• 26.09.1997, 11:37:51
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  • OTS0114

Rechtschreibreform: Ganz oder gar nicht

Mehrheit der Unternehmen lehnen Rechtschreibreform ab

Wien (OTS) - Ganz oder gar nicht, so könnte man die Ergebnisse
einer Umfrage des Verbandes für interne Kommunikation (ViKOM) auf den
Punkt bringen. Dieser hat seinen rund 250 Mitgliedern die Frage nach
ihrer Einstellung zur Rechtschreibreform gestellt. Die Ergebnisse
waren nicht überraschend, geben aber zu denken.

Nur 10 Prozent der Unternehmen für die Rechtschreibreform

Nur 10,4 Prozent befürworten die Rechtschreibreform in der
vorliegenden Form. Eine Mehrheit von 45,4 Prozent ist gegen jede Art
einer Rechtschreibreform. 44,2 Prozent der Unternehmen meinen, wenn
schon eine Rechtschreibreform, dann eine richtige und fordern eine
radikalere.

Die Umfrage ist für Unternehmen repräsentativ

Im ViKOM sind die Kommunikationsfachleute der größten und
wichtigsten Unternehmen in Österreich vertreten. Knapp 100 davon
haben sich an der Umfrage beteiligt. Der Hauptkritikpunkt: Die
Rechtschreibreform ist "unlogisch". Laut Erhebung des ViKOM würde
eine radikale Kleinschreibung mit logischen Abteilungs- und
Beistrichregeln wesentlich mehr Anhänger finden.

Schulungskosten in Milliardenhöhe

Nach einer Schätzung des ViKOM wird alleine die richtige
Ausbildung der Sekretariate in österreichischen Unternehmen mehr als
eine Milliarde Schilling kosten. Diese Berechnung basiert auf der
Annahme, daß zumindest die 250.000 österreichischen Sekretärinnen und
Sekretäre (470.000 Menschen sind österreichweit in Büro- und
Verwaltungsberufen tätig) auf den letzten Stand der
Rechtschreibreform gebracht werden müssen. Ein solches Seminar kostet
derzeit rund 4.000 Schilling.

Auch wenn ein Unternehmen mit der bestehenden Gesetzeslage nicht
dazu gezwungen werden kann, sich an die neue Rechtschreibreform
anzupassen, wird es in der Praxis doch zu einer Anpassung kommen
müssen und damit zu einer erheblichen Kostenbelastung für
österreichische Unternehmen.

Kritik an der Art der Kommunikation

Kritik übt der ViKOM an der Art, wie eine derartig weitgreifende
Maßnahme kommuniziert wurde: "Es ist unverständlich, daß mit jenen,
die täglich mit und von dem geschriebenen Wort leben, kein breiter
Dialog geführt wurde. Diese Art der Nichtkommunikation muß
zwangsläufig zu Widerständen führen."

Grafik abrufbar

Die Grafik ist in Farbe und SW kostenlos abrufbar: Online unter
http://www.auer.at/ oder kostenloser Versand via ISDN durch "Der
Auer" (01) 5337544.

Rückfragehinweis: ViKOM - Verband für interne Kommunikation
Mag. Christian Haunold
Tel.: (01) 71135 2463

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HAG/OTS

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