Schloß Ebenfurth wird am 6. November versteigert

Geringstes Gebot 4,3 Millionen Schilling

St.Pölten (NLK) - Auf einen Wert von 8,6 Millionen Schilling
wurde das Schloß Ebenfurth geschätzt, das am 6. November um 9.30 Uhr beim Bezirksgericht Wiener Neustadt auf Betreiben der Republik Österreich versteigert wird. Das geringste Gebot für das Schloß im Zentrum der Stadt Ebenfurth im Bezirk Wiener Neustadt mit dem dazugehörigen Areal in der Größe von 4.561 Quadratmetern beträgt demnach 4,3 Millionen Schilling. Die Versteigerung wurde
notwendig, weil der Besitzer vor Jahren unabdingbare Arbeiten für die Sicherung und die Sanierung des Schlosses - beson-ders eine Reparatur des Daches - nicht durchführte. Die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt ordnete daraufhin im
November 1993 eine sogenannte Ersatzvor-nahme der unaufschiebbaren Reparaturarbeiten an, deren Kosten man damals mit über 4,3 Millionen Schilling bezifferte. Weil die Kosten der von der
Behörde angeord-neten Arbeiten vom Besitzer, einer Firma mit Sitz in Wöllersdorf, nicht bezahlt wurden und mittlerweile auch deren Gesellschafter verstarb, mußte Bezirkshauptmann Hofrat Mag.
Herbert Marady schließlich im Auftrag der Republik Österreich die Versteigerung durchsetzen.

Wer immer das Schloß Ebenfurth ersteigert, muß zweifellos umfangreiche und sehr kostenintensive Sanierungsarbeiten finanzieren, erwirbt aber auch ein kunsthistorisch höchst bedeutsames Gebäude, das durch einen ambitionierten Besitzer
wieder zu einem Juwel werden könnte. Das Schloß wurde wahrscheinlich zwischen 1643 und 1672 erbaut, wobei aber der Kern mit den Türmen auf eine Wasserburg des 13. Jahr-hunderts zurückgeht. Das Gebäude mit seinen vier Trakten und Ecktürmen gehört also zum Großteil der Barockzeit an und birgt in der Schloßkapelle unter anderem ein Deckenfresko von Anton Maulbertsch aus dem Jahr 1754. Das seit langem unbe-wohnte Schloß dämmert freilich seit der Nachkriegszeit seinem Verfall entgegen, vor dem
es jetzt durch die Versteigerung gerettet werden soll.

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