Bücher auf eine Bandbreite von 10% gegenüber den Durchschnittspreisen der existierenden Bücher. Hierdurch wird die Schulbuchversorgung auch bei gleichbleibenden Budgetmitteln stabilisiert.

Die nun vereinbarten Bestimmungen sind ein Übergang von einem völlig regulierten System zu einem marktwirtschaftlichen orientierten System. Mittelfristiges Ziel ist nach Entwicklung
eines wettbewerbsorientierten Schulbuchmarktes die Preisfreigabe
der Schulbücher.

Die Übergangsbestimmungen werden bei außergewöhnlichen Absatzschwankungen (durch hohe Wiederverwendungsraten bei
einzelnen Buchtypen) durch eine festgesetzte Höchstgrenze überdurchschnittliche Preiserhöhungen verhindern.

Schluß

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