"Über die eigenen Grenzen schauen"

Interkulturelle Lesung in Bludenz

Bludenz (OTS) - Der Begegnung und dem Kennenlernen anderer
Kulturen ist die "Interkulturelle Lesung" gewidmet, die die Baha'i-Gemeinde Bludenz am 16.September in der Bezirkshauptmannschaft Bludenz veranstaltet. Die Bludenzer Schriftstellerin Ricarda Bilgeri und die bosnisch/serbische Autorin Drazena Bobar werden aus ihren Werken lesen.

Arno Rützler, Bludenzer Künstler, wird mit seiner Ausstellung "Gezeichnet" die Veranstaltung einleiten. Karl Müller, Regisseur der Einhornbühne Bludenz, hält die Vernissagerede.

Für die musikalische Umrahmung sorgt ein Posaunenquartett der Musikschule Bludenz: Richard Borgogno, Manfred Vonbank, Verena Vespermann und Matthias Walch. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Volksbank Bludenz, die Stadt Bludenz und die Vorarlberger Landesregierung. Bei freiem Eintritt sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Datum: Dienstag, 16. September 1997
Ort: Bezirkshauptmannschaft Bludenz - Foyer
Zeit: 19.15 Uhr Vernissage "Gezeichnet"
20.00 Uhr Interkulturelle Lesung 1997

Unterlage zum Pressegespräch am 16.September, 18.45 Uhr
in der Aula der BH Bludenz.

"Wir leben, ob uns das gefällt oder nicht, in einer multikulturellen Gesellschaft. Eine ständig wachsende Zahl von Menschen in Europa lebt mit mehreren Vaterländern und Muttersprachen. Das ist auch in Bludenz so", erläutert die örtliche Baha'i-Gemeinde. Diese Unausweichlichkeit der Multikulturalität erfordere Verständnis und Toleranz und könne nicht beim "Seid nett zueinander" stehenbleiben. Nur durch das Kennenlernen fremder Kulturen könne vorurteilsbeladenen Haltungen entgegengewirkt werden. Dieses Ziel verfolgt die Baha'i-Gemeinde Bludenz seit fünf Jahren mit der "Interkulturellen Lesung". Der Veranstaltungstag ist bewußt gewählt, ist es doch der "Tag des Friedens", von der UNO als solcher deklariert.

Die Idee dazu entstand im Jahr 1993, als in Solingen bei einem Brandanschlag auf ein türkisches Wohnhaus Mädchen und Frauen ums Leben kamen. Die Betroffenheit spornte die Bludenzer Baha'i an, einen "Kontrapunkt" zu setzen. Die Lesung hat inzwischen einen fixen Platz in der Bludenzer Kulturszene. Autoren mit verschiedenem kulturellen, nationalen, ethnischen und religiösen Hintergrund lesen aus ihren Texten und präsentieren damit einen Teil ihrer Kultur. "Das Zusammenspiel von Verschiedenartigkeit funktioniert sehr gut. Das 'Über die eigenen Grenzen schauen' fasziniert ein immer zahlreicher erscheinendes Publikum", zeigen sich die Bludenzer Baha'i erfreut. Ziel ist es, ein Klima der Toleranz und des Miteinander in Bludenz zu erhalten und zu fördern.

Die Künstler:

Ricarda Bilgeri, geb. 1929 im Bregenzerwald, lebt seit 43 Jahren in Bludenz. Autorin von zwei Büchern: "Habe die Ehre", "Kinderlandverschickung". Der gerade fertiggeschriebene Roman "Verdrängung" wird bald erscheinen. Ihre Texte sind in vielen Anthalogien vertreten. Die Autorin erhielt 1988 den Max von der Grün-Preis und 1993 ein Landesstipendium. Als Kolumnistin im "Bludenzer" zeichnet sich Ricarda Bilgeri als kritisch-pointierte Schriftstellerin aus.

Drazena Bobar, geb. 1974 in Hohenems, ist in Banja Luka/Bosnien aufgewachsen und lebt heute in Rankweil. Schrieb 1990 ihr erstes Gedicht, 1995 ist sie erstmals bei einer Lesung in der Stadtbücherei Dornbirn dabei. Ihre Texte sind Gedichte "über Menschen", sie wird in Deutsch und Serbokroatisch lesen.

Arno Rützler, geb. 1966 in Bludenz, bestreitet die der Lesung vorausgehende Vernissage "Gezeichnet". Seit 15 Jahren Autodidakt, ornamentalische Werke auf Papier, Holz, Möbeln, Stereoanlagen und andere Materialien, Entwürfe für Tatoos.

Die Baha'i:

"Die Baha'i-Religion, die jüngste unter den Weltreligionen, ist seit dem zweiten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts in Österreich verankert. Hauptziel dieser Universalreligion ist die Errichtung des Weltfriedens und die Verwirklichung der Einheit der Menschheit. Etappen auf diesem Weg liegen etwa in gelebter individueller Friedfertigkeit und im religiösen Gebot auf Ablegung aller Vorurteile, insbesondere der ethnischen, nationalen, religiösen und politischen...obwohl die Österreichische Baha'i-Gemeinde zahlenmäßig noch klein ist, ist es ihr schon gelungen, ihre Vision einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft in die Tat umzusetzen." (Dr. Gerald Mader, Präsident des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung, Stadtschlaining, Burgenland. Zit.in: "Unsere gemeinsame Zukunft. Einheit in der Vielfalt", Festschrift der österr. Baha'i-Gemeinde anläßlich 1000 Jahre Österreich, Wien 1996).

Rückfragen & Kontakt:

Baha'i-Gemeinde Bludenz
Frau Gudrun Winkler
Grete - Gulbranssonweg 8
Tel. 05552-68482

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