ÖLLINGER: ZUM ABSCHIED EIN IDEOLOGISCHER TREUEEID

GRÜNE Reaktion auf ORF-Pressestunde mit Siegfried Dohr

"Die kleinen Beamten müssen wieder mal Mal herhalten, um die Privilegien der Hofräte mit Zähnen und Klauen zu verteidigen!" Mit diesen Worten kommentiert der GRÜNE Sozialsprecher Karl Öllinger das leise Servus des Chefs der Beamtengewerkschaft, Siegfried
Dohr, in der heutigen ORF-Pressestunde. "Dohr verabschiedete sich aus seiner führenden Position mit einem Brei längst überholter Argumente, schwadronierte über angestaubte Werte, wobei ihm sogar die 'Treue zur Volksgemeinschaft' locker über die Lippen ging. Zum Aufbau eines modernen Beamtentums, einer bürgernahen Verwaltung
und zum Abbau überflüssiger Hierarchien hatte er nichts zu sagen." Dohrs Verteidigung des Berufsbeamtentums sei Teil eines
politisches Doppelspiels der ÖVP, bei dem sich "der ideologisierende Hofrat in der Gewerkschaft und die ÖAAB-Vertreter in der Regierung gegenseitig die Bälle zuwerfen". Es werde Khol
und Fasslabend aber nicht gelingen, sich bei den anstehenden Reformen hinter der SPÖ zur verstecken.

Weitsicht habe der Chef der Beamtengewerkschaft lediglich in einer einzigen Frage, nämlich der der Pensionsreform, bewiesen. ÖLLINGER teilt Dohrs Einschätzung, daß die von der Regierung geplanten Maßnahmen lediglich ein Flick- und Stückwerk, aber keine zukunftsgreifendes Gesamtwerk sind; schon in wengigen Jahren werde dieses Stückwerk ergänzt werden müssen. "Siegfried Dohr hat auch richtig erkannt, daß die Verlängerung der Durchrechungszeiträume bei der Pensionsbemessung auf 20 Jahre nur der erste Schritt ist, dem als zweiter Schritt eine Verlängerung auf die
Lebensarbeitszeit folgen soll", sagt ÖLLINGER.

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