Beachtlicher Exportzuwachs in die Tschechische Republik

Trotz abgeschwächter tschechischer Konjunktur stiegen Österreichs Exporte 1996 um 11,8 Prozent

Wien (PWK) - Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und
der Tschechischen Republik, die nun fix zur ersten Runde jener östlichen Länder zählt, mit denen die EU Beitrittsverhandlungen führt, konnten 1996 weiter ausgebaut werden: "Das bilaterale Handelsvolumen mit unserem achtwichtigsten Exportmarkt hat mit 32,2 Mrd. Schilling erstmals die 30 Milliarden-Grenze durchbrochen", berichtet Wolfgang Harwalik, zuständiger Referatsleiter in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Negativen Prognosen und den jüngsten tschechischen Wirtschafts-Turbulenzen zum Trotz, erreichten Österreichs Exporte in die Tschechische Republik 1996 einen Wert von 17,8 Mrd. Schilling, was einer Steigerung von 11,8 Prozent gegenüber dem Jahr davor entspricht. Es konnten praktisch bei allen Warengruppen Zuwächse verzeichnet werden; bei den wichtigsten Ausfuhrwaren, Maschinen und Verkehrsmittel, wurden 1996 um 10,8 Prozent, bei Fertigwaren um 12,8 und bei chemischen Erzeugnissen um 14,5 Prozent mehr exportiert als im Jahr 1995. Diese drei Warengruppen machen mehr als die Hälfte der österreichischen Exporte in die Tschechische Republik aus.

Die österreichische Exportsteigerung ist besonders in einem Jahr der abgeschwächten Konjunktur der tschechischen Wirtschaft besonders bemerkenswert. Zu langsamer Strukturwandel und daraus resultierende Produktivitätsschwäche, eine relativ hohe Inflationsrate sowie kräftige Defizite in Handels- und Leistungsbilanz bereiten dem EU-Beitrittswerber derzeit etwas Probleme. Ende April wurde deshalb von der Regierung ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das insbesondere die Importe von Nahrungsmitteln und Konsumgütern einbremsen soll. "Diese Import-Depotpflicht trifft rund ein Drittel der österreichischen Ausfuhren und führt zu einer Verteuerung dieser Produkte um 2 bis 3 Prozent", schätzt Harwalik. Durch eine De-facto-Abwertung der tschechischen Krone beginne aber bereits eine leichte Entspannung einzutreten, die eine Aufhebung des Import-Depots in nicht allzu ferner Zukunft im Bereich des Möglichen erscheinen läßt.

Blieben die tschechischen Exporte 1996 generell hinter den Importen zurück, so galt dies auch für die Handelsbeziehungen zu Österreich. Obwohl die Tschechische Republik ihre Exporte nach Österreich von 12,6 Mrd. auf 14,4 Mrd. Schilling ausweiten konnte (plus 13,7 Prozent), verzeichnete Österreich ein Handelsbilanz-Aktivum von 3,4 Mrd. Schilling. Aus tschechischer Sicht ist besonders erfreulich, daß die Rohstoffkomponente bei den Lieferungen nach Österreich in den Hintergrund getreten ist (minus 15,2 Prozent), während gleichzeitig Lieferungen von Maschinen und Verkehrsmitteln, chemischen Erzeugnissen und Fertigwaren nicht unbeträchtlich angestiegen sind.

Stark vertreten ist Österreich auch auf dem Sektor der Auslandsinvestitionen. Mit einem Wert von etwa 4 Mrd. Schilling zählt Österreich, gleichauf mit Frankreich, zum fünftwichtigsten Investitionsland der Tschechischen Republik. "Dies ist insofern beachtlich, als es sich hierbei fast durchwegs um Investitionen von Klein- und Mittelbetrieben handelt, während Deutschland, USA, Niederlande, Schweiz und Frankreich in erster Linie Großinvestitionen tätigen", erklärt Österreichs Handelsdelegierter in Prag, Josef Altenburger.

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Dr. Wolfgang Harwalik

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