Zukunftsträchtige Arbeitsplatz-Reservoirs

LH Pröll: Die Rahmenbedingungen ändern

St.Pölten (NLK) - "Wer behauptet, uns drohe in der postindustriellen Zeit die Arbeit aus-zugehen, verfügt über einen beschränkten und einseitigen Arbeitsbegriff, der sich nur auf die Produktion industrieller Güter für den Massenkonsum bezieht", betont Landeshaupt-mann Dr. Erwin Pröll in einer Aussendung des Club Niederösterreich. Gerade Erwerbs-möglichkeiten, die besonders orts-, anlaß- und personenbezogen und damit nicht expor-tierbar sind, könnten sich als zukunftsträchtig erweisen. Derartige Arbeitsplatz-Reservoirs, die bislang verdrängt bzw. vernachlässigt wurden, ortet Dr. Pröll im wesentli-chen in fünf Bereichen:

sozialpflegerische Tätigkeiten, vorrangig Hilfen für Haushalt, Kinder-, Alten-, Kranken- und Behindertenbetreuung;

aus- und weiterbildnerische Bereiche, die über den Schuldienst hinausgehen und auch diverse Formen innerbetrieblicher praktischer Ausbildung betreffen;

landespflegerische Dienste wie die Pflege und Sanierung von
Boden, Wald und Was-ser;

ressourcenschonende Aktivitäten, die sich vor allem im Rahmen einer Forcierung von Alternativenergien wie Biomasse und Energieeinsparungen ergeben;

kulturpflegerische Aufgaben, die besonders im Bereich der Dorf-und Stadterneuerung oder im Denkmalschutz anzutreffen sind.

Die Mehrzahl dieser Tätigkeitsfelder gewinnt zwar in der öffentlichen Meinung zuneh-mend an Wert, hat aber nur in den seltensten Fällen auch einen "Preis" und bleibt über-wiegend auf die Ebene der Ehrenamtlichkeit begrenzt. Damit dieses vorhandene Arbeits-potential aber zu einem tatsächlichen Einkommenserwerb wird, bedarf es radikaler Ände-rungen der Rahmenbedingungen.

Konkret geht es darum, Sachkapital zu verteuern und menschliche Arbeit zu verbilligen, umfassender angesetzt heißt das: Wir brauchen eine phantasievollere, flexiblere Ar-beitsmarkt- und Arbeitsverteilungspolitik sowie eine Sozial- und Steuerpolitik,
die Ar-beitswillige, denen fast jede Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheint, nicht für ihre ar-beitsbejahende Einstellung bestraft. Ohne Zweifel sollten Interessenverbände und Arbeit-nehmervertreter auch darüber nachdenken, ob nicht so manche Gesetze und Forderun-gen, die als Schutzbestimmungen gedacht sind, in der Realität arbeitsplatzvernichtende Wirkung zeitigen.

"Darüber hinaus bleiben nach wie vor eine praxisnahe, qualifizierte Ausbildung und ein gesundes klein- und mittelständisches Gewerbe wesentliche Voraussetzung dafür, daß den BürgerInnen unseres Landes ihr Recht auf Arbeit in Zukunft wieder in vollem Umfang gewährt werden kann", so "Club Niederösterreich"-Präsident Pröll abschließend.

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