- 06.10.1997, 11:28:12
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- OTS0091
Zukunftsträchtige Arbeitsplatz-Reservoirs
LH Pröll: Die Rahmenbedingungen ändern
St.Pölten (NLK) - "Wer behauptet, uns drohe in der
postindustriellen Zeit die Arbeit aus-zugehen, verfügt über einen
beschränkten und einseitigen Arbeitsbegriff, der sich nur auf die
Produktion industrieller Güter für den Massenkonsum bezieht",
betont Landeshaupt-mann Dr. Erwin Pröll in einer Aussendung des
Club Niederösterreich. Gerade Erwerbs-möglichkeiten, die besonders
orts-, anlaß- und personenbezogen und damit nicht expor-tierbar
sind, könnten sich als zukunftsträchtig erweisen. Derartige
Arbeitsplatz-Reservoirs, die bislang verdrängt bzw. vernachlässigt
wurden, ortet Dr. Pröll im wesentli-chen in fünf Bereichen:
sozialpflegerische Tätigkeiten, vorrangig Hilfen für Haushalt,
Kinder-, Alten-, Kranken- und Behindertenbetreuung;
aus- und weiterbildnerische Bereiche, die über den Schuldienst
hinausgehen und auch diverse Formen innerbetrieblicher praktischer
Ausbildung betreffen;
landespflegerische Dienste wie die Pflege und Sanierung von
Boden, Wald und Was-ser;
ressourcenschonende Aktivitäten, die sich vor allem im Rahmen
einer Forcierung von Alternativenergien wie Biomasse und
Energieeinsparungen ergeben;
kulturpflegerische Aufgaben, die besonders im Bereich der Dorf-
und Stadterneuerung oder im Denkmalschutz anzutreffen sind.
Die Mehrzahl dieser Tätigkeitsfelder gewinnt zwar in der
öffentlichen Meinung zuneh-mend an Wert, hat aber nur in den
seltensten Fällen auch einen "Preis" und bleibt über-wiegend auf
die Ebene der Ehrenamtlichkeit begrenzt. Damit dieses vorhandene
Arbeits-potential aber zu einem tatsächlichen Einkommenserwerb
wird, bedarf es radikaler Ände-rungen der Rahmenbedingungen.
Konkret geht es darum, Sachkapital zu verteuern und menschliche
Arbeit zu verbilligen, umfassender angesetzt heißt das: Wir
brauchen eine phantasievollere, flexiblere Ar-beitsmarkt- und
Arbeitsverteilungspolitik sowie eine Sozial- und Steuerpolitik,
die Ar-beitswillige, denen fast jede Erwerbstätigkeit als zumutbar
erscheint, nicht für ihre ar-beitsbejahende Einstellung bestraft.
Ohne Zweifel sollten Interessenverbände und Arbeit-nehmervertreter
auch darüber nachdenken, ob nicht so manche Gesetze und Forderun-
gen, die als Schutzbestimmungen gedacht sind, in der Realität
arbeitsplatzvernichtende Wirkung zeitigen.
"Darüber hinaus bleiben nach wie vor eine praxisnahe,
qualifizierte Ausbildung und ein gesundes klein- und
mittelständisches Gewerbe wesentliche Voraussetzung dafür, daß den
BürgerInnen unseres Landes ihr Recht auf Arbeit in Zukunft wieder
in vollem Umfang gewährt werden kann", so "Club Niederösterreich"-
Präsident Pröll abschließend.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200/2171
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