• 17.09.1997, 14:04:44
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  • OTS0153

Blauensteiner: Berufungsverhandlung am 30.9.

o Brisantes Papier ihres Anwalts aufgetaucht: Entschädigungen aus

Presseverfahren direkt an den Anwalt

Utl.: Vorausmeldung zu News Nr. 38/18.9.97 =

Wien (OTS) - Wie News in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, ist
ein brisantes Papier im Zusammenhang mit der wegen Mordes in erster
Instanz nicht rechtskräftig verurteilten Elfriede Blauensteiner
aufgetaucht. An einem von ihr unterzeichneten und an ihren Anwalt
gerichteten Schreiben hält die Witwe Blauensteiner fest, daß
sämtliche Gelder, die aus künftigen Medienprozessen lukriert werden,
direkt an ihren Anwalt Karl Bernhauser gehen. Schlüsselpassage aus
dem Inkasso-Freibrief, der News vorliegt: "Ich erkläre mein
Einverständnis, daß sämtliche mir zugesprochenen Geldbeträge in
sämtlichen Medienrechtsverfahren mit schuldbefreiender Wirkung an Dr.
Karl Bernhauser ausbezahlt werden." Damit ist erstmals schriftlich
festgehalten, daß eine Mordverdächtige sich die Kosten ihrer
Verteidigung von Medien bezahlen läßt. Der renommierte Medienanwalt
Gottfried Korn dazu: "Die Justiz ist gefordert, diesen Mißbrauch
abzustellen." Auch Klaus Hoffmann, Präsident der Anwaltskammer, hat
Bedenken: "Dem Vertrag fehlt die Einschränkung, daß der Anwalt die
Gelder nur bis zur Höhe seines ausständigen Honorars beziehen darf."

Erstmals ist bewiesen, wofür es bisher nur Indizien gab.
Entschädigungen, die den Presse-Opfern eigentlich als Abschlag für
"erlittenes Unrecht" ausbezahlt werden, gehen in die Kriegskassen der
Anwälte. So etwa hat der rechtskräftig verurteilte Neonazi Peter
Binder aus diversen Presseprozessen - unter anderem gegen News -
bisher rund 800.000 Schilling lukriert. Vom Mordverdächtigen Wolfgang
Ott bis hin zu Ernestine K., jener Mutter, die ihre Tochter Maria zum
Schlafen in eine Kiste schickte, wurden die Medien mit Klagen
bombardiert. Mit dem Witwen-Brief als "Beweismittel" gerät nun
jedenfalls eine Säule des heimischen Medienrechts ins Wanken.

Die Berufungsverhandlung in der Causa Blauensteiner findet am 30.
September beim Obersten Gericht in Wien statt.

Rückfragehinweis: News
Tel.: 01/213 12-0

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