AK Tumpel: "Jobstart" schafft 250 neue Ausbildungsplätze in Wien

Lehrstellenmangel in Wien weiterhin alarmierend

Wien (AK) - 250 Wiener Jugendliche werden ab September beim "Jobstart"-Projekt des Berufsförderungsförderungsinstituts (bfi) Wien der AK und des ÖGB eine vollwertige Lehrausbildung
bekommen. Diese Initiative gegen die Jugendarbeitslosigkeit in
Wien, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und der
Wiener Wirtschaftskammer, kündigte am Donnerstag AK Präsident Herbert Tumpel an. Das Projekt soll "dafür sorgen, daß die drückende Not am Wiener Jugendarbeitsmarkt sofort gelindert
wird." Darüberhinaus fordert Tumpel: Die Verhandlungen über die von der AK vorgeschlagene Wiener Lehrlingsstiftung müßten noch
im September abgeschlossen werden. Ende Juli seien in Wien für
mehr als 2.000 Lehrstellensuchende nur 325 offene Lehrstellen gemeldet gewesen. Nun sei vor allem die Wiener Wirtschaft
gefordert, wirklich neue Lehrstellen zu schaffen und anzubieten. ****

Beim "Jobstart"-Projekt des bfi Wien sollen ab September 250
Wiener Jugendliche eine vollwertige Lehrausbildung in insgesamt
23 Berufen bekommen. Angehende Anlagenmonteure, Bürokaufleute, Tischler oder Mechaniker werden nach dem sogenannten "trialen Modell" ausgebildet: Pro Woche ist an drei Tagen "klassische" Ausbildung in Partnerbetrieben, an einem Tag Berufsschule und am fünften Tag weitere Ausbildung am Berufsförderungsinstitut vorgesehen, zum Beispiel in EDV, Englisch oder
Sprachbeherrschung. Nach einem Jahr sollen die Jugendlichen in
eine "normale" Lehre umsteigen, können aber bleiben, wenn sie
keine Lehrstelle finden. Die Kosten von insgesamt 48 Millionen Schilling für ein Jahr übernimmt zu 70 Prozent das Arbeitsmarktservice und zu 30 Prozent der WAFF, der Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds.

"Mit dieser Maßnahme kann einiger Druck vom Wiener
Lehrstellenmarkt weggenommen werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Positiv sei, daß den Jugendlichen bei "Jobstart" nicht
nur eine Art Anlehre, sondern vollwertige Ausbildung geboten
wird. "Für die Verwirklichung dieses Projekts hat sich die AK in Verhandlungen mit dem Arbeitsmarktservice, der Stadt Wien und
den Sozialpartnern eingesetzt." Allerdings brauche das bfi auch
die Unterstützung der Wiener Wirtschaft: Für die "klassische" Ausbildung fehlen noch 90 Stellen in Partnerbetrieben. Tumpel:
"Ich appelliere an die Wirtschaft, Plätze zur Verfügung zu stellen, damit alle 250 Jugendlichen bei 'Job Start' voll ausgebildet werden können."

Weiters soll auf Initiative der AK in Zusammenarbeit mit der
Stadt Wien und dem Arbeitsmarktservice eine Wiener
Lehrlingsstiftung eingerichtet werden. Dabei erfolgt die
Ausbildung zu einem erheblichen Teil an der Berufsschule. Für
den praktischen Teil ist Ausbildung in den Lehrwerkstätten von Jugend am Werk und in Betrieben vorgesehen. AK Präsident Tumpel begrüßt, daß die Gespräche über die Lehrlingsstiftung mit der Stadt Wien und dem Arbeitsmarktservice bereits weit gediehen
sind, um für den Ernstfall noch ein Notprogramm zur Verfügung zu haben. Die Verhandlungen sollten noch vor dem Herbst
abgeschlossen werden, damit die Ausbildung der Jugendlichen so schnell wie möglich beginnen könne, so Tumpel.

Zugleich ist der AK Präsident überzeugt: "'Jobstart' und die Lehrlingsstiftung können nur Sonderprojekte sein, um vorerst die ärgsten Probleme am Wiener Lehrstellenmarkt zu lösen. Vor allem die Wirtschaft muß ihren Teil des Lehrlingspakets der Bundesregierung einhalten und mehr Lehrstellen schaffen, damit
im Herbst kein Jugendlicher ohne Ausbildung auf der Straße
stehen muß."

(Schluß)
Rückfragen: AK Wien Presse, Peter Mitterhuber, Tel. 501 65 2530

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