Rechtschreibreform: Ganz oder gar nicht

Mehrheit der Unternehmen lehnen Rechtschreibreform ab

Wien (OTS) - Ganz oder gar nicht, so könnte man die Ergebnisse einer Umfrage des Verbandes für interne Kommunikation (ViKOM) auf den Punkt bringen. Dieser hat seinen rund 250 Mitgliedern die Frage nach ihrer Einstellung zur Rechtschreibreform gestellt. Die Ergebnisse waren nicht überraschend, geben aber zu denken.

Nur 10 Prozent der Unternehmen für die Rechtschreibreform

Nur 10,4 Prozent befürworten die Rechtschreibreform in der vorliegenden Form. Eine Mehrheit von 45,4 Prozent ist gegen jede Art einer Rechtschreibreform. 44,2 Prozent der Unternehmen meinen, wenn schon eine Rechtschreibreform, dann eine richtige und fordern eine radikalere.

Die Umfrage ist für Unternehmen repräsentativ

Im ViKOM sind die Kommunikationsfachleute der größten und wichtigsten Unternehmen in Österreich vertreten. Knapp 100 davon haben sich an der Umfrage beteiligt. Der Hauptkritikpunkt: Die Rechtschreibreform ist "unlogisch". Laut Erhebung des ViKOM würde eine radikale Kleinschreibung mit logischen Abteilungs- und Beistrichregeln wesentlich mehr Anhänger finden.

Schulungskosten in Milliardenhöhe

Nach einer Schätzung des ViKOM wird alleine die richtige Ausbildung der Sekretariate in österreichischen Unternehmen mehr als eine Milliarde Schilling kosten. Diese Berechnung basiert auf der Annahme, daß zumindest die 250.000 österreichischen Sekretärinnen und Sekretäre (470.000 Menschen sind österreichweit in Büro- und Verwaltungsberufen tätig) auf den letzten Stand der Rechtschreibreform gebracht werden müssen. Ein solches Seminar kostet derzeit rund 4.000 Schilling.

Auch wenn ein Unternehmen mit der bestehenden Gesetzeslage nicht dazu gezwungen werden kann, sich an die neue Rechtschreibreform anzupassen, wird es in der Praxis doch zu einer Anpassung kommen müssen und damit zu einer erheblichen Kostenbelastung für österreichische Unternehmen.

Kritik an der Art der Kommunikation

Kritik übt der ViKOM an der Art, wie eine derartig weitgreifende Maßnahme kommuniziert wurde: "Es ist unverständlich, daß mit jenen, die täglich mit und von dem geschriebenen Wort leben, kein breiter Dialog geführt wurde. Diese Art der Nichtkommunikation muß zwangsläufig zu Widerständen führen."

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ViKOM - Verband für interne Kommunikation
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