Österreichische Hotel-Kategorisierung auf neuer Basis

Qualität der heimischen Hotelbetriebe wird forciert - Freund- lichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter besonders gefragt

Wien (PWK) - Mit Beginn des kommenden Jahres tritt eine neue, überarbeitete Klassifizierungsrichtlinie für die heimische Hotellerie in Kraft. Ziel der Richtlinie ist die Anpassung des Qualitätsangebots an die sich ändernden Erwartungen der Gäste. ****

"Um international wettbewerbsfähig bleiben zu können, ist es wichtig, der Erwartungshaltung der Gäste gerecht zu werden und aktuellen Trends Rechnung zu tragen. Die Hotelklassifizierung wird daher in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Der wichtigste Aspekt dabei ist die Transparenz der Qualität eines Betriebes für den Gast", erklärt dazu der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie, Hans Melcher.

In der nunmehr überarbeiteten Richtlinie wird besonders auf den Dienstleistungsbereich (Qualität des Personals) verstärktes Augenmerk gelegt. Freundlichkeit, Kompetenz und Auftreten der Mitarbeiter erhalten einen noch höheren Stellenwert, um eine optimale Betreuung der Gäste zu gewährleisten. Ein weiterer neuer Schwerpunkt ist der Bereich der Telekommunikation (Vorhandensein von Modems, Faxanschlüssen etc), was vor allem für die Stadthotellerie von Bedeutung ist. Daneben gibt es noch eine große Zahl weiterer Änderungen, die durchwegs der Anhebung des Qualitätsstandards dienen.

Die Kategorie eines Betriebes wird nach außen hin durch das bekannte Sterne-Emblem dokumentiert. Die Bewertung sieht auch eine Differenzierung zwischen Hotel- (mit entsprechender Dienstleistung) und Garni-Betrieb (Nächtigung und Frühstück) vor, wobei sich die Embleme farblich unterscheiden. Das Emblem selbst ist jeweils für zwei jahre gültig, wobei die Betriebe laufend überprüft werden, um festzustellen, ob die Qualität auch gehalten werden konnte. Für die Aufrechterhaltung der Qualität investiert die österreichische Hotellerie jährlich zwischen 15 und 20 Milliarden Schilling. Rund zwei Drittel der etwa 18.000 heimischen Beherbergungsbetriebe haben sich der freiwilligen Klassifizierung unterzogen, um dementsprechendes Marketing betreiben zu können.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, daß Häuser mit gutem bzw. sehr gutem Angebot weniger Probleme haben als Betriebe mit einem schwächeren und nicht mehr zeitgemäßen Angebot. Dies wird deutlich durch die Betriebsstatistik der letzten Jahre dokumentiert:
Die Zahl der 3-Sterne-Betriebe stieg zwischen 1992 und 1996 von 5.450 auf beinahe 6.000 Betriebe an, jene der 4- und 5-Sterne-Häuser erhöhte sich von 1.500 auf 1.680, während es im gleichen Zeitraum zu einem drastischen Rückgang (von über 12.000 auf 10.500) der 1- und 2-Sterne-Betriebe kam. Dieses Bild spiegelt sich exakt auch bei den Nächtigungen wider.

Die überarbeitete Richtlinie tritt mit 1.1.1998 in Kraft. Für Betriebe, die nach den derzeit geltenden Kriterien kategorisiert wurden, gibt es eine Einschleifregelung. Spätestens mit 1.1.2000 müssen alle Betriebe die neuen Anforderungen erfüllen.

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Dr. Florian Birkmayer
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