Greenpeace fordert EU-Parlament auf, Patente auf Leben zu verhindern Abstimmung über Gentech-Patente morgen Mittag in Strasbourg

Strasbourg/Wien (OTS) - Greenpeace forderte die Mitglieder des Europaeischen Parlaments auf, ethische, ökologische und landwirtschaftliche Bedenken höher als Profitinteressen zu bewerten und die von der EU-Kommission vorgeschlagene Patentierungsrichtlinie abzulehnen. "Die Patentierungs-Richtlinie ist unethisch und umweltfeindlich," kritisiert Benny Haerlin, Gentech-Sprecher von Greenpeace International. "Europa sollte Werte wie Respekt vor dem Leben und die genetische Integritaet gegenüber den Interessen von multinationalen Konzernen verteidigen."

Die Debatte über die Richtlinie "über den Schutz biotechnologischer Erfindungen" hat heute morgen in Strasbourg begonnen. Voraussichtlich wird morgen am spaeten Vormittag in erster Lesung abgestimmt. 1995 haben die Abgeordneten zum EU-Parlament einen aehnlichen Richtlinien-Vorschlag mehrheitlich abgelehnt.

Greenpeace weist darauf hin, dass die EU-Patentrichtlinie im direkten Widerspruch zum geltenden europaeischen Patentübereinkommen steht, das die Patentierung von Tieren und Pflanzen ausschliesst. Dadurch wird eine verwirrende rechtliche Situation geschaffen.

Greenpeace kritisiert an der Patentierungs-Richtlinie vor allem, dass sie zu einer krassen Benachteiligung der konventionellen Sortenzüchtung und einer wachsenden Abhaengigkeit der Baürn durch Gen-Lizenzen führt. Gen-Patente könnten ausserdem die wissenschaftliche Zusammenarbeit aushöhlen und z.B. die medizinische Forschung behindern. Der Patentschutz einzelner DNA-Abschnitte durch eine Firma wie Novartis etwa, würde Wissenschaftler anderer Institutionen daran hindern, in diesem Bereich zu forschen.

"Die Gentech-Multis wie Monsanto, Novartis und AgrEvo wollen einfach den Wettbewerb mit Hilfe von Gen-Patenten ausschalten, um ihren Profit zu erhöhen. Leben darf nicht Profitinteressen unterworfen werden. Wir rufen die EU-Abgeordneten eindringlich auf, wie vor zwei Jahren gegen diese Richtlinie zu stimmen," so Haerlin abschliessend.

Weitere Informationen: Wolfgang Pekny, Greenpeace österreich, Tel.:
01/7130031-43 Matthias Schickhofer; Greenpeace österreich, Tel.:
0664/3386503 Benny Haerlin; Greenpeace Deutschland, Tel.:
0049/171/3569109

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