- 02.10.1997, 13:23:50
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Gewerbeverein: Arbeitslosigkeit mit untauglicher Statistik nicht faßbar!
Wien (OTS) - Obwohl OECD-Standard, sollte Österreich den Mut
aufbringen, endlich in diesem Gremium zu fordern, ein gemeinsames und
aussagefähiges Arbeitslosenstatistikschema auszuarbeiten.
Derzeit werden die OECD-Arbeitslosenraten u.a. mit
Meinungsumfragen und Mikrozensusdaten angereichert: Menschen werden
gefragt, ob sie sich arbeitslos fühlen. Briten waren hier immer etwas
nobler, als andere OECD-Bürger.
Österreich hat nun wieder einmal eine Arbeitslosenrate von 4,5
Prozent. Die Zahl schaut beruhigend aus - die Fakten sind
erschreckend. Laut OECD-Statistik wäre die Arbeitslosigkeit seit Ende
April nahezu unverändert. In Wahrheit steigt die Arbeitslosigkeit in
Österreich jedoch rasant an.
Arbeitslosigkeit u.a. mit Meinungsumfragen und Mikrozensusdaten zu
erheben, ist etwa so, wie die Kostenrechnung eines Unternehmens mit
subjektiven Unternehmererwartungen anzureichern. Fest steht, daß
Österreich heute tatsächlich eine Arbeitslosenrate von über 10
Prozent ausweist. Diese ist noch im Ansteigen begriffen.
Der Präsident des Österreichischen Gewerbevereins - Prof. Friedl
Bakalowits - ersucht daher Frau Arbeitsministerin Hostasch, in der
OECD und der EU zu bewirken, daß endlich aussagekräftige
Arbeitslosenstatistiken erstellt werden. Ohne Basisdaten ist auch
eine Therapie nicht möglich; und die ist dringend gefordert.
Oder ist es etwa politisch opportun, mit niedrigen Zahlen
beruhigend einzuwirken, obwohl uns das Wasser schon bis zum Hals
steht?
Rückfragehinweis: Österreichischer Gewerbeverein
Tel.: 01-587 36 33
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