Liberale zur Wiener Lehrlingsmisere: Regierungsmaßnahmen sind Ankündigungsdauerbrenner, ineffizient und unausgereift

Alkier: Sofortige Symptombekämpfung notwendig - langfristige Totalreform auch sofort beginnen

Wien (OTS) In einem Pressegespräch präsentierten LAbg. Wolfgang Alkier und Abg. z. NR Helmut Peter die Liberalen Vorschläge zur Bekämpfung der aktuellen Lehrlingsmisere in Wien. Gleichzeitig kritisierten sie die aktuellen Maßnahmen der Regierung.

Alkier: "Die Aktion 400 der Stadt Wien ist seit März ein Ankündigungs-Dauerbrenner. Was ist tatsächlich seither passiert? Tatsache ist jedenfalls, daß die Wiener Privatwirtschaft weiterhin eine rund 4 mal höhere Lehrlingsquote hat, als die Gemeinde Wien." Hier schlage das sozialistische Mißverständnis durch, daß die Ausbildung von jungen Menschen automatisch zu einem pragmatisierten Posten führen müsse.

Das ebenfalls gepriesene Projekt "Job Start" koste pro Lehrling und Monat rund öS 16.000,-. " Um die 100 Millionen die hier in den nächsten 2 Jahren aus öffentlichen Mitteln aufgebracht werden, müßten - bei sinnvollen Aktionen und entsprechenden Rahmenbedingungen alle 1000 "übrigbleibenden" Lehrstellensuchenden unterbracht werden."

Neben einer Befreiung der Kommunalsteuer für Lehrlinge und der Förderung von Teilausbildungsbetrieben (=kleinere Betriebe bilden Lehrlinge soweit wie möglich aus, die restliche Ausbildung wird außer Haus übernommen) fordern die Liberalen eine radikale Verbesserung der Rahmenbedingungen, um Anreize zu schaffen. "Kurzfristig bedeutet dies eine Verlängerung der Probezeit, eine Verkürzung der Behaltefrist und eine Aufweichung des Kündigungsschutzes bei mehrfach negativem Schulabschluß", so Peter und Alkier. Es sei abzuwägen, ob Verbürokratisierung und übertriebene Schutzbestimmungen nicht die Ursache der Misere für die Lehrstellensuchenden sind.

Langfristig helfe nur eine Totalreform der dualen Ausbildung. Kernstück der Liberalen Vorschläge sei neben der Durchlässigkeit zu weiterführenden Bildungsangeboten und der Einführung neuer Lehrberufe in Wachstumsbranchen die Entkoppelung von Schule und Betrieb. " Die berufsschulische Ausbildung soll verbessert und erweitert werden. Lehrlinge sollten dann bis zu 6 Monate SchülerInnen sein und die restliche Zeit MitarbeiterInnen im Betrieb. Die Schulzeit muß für den Betrieb kostenneutral sein, genauso wie kein Unternehmen für HAK- oder HaSch- Absolventen bereits während der Schulzeit zahlen muß. Dies würde die Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft für Lehrlinge drastisch erhöhen", so Alkier abschließend.

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