- 15.07.1997, 12:41:24
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Greenpeace fordert EU-Parlament auf, Patente auf Leben zu verhindern Abstimmung über Gentech-Patente morgen Mittag in Strasbourg
Strasbourg/Wien (OTS) - Greenpeace forderte die Mitglieder des
Europaeischen Parlaments auf, ethische, ökologische und
landwirtschaftliche Bedenken höher als Profitinteressen zu bewerten
und die von der EU-Kommission vorgeschlagene Patentierungsrichtlinie
abzulehnen. "Die Patentierungs-Richtlinie ist unethisch und
umweltfeindlich," kritisiert Benny Haerlin, Gentech-Sprecher von
Greenpeace International. "Europa sollte Werte wie Respekt vor dem
Leben und die genetische Integritaet gegenüber den Interessen von
multinationalen Konzernen verteidigen."
Die Debatte über die Richtlinie "über den Schutz
biotechnologischer Erfindungen" hat heute morgen in Strasbourg
begonnen. Voraussichtlich wird morgen am spaeten Vormittag in erster
Lesung abgestimmt. 1995 haben die Abgeordneten zum EU-Parlament einen
aehnlichen Richtlinien-Vorschlag mehrheitlich abgelehnt.
Greenpeace weist darauf hin, dass die EU-Patentrichtlinie im
direkten Widerspruch zum geltenden europaeischen Patentübereinkommen
steht, das die Patentierung von Tieren und Pflanzen ausschliesst.
Dadurch wird eine verwirrende rechtliche Situation geschaffen.
Greenpeace kritisiert an der Patentierungs-Richtlinie vor allem,
dass sie zu einer krassen Benachteiligung der konventionellen
Sortenzüchtung und einer wachsenden Abhaengigkeit der Baürn durch
Gen-Lizenzen führt. Gen-Patente könnten ausserdem die
wissenschaftliche Zusammenarbeit aushöhlen und z.B. die medizinische
Forschung behindern. Der Patentschutz einzelner DNA-Abschnitte durch
eine Firma wie Novartis etwa, würde Wissenschaftler anderer
Institutionen daran hindern, in diesem Bereich zu forschen.
"Die Gentech-Multis wie Monsanto, Novartis und AgrEvo wollen
einfach den Wettbewerb mit Hilfe von Gen-Patenten ausschalten, um
ihren Profit zu erhöhen. Leben darf nicht Profitinteressen
unterworfen werden. Wir rufen die EU-Abgeordneten eindringlich auf,
wie vor zwei Jahren gegen diese Richtlinie zu stimmen," so Haerlin
abschliessend.
Weitere Informationen: Wolfgang Pekny, Greenpeace österreich, Tel.:
01/7130031-43 Matthias Schickhofer; Greenpeace österreich, Tel.:
0664/3386503 Benny Haerlin; Greenpeace Deutschland, Tel.:
0049/171/3569109
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