• 28.09.1997, 12:38:54
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  • OTS0029

ÖLLINGER: ZUM ABSCHIED EIN IDEOLOGISCHER TREUEEID

GRÜNE Reaktion auf ORF-Pressestunde mit Siegfried Dohr

"Die kleinen Beamten müssen wieder mal Mal herhalten, um die
Privilegien der Hofräte mit Zähnen und Klauen zu verteidigen!" Mit
diesen Worten kommentiert der GRÜNE Sozialsprecher Karl Öllinger
das leise Servus des Chefs der Beamtengewerkschaft, Siegfried
Dohr, in der heutigen ORF-Pressestunde. "Dohr verabschiedete sich
aus seiner führenden Position mit einem Brei längst überholter
Argumente, schwadronierte über angestaubte Werte, wobei ihm sogar
die 'Treue zur Volksgemeinschaft' locker über die Lippen ging. Zum
Aufbau eines modernen Beamtentums, einer bürgernahen Verwaltung
und zum Abbau überflüssiger Hierarchien hatte er nichts zu sagen."
Dohrs Verteidigung des Berufsbeamtentums sei Teil eines
politisches Doppelspiels der ÖVP, bei dem sich "der
ideologisierende Hofrat in der Gewerkschaft und die ÖAAB-Vertreter
in der Regierung gegenseitig die Bälle zuwerfen". Es werde Khol
und Fasslabend aber nicht gelingen, sich bei den anstehenden
Reformen hinter der SPÖ zur verstecken.

Weitsicht habe der Chef der Beamtengewerkschaft lediglich in einer
einzigen Frage, nämlich der der Pensionsreform, bewiesen. ÖLLINGER
teilt Dohrs Einschätzung, daß die von der Regierung geplanten
Maßnahmen lediglich ein Flick- und Stückwerk, aber keine
zukunftsgreifendes Gesamtwerk sind; schon in wengigen Jahren werde
dieses Stückwerk ergänzt werden müssen. "Siegfried Dohr hat auch
richtig erkannt, daß die Verlängerung der Durchrechungszeiträume
bei der Pensionsbemessung auf 20 Jahre nur der erste Schritt ist,
dem als zweiter Schritt eine Verlängerung auf die
Lebensarbeitszeit folgen soll", sagt ÖLLINGER.

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