Haltungsrichtlinien für Giftschlangen vorgestellt

Wagner: Niederösterreich übernahm Vorreiterrolle

St.Pölten (NLK) - Erich Brabenetz, Dr. Franz Luttenberger und
Dr. Rainer Fesser von der Herpetologischen Terraristischen Vereinigung Österreichs schrieben gemein-sam mit einer Reihe von weiteren Fachexperten die Broschüre "Haltungsrichtlinien, Mindestansprüche für Giftschlangen und andere Gifttiere", die im Literas Unversitäts-verlag Wien verlegt und heute von Landesrat Ewald Wagner vorgestellt wurde. Das Spektrum der Beiträge reicht von Ratschlägen für die Erste Hilfe nach Schlangenbis-sen über Sicherheitsbestimmungen bei der Haltung gefährlicher Tiere bis zu einer Checkliste für die Betreuung von Reptilien und anderen Gifttieren. Der Bildteil des zum Preis von 170 Schilling im Buchhandel erhältlichen schmalen Bandes zeigt nicht nur die Schönheit derartiger Tiere, sondern macht auch die nur allzu oft unterschätz-ten Gefahren deutlich, die beispielsweise von einer afrikanischen Großviper ausge-hen.

Ausgangspunkt der Publikation war die eher komplizierte Rechtslage: In Österreich wird die Haltung von Gifttieren nur in den drei Bundesländern Wien, Kärnten und Niederösterreich durch Vorschriften geregelt. In Kärnten und Wien gilt ein generelles Halteverbot für Gifttiere, was zu einer sehr hohen Dunkelziffer führte. Auch wurden viele derartige Tiere einfach in andere Bundesländer "übersiedelt". In Niederöster-reich fand man eine praktikablere Lösung. Man unterschied zwischen Wildtierarten,
deren Haltung grundsätzlich verboten ist, und anderen, deren Haltung besonderen Ansprüchen gerecht werden muß und eine Bewilligung erfordert. Für bereits in Nie-derösterreich lebende gefährliche Wildtiere gelten Übergangsbestimmungen, wonach von der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde die Bewilligung erteilt werden kann, daß diese Tiere weiterhin gehalten werden können, wenn man die entsprechenden Auflagen einhält. Diese Übergangsfrist läuft am 26. September ab. Der jetzt vorge-stellte Band stellt für die Behörden eine ausgezeichnete Entscheidungsgrundlage dar, und auch die Tierhalter können sich hier informieren.

Niederösterreich habe mit diesen Haltungsrichtlinien eine Vorreiterrolle übernom-men, hielt dazu heute Landesrat Ewald
Wagner fest. Er mahnte auch die Eigenver-antwortung der Tierhalter ein. Beim Halten von nicht in Österreich heimischen Tierar-ten solle man Zurückhaltung üben, sagte der Naturschutz-Landesrat weiter. Wenn derartige Tiere gehalten werden, dann seien die jetzt vorliegenden Richtlinien zu be-achten. Natürlich könne der Band die Fachliteratur nicht ersetzen, würde aber Hand-haben bieten.
Wie Autor Erich Brabanetz erläuterte, habe man einfache, aber wirk-same Sicherheitsvorschriften angeführt. Wichtig seien geeignete Terrarien in abgesi-cherten Räumen, "im Wohnzimmer hat kein Reptil etwas zu suchen". Mag. Wolfgang Heuer von der Naturschutzabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung betonte, das Ziel der in Niederösterreich geltenden Vorschriften sei es, die Tiere zu schützen. Kei-nesfalls wolle man seriöse Tierhalter in die Illegalität abdrängen.

Während Vorfälle mit in Österreich heimischen Giftschlangenarten wie der Kreuzot-ter zumeist harmlos verlaufen, verhält sich das bei "Exoten" ganz anders. Weit mehr gefährdet als Leute, die beruflich Giftschlangen halten, sind übrigens die privaten "Fans". Unfallsursachen sind oft Mutproben unter Alkoholeinfluß oder Neugier, ge-paart mit Unerfahrenheit.

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