• 07.08.1997, 13:32:13
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  • OTS0109

Liberale zur Wiener Lehrlingsmisere: Regierungsmaßnahmen sind Ankündigungsdauerbrenner, ineffizient und unausgereift

Alkier: Sofortige Symptombekämpfung notwendig - langfristige Totalreform auch sofort beginnen

Wien (OTS) In einem Pressegespräch präsentierten LAbg. Wolfgang
Alkier und Abg. z. NR Helmut Peter die Liberalen Vorschläge zur
Bekämpfung der aktuellen Lehrlingsmisere in Wien. Gleichzeitig
kritisierten sie die aktuellen Maßnahmen der Regierung.

Alkier: "Die Aktion 400 der Stadt Wien ist seit März ein
Ankündigungs-Dauerbrenner. Was ist tatsächlich seither passiert?
Tatsache ist jedenfalls, daß die Wiener Privatwirtschaft weiterhin
eine rund 4 mal höhere Lehrlingsquote hat, als die Gemeinde Wien."
Hier schlage das sozialistische Mißverständnis durch, daß die
Ausbildung von jungen Menschen automatisch zu einem pragmatisierten
Posten führen müsse.

Das ebenfalls gepriesene Projekt "Job Start" koste pro Lehrling und
Monat rund öS 16.000,-. " Um die 100 Millionen die hier in den
nächsten 2 Jahren aus öffentlichen Mitteln aufgebracht werden,
müßten - bei sinnvollen Aktionen und entsprechenden
Rahmenbedingungen alle 1000 "übrigbleibenden" Lehrstellensuchenden
unterbracht werden."

Neben einer Befreiung der Kommunalsteuer für Lehrlinge und der
Förderung von Teilausbildungsbetrieben (=kleinere Betriebe bilden
Lehrlinge soweit wie möglich aus, die restliche Ausbildung wird
außer Haus übernommen) fordern die Liberalen eine radikale
Verbesserung der Rahmenbedingungen, um Anreize zu schaffen.
"Kurzfristig bedeutet dies eine Verlängerung der Probezeit, eine
Verkürzung der Behaltefrist und eine Aufweichung des
Kündigungsschutzes bei mehrfach negativem Schulabschluß", so Peter
und Alkier. Es sei abzuwägen, ob Verbürokratisierung und
übertriebene Schutzbestimmungen nicht die Ursache der Misere für die
Lehrstellensuchenden sind.

Langfristig helfe nur eine Totalreform der dualen Ausbildung.
Kernstück der Liberalen Vorschläge sei neben der Durchlässigkeit zu
weiterführenden Bildungsangeboten und der Einführung neuer
Lehrberufe in Wachstumsbranchen die Entkoppelung von Schule und
Betrieb. " Die berufsschulische Ausbildung soll verbessert und
erweitert werden. Lehrlinge sollten dann bis zu 6 Monate
SchülerInnen sein und die restliche Zeit MitarbeiterInnen im
Betrieb. Die Schulzeit muß für den Betrieb kostenneutral sein,
genauso wie kein Unternehmen für HAK- oder HaSch- Absolventen
bereits während der Schulzeit zahlen muß. Dies würde die
Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft für Lehrlinge drastisch
erhöhen", so Alkier abschließend.

(Schluß)

Rückfragehinweis: Liberales Forum - Landtagsklub Wien

Pressestelle
Tel.: 4000-81557

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