• 18.09.1997, 14:20:06
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  • OTS0192

Haltungsrichtlinien für Giftschlangen vorgestellt

Wagner: Niederösterreich übernahm Vorreiterrolle

St.Pölten (NLK) - Erich Brabenetz, Dr. Franz Luttenberger und
Dr. Rainer Fesser von der Herpetologischen Terraristischen
Vereinigung Österreichs schrieben gemein-sam mit einer Reihe von
weiteren Fachexperten die Broschüre "Haltungsrichtlinien,
Mindestansprüche für Giftschlangen und andere Gifttiere", die im
Literas Unversitäts-verlag Wien verlegt und heute von Landesrat
Ewald Wagner vorgestellt wurde. Das Spektrum der Beiträge reicht
von Ratschlägen für die Erste Hilfe nach Schlangenbis-sen über
Sicherheitsbestimmungen bei der Haltung gefährlicher Tiere bis zu
einer Checkliste für die Betreuung von Reptilien und anderen
Gifttieren. Der Bildteil des zum Preis von 170 Schilling im
Buchhandel erhältlichen schmalen Bandes zeigt nicht nur die
Schönheit derartiger Tiere, sondern macht auch die nur allzu oft
unterschätz-ten Gefahren deutlich, die beispielsweise von einer
afrikanischen Großviper ausge-hen.

Ausgangspunkt der Publikation war die eher komplizierte
Rechtslage: In Österreich wird die Haltung von Gifttieren nur in
den drei Bundesländern Wien, Kärnten und Niederösterreich durch
Vorschriften geregelt. In Kärnten und Wien gilt ein generelles
Halteverbot für Gifttiere, was zu einer sehr hohen Dunkelziffer
führte. Auch wurden viele derartige Tiere einfach in andere
Bundesländer "übersiedelt". In Niederöster-reich fand man eine
praktikablere Lösung. Man unterschied zwischen Wildtierarten,
deren Haltung grundsätzlich verboten ist, und anderen, deren
Haltung besonderen Ansprüchen gerecht werden muß und eine
Bewilligung erfordert. Für bereits in Nie-derösterreich lebende
gefährliche Wildtiere gelten Übergangsbestimmungen, wonach von der
zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde die Bewilligung erteilt
werden kann, daß diese Tiere weiterhin gehalten werden können,
wenn man die entsprechenden Auflagen einhält. Diese Übergangsfrist
läuft am 26. September ab. Der jetzt vorge-stellte Band stellt für
die Behörden eine ausgezeichnete Entscheidungsgrundlage dar, und
auch die Tierhalter können sich hier informieren.

Niederösterreich habe mit diesen Haltungsrichtlinien eine
Vorreiterrolle übernom-men, hielt dazu heute Landesrat Ewald
Wagner fest. Er mahnte auch die Eigenver-antwortung der Tierhalter
ein. Beim Halten von nicht in Österreich heimischen Tierar-ten
solle man Zurückhaltung üben, sagte der Naturschutz-Landesrat
weiter. Wenn derartige Tiere gehalten werden, dann seien die jetzt
vorliegenden Richtlinien zu be-achten. Natürlich könne der Band
die Fachliteratur nicht ersetzen, würde aber Hand-haben bieten.
Wie Autor Erich Brabanetz erläuterte, habe man einfache, aber
wirk-same Sicherheitsvorschriften angeführt. Wichtig seien
geeignete Terrarien in abgesi-cherten Räumen, "im Wohnzimmer hat
kein Reptil etwas zu suchen". Mag. Wolfgang Heuer von der
Naturschutzabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung betonte, das
Ziel der in Niederösterreich geltenden Vorschriften sei es, die
Tiere zu schützen. Kei-nesfalls wolle man seriöse Tierhalter in
die Illegalität abdrängen.

Während Vorfälle mit in Österreich heimischen
Giftschlangenarten wie der Kreuzot-ter zumeist harmlos verlaufen,
verhält sich das bei "Exoten" ganz anders. Weit mehr gefährdet als
Leute, die beruflich Giftschlangen halten, sind übrigens die
privaten "Fans". Unfallsursachen sind oft Mutproben unter
Alkoholeinfluß oder Neugier, ge-paart mit Unerfahrenheit.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312

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