- 09.09.1997, 09:19:35
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- OTS0030
Neue WIFI-Bäderstrukturanalyse liegt vor
Grundlage für Strukturmaßnahmen und Investitionsplanung - Auslastung und Ertragslage der Bäder 1996 weiter rückläufig
Wien (PWK) - 1996 war kein gutes Jahr für die heimischen Bäder.
Dies geht aus der nunmehr vorliegenden Bäderstrukturanalyse des WIFI
hervor. An dem traditionellen Kennzahlenvergleich, welcher vom
Beratungsdienst Tourismus im WIFI seit dem Jahr 1990 herausgegeben
wird, haben österreichweit 46 Betriebe mit teilweise mehreren
Standorten teilgenommen. ****
Um für jeden Betrieb ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten,
werden diese nach bestimmten Typen- und Standortmerkmalen gegliedert.
Das Ergebnis ist eine hervorragende Übersicht über das Geschehen in
der Bäderbranche, die den teilnehmenden Betrieben u.a. zur eigenen
betrieblichen Standortbestimmung dient. Jeder Betrieb erhält außerdem
einen sogenannten Individualbericht, der ihm Transparenz über sein
eigenes Betriebsgeschehen verschafft.
Wie aus dem Bericht im einzelnen hervorgeht, hat sich das
schlechte Wetter des Sommers 1996 auch auf die Ertragslage der
heimischen Bäder ausgewirkt. Der ohnehin schwache Auslastungsgrad der
Freibäder von 21,1 Prozent ist um weitere drei Prozent-Punkte auf
18,1 Prozent gefallen. Offenbar ist es auch nicht gelungen, die Gäste
auf Hallenbäder umzulenken, weil sich auch dort die Auslastung um
zwei Prozent-Punkte reduzierte. Zunehmender Beliebtheit bei den
Österreichern erfreut sich jedoch die Sauna. Hier hat sich seit 1991
die Auslastung permanent verbessert.
Der bereits in den letzten Jahren negative Cash Flow hat sich
weiter verschlechtert. Bei den untersuchten Freibädern betrug die
Cash Flow- Rate (vor Zinsen und AfA) minus 185 Prozent, was eine
Verschlechterung um fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Mit ein Grund für die negative Ertragslage ist die äußerst
zurückhaltende Tarifpolitik der Betreiber, die auch aus dem oft
vorgegebenen Rabattsystem für gewisse Personengruppen (Schüler,
Senioren, Kinder, usw.) resultiert. "Wenn sich bei steigenden Kosten
und sinkenden Besucherzahlen die Tarife nicht entsprechend anpassen
lassen, öffnet sich die Kostenschere ganz einfach weiter. In dieser
Situation befinden sich leider viele heimische Bäder", berichtet Mag.
Christian Dörfler vom Beratungsdienst Tourismus im WIFI.
Hilfestellung bei Um- und Neubauten von Bädern
Die Bäderbranche unternimmt derzeit gewaltige Anstrengungen zur
weiteren Verbesserung ihres Leistungsangebots, insbesonders im
Erlebnisbereich. Planung und Ausführung solcher Projekte erfordern
hohe Finanzmittel, die natürlich möglichst rasch wieder zurückfließen
sollen. Der Bäderkennzahlenvergleich kann, so Dörfler, auch als
Hilfestellung bei Gesprächen mit den finanzierenden Banken dienen.
Einer Reihe von Betrieben, die an diesem jährlichen
Kennzahlenvergleich teilnehmen, konnte auch bei Sanierungsvorhaben
schon wesentlich geholfen werden.
(Schluß) HP
Rückfragehinweis: WIFI Österreich
Beratungsdienst Tourismus
Mag. Christian Dörfler
Tel. 501 05 DW 3031
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