Die TOUR bei EUROSPORT (1): Ein historischer Tag und ein Quotenhit: 8 Stunden ohne Verpflegungsstation

München (OTS) - Daß eine Königsetappe anstand, das wußten alle. Aber daß dieser Abschnitt von Pau nach Andorra ein "historischer Tag" (Bernard Hinault) werden würde, das lag an Jan Ullrich. Mit seinem beherzten Angriff am Ordino holte sich der TELEKOM-Fahrer das gelbe Trikot, das eigentlich seinem Kapitän Bjarne Riis vorbehalten schien. Ein großes Ende eines geschichtsträchtigen Tages, der seinen Lauf bereits morgens um 9.30 Uhr genommen hatte. Fast genau acht Stunden -ein langer Tag für die Fahrer, aber auch für die begleitenden Journalisten. Denn bei EUROSPORT waren Karsten Migels und Rudi Altig ebenfalls volle acht Stunden live auf Sendung.

"Das war sicher die längste Zeit, die ich bisher am Stück in dieser Form reden mußte," gibt Karsten Migels eine Stunde nach der spannenden Zielankunft zu. Die Stimme klingt nach wie vor wie geölt, kann aber die Anstrengungen des Tages nicht ganz verbergen. "Anfangs war es ein bißchen schwierig. Das Tempo der Pedaleure war nicht besonders hoch und auch ich hatte Probleme, richtig in Tritt zu kommen. Ich denke aber, daß Rudi Altig und ich dann ganz gut den Faden gefunden haben. Als es langsam aber sicher auf die Höhe von 2400 Meter ging, hat auch das Kommentieren immer mehr Spaß gemacht. Ein solches Rennen wie heute, ist natürlich auch für jeden Reporter toll."

Ein Stück Erleichterung schwingt da bei dem 33jährigen Rad-Journalisten mit, stand doch die Tour de France-Übertragung 1997 von EUROSPORT anfangs unter einem tragischen Stern: Mit Peter Woydt starb wenige Wochen vor der Radrundfahrt nicht nur der langjährige EUROSPORT-Kommentator, sondern auch einer der profiliertesten Kenner des Radsports in Deutschland überhaupt. Karsten Migels mußte kurzfristig den Part Woydts übernehmen und wurde, wie Co-Kommentator Rudi Altig sagte, "mitten ins kalte Wasser geworfen". Nachfolger Migels macht sich deshalb auch keine Illusionen: "Natürlich ist es sehr schwierig für jeden, der sich mit Peter Wyodt messen lassen muß. Folgt man auf einen Mann wie ihn, kann man eigentlich nur verlieren."

An seiner Seite steht mit Rudi Altig jedoch auch in diesem Jahr wieder eine, wenn nicht sogar die Legende des deutschen Radsports. 18 Tage lang hat der gebürtige Mannheimer, der im März seinen 60. Geburtstag feierte, selbst das Gelbe Trikot bei der Tour de France getragen und 1962 das Grüne Trikot gewonnen. "Von der Zusammenarbeit mit einem Experten wie Rudi Altig kann ich viel lernen," gibt Migels zu. "Vor allem kann Rudi Geschichten erzählen, die mir niemand abnehmen würde, weil ich viel zu jung bin und die vielen Histörchen der Tour gar nicht selbst erlebt habe."

Aber selbst für einen so erfahrenen Tour-Veteranen wie Altig bedeutet eine Etappe wie die vom Dienstag - auch wenn er sie nur am Mikrofon mitfiebert und mitleidet - eine enorme Strapaze. Und während die Fahrer wie Ullrich, Virenque und Riis immer wieder Verpflegungsstationen ansteuern, um auf dem Rad einen Happen zu sich zu nehmen, verzichtete Karsten Migels ganz auf kleine Vesper-Pausen. "Eigentlich wäre es in den kurzen EUROSPORT-Werbepausen ja möglich, etwas zu essen. Aber mich stört es einfach, neben dem Kommentieren in ein Baguette zu beißen, weil es ablenkt und die Konzentration stört," so der gebürtige Bochumer, der inzwischen im Breisgau wohnt. Natürlich stehen in der kleinen Kommentatorenkabine am Zielort immer einige Wasserflaschen unter dem Tisch, und natürlich muß dann auch der Reporter hin und wieder einmal die Box verlassen, um eine ganz andere Kabine aufzusuchen. "Da kann es dann schon einmal passieren, wie am Dienstag geschehen, daß Rudi Altig nach einem Werbe-Break alleine am Mikrofon sitzt und kurze Zeit alleine kommentieren muß," gibt Migels mit einem Schmunzeln zu.

Selbstverständlich war er aber bei der Zielankunft rechtzeitig zur Stelle, als es von Jan Ullrichs Triumphzug auf den letzten zehn Kilometern zu berichten galt: "Jeder, der die letzten beiden Etappen gesehen hat, der weiß, daß Ullrich das Maillot Jaune absolut verdient hat. Alle Fachleute hier bringt diese Leistung zum Staunen." Deshalb legt sich der EUROSPORT-Reporter auch, was die Favoritenrolle bei der Tour angeht, auf den TELEKOM-Fahrer fest: "Wenn er den ganzen Trubel vom Kopf her verkraftet, und wenn er bis Paris gesund bleibt, dann kann es keinen anderen Sieger geben."

In jedem Fall bis Paris dabei sein werden auch Karsten Migels, Rudi Altig und EUROSPORT mit täglichen Live-Übertragungen. Und das Interesse neuer und alter Radsportfans an den EUROSPORT-Berichten, das haben die Quotenmesser herausgefunden, wächst täglich. Die letzten Meter des Jan Ullrich in Andorra haben allein in Deutschland fast 1,4 Millionen Zuschauer beim paneuropäischen Sportsender verfolgt. Die Wiederholung der Höhepunkte am späten Abend gegen 23.30 Uhr sahen sich nochmals 936.000 Zuschauer an, was einen sensationellen Marktanteil von bis zu 10,5 Prozent für EUROSPORT bedeutete.

So wird voraussichtlich auch in den nächsten Tagen ein Millionenpublikum die Reportagen des Teams Altig/Migels auf EUROSPORT verfolgen und hören, wie sich Migels bisweilen schon einmal vom seinen Emotionen mitreißen läßt. Denn sein Credo lautet: "Radfahren ist ein lebendiger Sport. Das soll auch so rüberkommen."

ots Originaltext: Eurosport Im Internet recherchierbar:
http://www.newsaktuell.de

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: EUROSPORT München - Sylvia Schäferkötter / Werner Starz - Tel. 089/958 29 204

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OTD/OTS