- 08.08.1997, 09:48:19
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Österreichische Hotel-Kategorisierung auf neuer Basis
Qualität der heimischen Hotelbetriebe wird forciert - Freund- lichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter besonders gefragt
Wien (PWK) - Mit Beginn des kommenden Jahres tritt eine neue,
überarbeitete Klassifizierungsrichtlinie für die heimische Hotellerie
in Kraft. Ziel der Richtlinie ist die Anpassung des Qualitätsangebots
an die sich ändernden Erwartungen der Gäste. ****
"Um international wettbewerbsfähig bleiben zu können, ist es
wichtig, der Erwartungshaltung der Gäste gerecht zu werden und
aktuellen Trends Rechnung zu tragen. Die Hotelklassifizierung wird
daher in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Der wichtigste Aspekt
dabei ist die Transparenz der Qualität eines Betriebes für den Gast",
erklärt dazu der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie, Hans
Melcher.
In der nunmehr überarbeiteten Richtlinie wird besonders auf den
Dienstleistungsbereich (Qualität des Personals) verstärktes Augenmerk
gelegt. Freundlichkeit, Kompetenz und Auftreten der Mitarbeiter
erhalten einen noch höheren Stellenwert, um eine optimale Betreuung
der Gäste zu gewährleisten. Ein weiterer neuer Schwerpunkt ist der
Bereich der Telekommunikation (Vorhandensein von Modems,
Faxanschlüssen etc), was vor allem für die Stadthotellerie von
Bedeutung ist. Daneben gibt es noch eine große Zahl weiterer
Änderungen, die durchwegs der Anhebung des Qualitätsstandards dienen.
Die Kategorie eines Betriebes wird nach außen hin durch das
bekannte Sterne-Emblem dokumentiert. Die Bewertung sieht auch eine
Differenzierung zwischen Hotel- (mit entsprechender Dienstleistung)
und Garni-Betrieb (Nächtigung und Frühstück) vor, wobei sich die
Embleme farblich unterscheiden. Das Emblem selbst ist jeweils für
zwei jahre gültig, wobei die Betriebe laufend überprüft werden, um
festzustellen, ob die Qualität auch gehalten werden konnte. Für die
Aufrechterhaltung der Qualität investiert die österreichische
Hotellerie jährlich zwischen 15 und 20 Milliarden Schilling. Rund
zwei Drittel der etwa 18.000 heimischen Beherbergungsbetriebe haben
sich der freiwilligen Klassifizierung unterzogen, um
dementsprechendes Marketing betreiben zu können.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, daß Häuser
mit gutem bzw. sehr gutem Angebot weniger Probleme haben als Betriebe
mit einem schwächeren und nicht mehr zeitgemäßen Angebot. Dies wird
deutlich durch die Betriebsstatistik der letzten Jahre dokumentiert:
Die Zahl der 3-Sterne-Betriebe stieg zwischen 1992 und 1996 von 5.450
auf beinahe 6.000 Betriebe an, jene der 4- und 5-Sterne-Häuser
erhöhte sich von 1.500 auf 1.680, während es im gleichen Zeitraum zu
einem drastischen Rückgang (von über 12.000 auf 10.500) der 1- und 2-
Sterne-Betriebe kam. Dieses Bild spiegelt sich exakt auch bei den
Nächtigungen wider.
Die überarbeitete Richtlinie tritt mit 1.1.1998 in Kraft. Für
Betriebe, die nach den derzeit geltenden Kriterien kategorisiert
wurden, gibt es eine Einschleifregelung. Spätestens mit 1.1.2000
müssen alle Betriebe die neuen Anforderungen erfüllen.
Auch Deutschland, das sich lange gegen eine Klassifizierung
gewehrt hatte, hat die Bedeutung der Materie sowohl für den Gast als
auch für den Betrieb (insbesondere für Marketing und Verkauf) nunmehr
erkannt und in den wichtigsten Bundesländern eine eigene Richtlinie
eingeführt.
(Schluß) hp
Rückfragehinweis: Fachverband Hotellerie
Dr. Florian Birkmayer
Tel. 501 05 DW 3411
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